Unsere Klasse

Kampf, Tanz, Motivation – 450 studentische Beschäftigte auf den Straßen Berlins

Am Samstag fand in Berlin eine Demonstration der studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen für einen neuen Tarifvertrag (TVStud) statt. Damit zeigten sie deutlich, dass sie für die ab Januar kommenden Streiks bereit sind. Yunus Özgür, der selber studentischer Beschäftigter an der FU Berlin ist, berichtet.

Kampf, Tanz, Motivation – 450 studentische Beschäftigte auf den Straßen Berlins

Nach­dem die Gew­erkschaften ver.di und GEW den stu­den­tis­chen Tar­ifver­trag zum 01. Jan­u­ar gekündigt haben, fin­gen die Mobil­isierun­gen für den Streik an. Die let­zte Ver­hand­lungsrunde, welche am 11. Dezem­ber stat­tfand, bestätigte die Ver­mu­tung der stu­den­tis­chen Beschäftigten – es braucht mehr Druck.

Die Dynamisierung des Lohns, also eine Anpas­sung unseres an die all­ge­meine Lohnen­twick­lung ander­er Hochschulbeschäftigten, lag bei dieser Ver­hand­lungsrunde immer noch nicht auf dem Tisch, obwohl es schon seit Monat­en klar war, dass wir ohne ein Ange­bot mit Dynamisierung nicht mehr ver­han­deln wür­den. So erk­lärten die Gew­erkschaften und die Tar­ifkom­mis­sion das Scheit­ern der Ver­hand­lun­gen.

Am ver­gan­genen Sam­stag trafen sich 450 stu­den­tis­che Beschäftigte am Ost­bahn­hof und demon­stri­erten für einen neuen Tar­ifver­trag, für bessere Stu­di­en- und Arbeits­be­din­gun­gen an der Uni und für eine demokratis­che Hochschule im Inter­esse der Studieren­den und Beschäftigten. Dabei gab es zu dieser “Tanzde­mo” nicht nur schnelle Ryth­men und wum­mernde Bässe aus den Box­en der Laut­sprecher­wa­gen son­dern auch zahlre­iche Rede­beiträge, sowie sehr viele entschlossene und kreative Parolen, die von der ganzen Menge mit­ge­tra­gen wur­den.

Die stu­den­tis­chen Beschäftigten waren auf der Demon­stra­tion nicht alleine. Sie beka­men von allen Seit­en riesige Unter­stützung. Auf der Demo waren zahlre­iche sol­i­darische Studierende und (Hochschul-) poli­tis­che Grup­pen vertreten (Waf­fen der Kri­tik, Asten, huuls, La:iz, Rev­o­lu­tion, Sol­id und weit­ere). In ihren Rede­beiträ­gen beton­ten sie, dass die Arbeits­be­din­gun­gen der stu­den­tis­chen Beschäftigten die Lernbe­din­gun­gen der Studieren­den sind und dass alle Studieren­den für ihre eige­nen Inter­essen hin­ter den Streiks ste­hen soll­ten.

Auch kämpferische Kolleg*innen von Uni­ver­sitäten und anderen Betrieben waren bei der Aktion anwe­send, wie zum Beispiel die Kolleg*innen des Botanis­chen Gartens. Diese hat­ten nach monate­langem Kampf, nach Aktio­nen, Streiks und mit viel Sol­i­dar­ität gegen die Freie Uni­ver­sität gewon­nen. Sie beton­ten, dass die Unter­stützung der Studieren­den für ihren Kampf sehr wichtig war und dass sie jet­zt hin­ter dem Kampf der stu­den­tis­chen Beschäftigten stün­den. Auch die Mit­tel­bau-Ini­tia­tive “Net­zw­erk für Gute Arbeit in der Wis­senschaft” und Kolleg*innen von der Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment (CFM) waren vertreten.

Wie geht es weiter?

Bevor die Kam­pagne in die Wei­h­nachtspause geht, wer­den wir an allen Uni­ver­sitäten weit­er­hin für die Streiks mobil­isieren. Es wer­den in dieser let­zten Woche auch einige Tre­f­fen der Streik­grup­pen stat­tfind­en, zu denen stu­den­tis­che Beschäftigte kom­men kön­nen, um sich über den let­zten Stand der Kam­pagne zu informieren und sich aktiv daran zu beteili­gen.

Die Unter­stützung der stu­den­tis­chen Grup­pen und sol­i­darischen Studieren­den, wie sie sich auch bei der Demon­stra­tion aus­drück­te, wird für die Streiks sehr wichtig sein. Denn nur wenn sich die gesamte Studieren­den­schaft hin­ter unseren Kampf stellt, wer­den wir siegen kön­nen. Dabei nehmen die Hochschul­grup­pen eine sehr große Rolle ein, um nicht nur die Studieren­den, son­dern auch die Kam­pagne zu poli­tisieren; damit der Druck auf die Hochschulen max­i­mal wird.

An den Streik­ta­gen brauchen wir Aktio­nen und Streikver­samm­lun­gen. Mit Aktio­nen, an denen sich auch sol­i­darische Studierende beteili­gen kön­nen, erzie­len wir eine größere Aufmerk­samkeit. Wenn der Uniall­t­ag erst ein­mal lahm­liegt steigt der Druck schnell immer weit­er an. Wenn wir am Streik­tag selb­st zu Streikver­samm­lun­gen zusam­menkom­men, wird es möglich sein mit der gesamten Basis über die zen­tralen Fra­gen der Kam­pagne zu disku­tieren und basis­demokratisch über den weit­eren Ver­lauf des Kampfes zu entschei­den.

Und zulet­zt noch: Es ist ger­ade sehr wichtig und wird auch weit­er­hin sehr wichtig sein, dass unser Hauptziel, mit dem wir diesen Kampf begonnen haben, klar und fest beste­hen bleibt: einen einzi­gen Tar­ifver­trag für alle stu­den­tis­chen Beschäftigten in Berlin.

Entwed­er wir alle, oder nie­mand! Für einen gemein­samen Tar­ifver­trag aller Hochschulen durch den gemein­samen Kampf aller stu­den­tis­chen Beschäftigten! Wir lassen uns nicht spal­ten!

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