Hände weg von der Flottille, sonst wird Europa lahmgelegt!

03.09.2025, Lesezeit 3 Min.
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Foto: Luciavonu / Shutterstock

Von den Häfen bis zu den Raffinerien: Arbeiter:innen weltweit stellen sich hinter die Global Sumud Flotilla. Ihre Botschaft ist klar – wenn Israel angreift, steht die Welt still.

Angesichts der Drohungen von Israels Minister Ben-Gvir, die Besatzung der Global Sumud Flotilla „wie Terroristen“ zu behandeln und in Foltergefängnisse zu stecken, haben die Hafenarbeiter:innen in Genua angekündigt, zu streiken und ganz Europa zu blockieren, wenn sie auch nur für 20 Minuten den Kontakt zu den Aktivist:innen auf der Flottille verlieren. 

In ihrer Erklärung entgegnet die Gewerkschaft USB (Unione Sindacale di Base) auf die Drohungen von Ben-Gvir, sie sei bereit, die Flottille zu verteidigen und „mit allen Formen des Kampfes zu reagieren, die [ihr] zur Verfügung stehen“. „Mit unserer Gewerkschaft, mit allen Hafenarbeiter:innen, mit der ganzen Stadt Genua, liefern wir zwischen 13.000 und 14.000 Container nach Israel. Nichts wird mehr herauskommen. Wir werden den Streik starten“, sagte ein Sprecher gestern in seiner Rede und lud alle Hafenarbeiter:innen der Region ein, sich ihnen anzuschließen und die Flottille vor israelischen Angriffen zu schützen. Die Hafenarbeiter:innen von Genua haben bereits vor Monaten Waffen an Israel und 2019 die saudischen Schiffe mit Militärgütern für die Invasion Jemens blockiert. 

Und auch die Arbeiter:innen in den Raffinerien in Brasilien rufen dazu auf, die Flottille zu verteidigen. Die Nationale Föderation der Erdölarbeiter:innen (FNP) und ihre Gewerkschaften fordern von der Lula-Regierung, die Sicherheit der brasilianischen Aktivist:innen auf den Schiffen zu gewährleisten, um die israelische Blockade zu durchbrechen. Auch unser Genosse Bruno Gilga von der MRT, der brasilianischen Schwesterorganisation von RIO/Klasse Gegen Klasse, und Sprecher der brasilianischen Delegation, ist auf einem der Schiffe und berichtet hier live von der Flottille.  

Der Aufruf folgt einer Kampagne der Raffinerien, die bereits seit mehreren Wochen anhält, damit kein einziger Tropfen Öl von Petrobras – dem staatlichen Unternehmen, das brasilianisches Öl extrahiert – nach Israel geht. Neben der Einheitlichen Föderation der Ölarbeiter (FUP) haben die beiden Ölverbände bereits einen offenen Brief verschickt, in dem sie ein Energieembargo für den israelischen Staat fordern.  

Während die Global Sumud Flotilla gerade von Barcelona nach Gaza fährt und bald auf die Schiffe aus Tunesien, Italien usw. trifft, finden in mehreren Mittelmeerhäfen Solidaritätskundgebungen statt, um die Abfahrt der Boote zu begleiten. Die Mobilisierungen, die wir jetzt sehen, sind zentral für den Widerstand gegen Trumps, Netanjahus und Ben-Gvirs Völkermordpläne und die Komplizenschaft der europäischen Staaten. Die Hafenarbeiter:innen in Genua und die Arbeiter:innen in den brasilianischen Raffinerien machen uns vor, wie der Genozid in Gaza wirklich gestoppt werden kann – durch Massenaktionen und Streiks der Arbeiter:innen und Jugend. Wir brauchen Massenmobilisierungen an jeder Universität, an der wir studieren, in jedem Betrieb, in dem wir arbeiten und in jeder Fabrik, jedem Hafen und jedem Flughafen, die Waffen produzieren oder liefern. 

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