Unsere Klasse

Kollektiv gegen Outsourcing

Am kommenden Dienstag findet eine Demonstration vor dem Wombats City Hostel in Berlin statt. Die Beschäftigten wehren sich gegen die Ausgliederung der Reinigungskräfte.

Kollektiv gegen Outsourcing

Rechtlich gese­hen gibt es immer noch keine wirk­samen Möglichkeit­en gegen Out­sourc­ing vorzuge­hen – trotz sozialdemokratis­ch­er Regierungs­beteili­gung. Aus­gliederung gilt näm­lich als Teil der “unternehmerischen Frei­heit”. Deswe­gen greifen die Beschäftigten auf bere­ich­süber­greifend­en Protest und Sol­i­dar­ität zurück.

Outsourcing ist ein Angriff auf uns alle!

Tar­ifverträge haben einen kaum zu bändi­gen­den Feind: das Out­sourc­ing. Damit kom­pen­sieren die Unternehmen die Lohn­steigerun­gen der hart erkämpften Tar­ifverträge. Aus­gegliedert wer­den haupt­säch­lich Bere­iche der unteren Lohn­grup­pen. Es sind die Bere­iche, die von Tar­ifverträ­gen beson­ders abhängig sind und die sich für Arbeit­skämpfe gut mobil­isieren lassen. Für noch nicht aus­gegliederte Bere­iche bilden dann die „Aus­gegliederten“ eine ständi­ge Drohkulisse.

Diese Machtver­hält­nisse und Struk­turen find­en wir inzwis­chen flächen­deck­end vor. Sie stellen den Haupt­grund dar, warum Betriebe nur noch bed­ingt streik­fähig sind. Die Möglichkeit für Beschäftigte, sich kollek­tiv für bessere Löhne einzuset­zen, ist mit fre­undlich­er Unter­stützung der Sozialdemokrat*innen zurück­ges­tutzt und die Leben­skonzepte von Zig­tausenden fleißi­gen Men­schen beein­trächtigt wor­den.

Diese Beschäftigten müssen sich von den Arbeit­ge­berver­bän­den, den Bossen und sog­ar aus den eige­nen Rei­hen anhören, sie hät­ten durch eine niedrige Streik­beteili­gung zu den schlecht­en Tar­ifer­geb­nis­sen beige­tra­gen. Das ist grotesk, gemessen an dem Flick­en­tep­pich an Aus­gliederun­gen, den sie vorfind­en.

16.000 gegen ein paar Politbonzen

Bei den Streiks kön­nen sich dann die Bosse zurück­lehnen und von oben beurteilen, wie viele Beschäftigte dem Streikaufruf der Gew­erkschaften gefol­gt sind. Warum fällt die Anzahl der Streik­enden eigentlich so ins Gewicht, wie sieht es mit der Mobil­isierungs­fähigkeit der Bosse aus?

Wo waren die großen Demon­stra­tio­nen der Bosse gegen eine Lohn­er­höhung beim TV‑L Streik? Wo waren die tausende Berliner*innen, die gegen eine Lohn­er­höhung im öffentlichen Dienst protestierten? Die Wahrheit ist: 16.000 Streik­ende standen in Berlin den Inter­essen ein­er Hand­voll Polit­bonzen gegenüber, die trotz Spar­maß­nah­men bis zu 16.500 Euro pro Monat und einen Dienst­wa­gen bekom­men, während sie die Löhne der Arbeiter*innen drastisch gekürzt haben.

Ein Manager gegen eine gesamte Belegschaft

Ein ähn­lich­es Kräftev­er­hält­nis find­en wir beim Wom­bats City Hos­tel in Berlin vor. 90 Prozent der Beschäftigten sind gew­erkschaftlich organ­isiert. Sie ste­hen einem Man­age­ment gegenüber, das inzwis­chen offen­bar völ­lig frei zu drehen scheint. Nach ein­er Par­ty im Hos­tel sollen Teile des Man­age­ments in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2019 obzöne Bilder und Sprüche auf den Gehweg und die Alte Schön­hauser Straße vor dem Hos­tel Wombat’s gesprüht haben. Darunter “Fuck U Betrieb­srat“.

Elmar Wigand, Press­esprech­er der aktion ./. arbeit­sun­recht kom­men­tiert die geschmack­losen bis bedrohlichen Schmier­ereien wie fol­gt:

Es han­delt sich um einen her­aus­ra­gen­den Fall von Betrieb­srats­be­hin­derung und Belei­di­gung, der meines Wis­sens in dieser bizarren Form seines­gle­ichen sucht. Hier ist die Berlin­er Staat­san­waltschaft gefragt, entschlossen aufzuk­lären und durchzu­greifen, damit die Sit­ten im Niedriglohn-Paradies Berlin nicht völ­lig ein­reißen! Betrieb­srats­be­hin­derung ist eine Straftat. Betrieb­sratsmit­glieder brauchen kon­se­quenten Schutz vor Nach­stel­lun­gen und Bedro­hung.

Ausgegliederte verbünden sich!

Im Ver­bund mit vie­len anderen Arbeiter*innen in Berlin schmieden die Betrieb­sräte des Wom­bats Hos­tels längst eine Allianz der gegen­seit­i­gen Unter­stützung. Zur let­zten Aktion kamen zum Beispiel cir­ca 30 Streik­ende der aus­gegliederten Phys­io­ther­a­peuten der Char­ité, von der Tochter­fir­ma CPPZ.

Dem Aufruf von aktion./.arbeitsunrecht e.V. für kom­menden Dien­stag wollen inzwis­chen Beschäftigte,…

  • des Botanis­chen Gartens Berlin
  • der Freien Uni­ver­sität
  • der Kranken­häuser Vivantes und Char­ité
  • der Berlin­er Verkehrs­be­triebe
  • stu­den­tis­che Beschäftigte (TV STUD)
  • des Anne Frank Zen­trums
  • der Crit­i­cal Work­ers
  • und viele mehr
  • fol­gen.

    Nachvol­lziehbar, denn sie stoßen immer wieder auf die gle­ichen gemein­samen Schwierigkeit­en: Tar­if­flucht & Out­sourc­ing als Weg­bere­it­er für Lohn­dump­ing und prekäre Arbeit.

    Was Du tun kannst?

     
    Komm zum Protest: Dien­stag, 19. März, 16 Uhr, vor dem Wom­bats Hos­tel, Alte Schön­hauser Str. 2, U‑Bhf Rosa-Lux­em­burg-Platz

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