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HU: Universitätsleitung solidarisiert sich mit AfD-Dozent

Am 8. November wurde der AfD-Dozent Markus Egg von Aktivist*innen mit Wasser übergossen. Nachdem mehrere Medien darüber berichteten und viele Studierende über den Vorfall diskutieren, stellt sich nun die Leitung der Humboldt-Universität hinter die rassistische Lehrkraft. Auch die Fachschaftsinitiative Anglistik/ Amerikanistik nimmt Egg in Schutz.

HU: Universitätsleitung solidarisiert sich mit AfD-Dozent

An der Hum­boldt-Uni­ver­sität ist einiges los dieser Tage. Anfang des Monats wurde Markus Egg, Dozent und Leit­er des Insti­tuts für Anglis­tik und Amerikanis­tik, während eines Sem­i­nars kalt erwis­cht. Aktivist*innen macht­en mit Fly­ern und Trans­par­enten auf seine Posi­tion inner­halb der recht­sex­tremen Alter­na­tive für Deutsch­land (AfD) aufmerk­sam und über­gossen ihn mit einem Eimer Wass­er.

Uni-Leitung hinter AfD-Dozent

In dieser Woche wurde der Vor­fall von ver­schiede­nen Medi­en, unter anderem von Klasse Gegen Klasse, öffentlich gemacht. Am gestri­gen Mittwoch äußerte sich erst­mals auch die Uni­ver­sität­sleitung in ein­er offiziellen Pressemit­teilung, die an alle Studieren­den ver­schickt wurde, zu der Aktion. Darin „verurteilt [die HU] Angriffe auf Lehrende scharf“.

Die HU ste­ht für Frei­heit und Tol­er­anz auf der Grund­lage gegen­seit­iger Achtung und Anerken­nung. Das bedeutet, konkur­ri­erende Ansicht­en auszuhal­ten und Dif­feren­zen in den argu­men­ta­tiv­en Stre­it zu über­führen. Gewalt und Extrem­is­mus haben keinen Platz an der Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin.

Damit stellt sich die Unileitung klar gegen die Aktivist*innen und vertei­digt Markus Egg. Während sich die Unileitung gegen „Gewalt und Extrem­is­mus“ ausspricht – und sich dabei klar auf die linken Aktivist*innen bezieht –, sagt sie kein Wort zum Ras­sis­mus der AfD, die zu einem bedeu­ten­den Teil zum Recht­sruck der ver­gan­genen Monate beige­tra­gen hat.

Egg hat zahlre­iche Posten inner­halb der AfD und trat zu den Abge­ord­neten­hauswahlen an – auf der gle­ichen Liste wie Kay Ner­sten­heimer, der Homo­sex­uelle als „wider­lich­es Gewürm“ beze­ich­nete und rechte Bürg­er­milizen auf­bauen möchte. Er befind­et sich im gle­ichen Lan­desver­band wie Beat­rix von Storch, die sich aktiv gegen das Recht auf Abtrei­bung ein­set­zt und für den Schießbe­fehl gegen geflüchtete Men­schen an der deutschen Gren­ze ein­tritt.

Eggs Posi­tion­ierung im „lib­er­al-bürg­er­lichen“ Flügel der AfD ist Teil der poli­tis­chen Strate­gie der Rechtspopulist*innen, ihre ras­sis­tis­chen und frem­den­feindlichen Posi­tio­nen auch in bürg­er­lichen Kreisen zu instal­lieren. Während Geflüchtete weit­er­hin keinen uneingeschränk­ten Bil­dungszu­gang besitzen, dür­fen ras­sis­tis­che Dozent*innen und Professor*innen wie Egg weit­er uneingeschränkt an deutschen Hochschulen lehren.

Verschiedene Positionen der Studierenden

Weniger ein­deutig als die Posi­tion der Uni-Leitung ist die der Studieren­den. Direkt nach der Aktion veröf­fentlichte die Fach­schaftsini­tia­tive Anglistik/ Amerikanis­tik eine trau­rige Stel­lung­nahme, in der sie sich hin­ter den AfD-Dozen­ten stellt.

Mei­n­un­gen, die beispiel­sweise ras­sis­tisch, nation­al­is­tisch oder sex­is­tisch sind, darf in der Lehre kein Raum gegeben wer­den. Doch solange solch eine poli­tis­che Gesin­nung nicht in die Lehre ein­fließt, lehnen wir es klar ab, gegen eine_n Professor_in vorzuge­hen.

Doch wie kann die poli­tis­che Gesin­nung eines aktiv­en Mit­glieds ein­er frem­den­feindlichen Partei, die öffentlich gegen Migrant*innen und Geflüchtete het­zt und mobil­isiert, nicht in die Lehre ein­fließen? Um ras­sis­tis­chen, nation­al­is­tis­chen und sex­is­tis­chen Ideen keinen Raum an der Uni zu geben, müssen wir Rassist*innen, Nationalist*innen und Sexist*innen keinen Platz geben – alles andere sind hohle Phrasen.

Unter­stützung fand die Aktion von der Fach­schaftsini­tia­tive Gen­der Stud­ies, die sich in ein­er Erk­lärung hin­ter den Fly­er der Aktivist*innen stellt, in dem die AfD als frem­den­feindliche und anti-fem­i­nis­tis­che Partei ent­blößt wird. Die FSI macht deut­lich, wofür der AfD-Dozent in den inner­parteilichen Gremien der AfD, in Reden, Wahlkampfver­anstal­tun­gen, etc. ein­tritt:

Markus Egg ist für ein repres­siveres Ver­ständ­nis von Recht und den Aus­bau des staatlichen Gewalt­monopols, gegen Frauen­quoten in Führungspo­si­tio­nen und für eine nation­al­is­tis­che, unsol­i­darische Europa- und Währungspoli­tik. Er stellt sich gegen ein NPD-Ver­botsver­fahren, möchte aber unbe­d­ingt soge­nan­nten „Link­sex­trem­is­mus“ bekämpfen.

Die FSI Gen­der Stud­ies ruft dazu auf, den Protest und Wider­stand selb­st zu organ­isieren.

4 thoughts on “HU: Universitätsleitung solidarisiert sich mit AfD-Dozent

  1. Uguanu sagt:

    Wenn man zitiert, sollte man auch richtig zitieren!!!! (Das ist das Min­deste!!!)

    Richtig heißt es in der Pressemit­teilung:
    “Wir lehnen jeden Angriff auf die Unversehrtheit unser­er Mit­glieder — das sind Lehrende wie Studierende und alle Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er — ohne Anse­hen der Per­son strikt ab. Wir verurteilen tätliche Angriffe auf Mit­glieder unser­er Uni­ver­sität — unab­hängig von poli­tis­chen Dif­feren­zen — auf das Schärf­ste.”

    Ich has­se diese ein­seit­ige Mei­n­ungsäußerun­gen. Zudem geht es auch nicht nur um oben­ge­nan­nten Dozen­ten, son­dern auch um Studierende u.a., die dif­famiert wer­den- aus den unter­schiedlich­sten Grün­den und nicht nur aus poli­tis­chen!

  2. Robert sagt:

    Das ist das unsach­lich­ste, was ich je gele­sen habe. Auss­chließlich der Name der Seite recht­fer­tigt diese äußerst unpassenden Aus­sagen. Die AfD ist eine demokratis­che Partei und damit beste­ht auch kein Grund den Dozen­ten in irgen­dein­er Hin­scht zu verurteilen. Viel schlim­mer finde ich den Angriff auf den Dozen­ten. Dieser Angriff ver­stößt mein­er Mei­n­ung nach gegen unser Rechtsstaat­sprinzip.

  3. Ina sagt:

    Herr Dr. Markus Egg ist Mit­glied ein­er demokratisch gewählten Partei. Diese Partei kämpft u.a. auch dafür, dass in Deutsch­land die Heuch­lerei abgeschafft wird. Viele Men­schenn sehen bere­its klar und deut­lich was die Poli­tik und die dazuge­hörende Elite in diesem Land getan hat. Man darf gar nicht mehr kri­tisieren ohne gle­ich als Nazi abgestem­pelt zu wer­den. In meinen AUgen haben die Aktivis­ten radikal gehan­delt und die Frei­heit Dr Eggs eingeschränkt.

  4. Robert sagt:

    Die AfD ver­sucht aufzudeck­en was die poli­tis­che Elite ver­heim­licht. Vieles läuft in diesem Land schief. Ganz an erster Stelle die Flüchtlingspoli­tik. Nir­gend­wo auf dieser Welt lässt man Men­schen ohne Ausweiss Gren­zen passieren.

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