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IG Metall: Spektakuläre Streiks paralysieren die Metallbranche

Seit Dienstagnacht sind Hunderttausende Beschäftigte landesweit zu 24-stündigen Streiks in der Metallindustrie aufgerufen. Die Forderung der IG Metall nach einer Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche für bestimmte Beschäftigtengruppen steht dabei im Zentrum. Die jetzigen Streiks zeigen die Macht, die die Arbeiter*innen entfalten können, wenn sie kollektiv kämpfen.

IG Metall: Spektakuläre Streiks paralysieren die Metallbranche

Bei Ford in Köln ging am Don­ner­stag nichts mehr. Rund 13.000 Beschäftigte, qua­si die gesamte Belegschaft, beteiligten sich am Aus­stand. So musste eine Sprecherin den voll­ständi­gen Still­stand der Pro­duk­tion verkün­den. Auch in Bay­ern beteiligten sich Zehn­tausende an Streiks. Der Fokus der IG Met­all liegt dabei vor allem auf der Autoin­dus­trie und den großen Zulief­er­ern: Porsche, Daim­ler, BMW, Audi Ford, Lear, Bosch und wie sie alle heißen. Und nicht nur in Köln zeigen sich konkrete Auswirkun­gen. Der Ver­band der Bay­erischen Met­all- und Elek­tro-Indus­trie e. V. (vbm) schätzt, dass allein der Streik am Mittwoch die Unternehmen rund 18 Mil­lio­nen Euro gekostet haben kön­nte – Ten­denz steigend. 23.000 Kolleg*innen haben sich nach Angaben der Gew­erkschaft allein in Bay­ern beteiligt. Am Fre­itag wer­den die Streiks auch auf Berlin aus­gedehnt.

Die Bosse drohen und klagen

Kein Wun­der, dass die Bosse auf­grund dieser Dynamik langsam aber sich­er um ihre Gewinne fürcht­en. Sie hal­ten die Zuschüsse für Beschäftigte, die ihre Arbeit­szeit verkürzen, schlicht für rechtswidrig und haben auch schon mehrere Ver­fahren gegen die Streiks angestrengt – bish­er ohne Erfolg. Der vbm klagt sog­ar bere­its auf Schadenser­satz vor dem Arbeits­gericht München. Einige Betriebe dro­hen sog­ar ganz unver­hohlen mit Tar­if­flucht, sollte die IG Met­all an ihrer Forderun­gen fes­thal­ten. Doch beson­ders der Fachkräfte­man­gel set­zt diesen Dro­hun­gen Gren­zen. Denn Unternehmen ohne Tar­if­bindung haben es deut­lich schw­er­er qual­i­fizierte Arbeit­skräfte zu find­en, wie zum Beispiel der Auto­mo­bilzulief­er­er LuK zeigt, der die Tar­if­bindung unlängst wieder ein­führen musste – wohl gemerkt, nach­dem die Belegschaft für bessere Arbeits­be­din­gun­gen gestreikt hat.

Die IG Met­all lässt sich von diesen Dro­hun­gen bish­er nicht ein­schüchtern und warum auch. Immer­hin ste­hen hin­ter der Forderung der Gew­erkschaft hun­dert­tausende Kolleg*innen, die die Pro­duk­tion kom­plett lahm leg­en kön­nen, wenn ihre Forderun­gen nicht erfüllt wer­den. Die IG Met­all beze­ich­nete die Streiks bish­er als „sen­sa­tionell“, kündigt aber an, ab Mon­tag wieder ver­han­deln zu wollen. Ein Erfolg dieses Arbeit­skampfes kann ein wichtiges Sig­nal an andere Sek­toren der Arbeiter*innenklasse sein, dass Verbesserun­gen der Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen durch Streiks im Betrieb erkämpft wer­den kön­nen und nicht nur am Ver­hand­lungstisch.

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