Jugend

Güstrow: 350 beim Schulstreik gegen Rassismus

In einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern sind mehrere hundert Schüler*innen am Mittwoch in den Streik getreten.

Güstrow: 350 beim Schulstreik gegen Rassismus

Über die letzten Wochen und Monate lief die Mobilisierung von „Jugend gegen Rassismus“. Durch soziale Medien kam der Aufruf zum Uni-, Azubi- und Schulstreik am 27. April bis in die letzten Winkel der Bundesrepublik. Das war der Anlass für 350 Schüler*innen, zusammen mit einigen Lehrkräften, in Güstrow nicht in die Schule, sondern auf die Straße zu gehen – die bürgerliche Lokalpresse und die Polizei bestätigen diese Zahlen.

Auch Lokalpolitiker*innen der Linkspartei nahmen an der Aktion teil. Darunter war Karen Larisch, die aufgrund ihres antirassistischen Engagements oft unter Angriffen der örtlichen Rassist*innen leidet. Beispielhaft dafür sind der Buttersäure-Anschlag auf ihre Privatwohnung sowie ein Einbruch in die Villa Kunterbunt.

Um 10 Uhr ging es bei Wind und Nieselregen vom Hauptbahnhof der Barlachstadt mit 28.000 Einwohner*innen los. Damit handelte es sich wahrscheinlich um die kleinste am Aktionstag beteiligte Stadt. Jedoch war die Initiative nicht offizieller Teil vom bundesweiten Bündnis „Jugend gegen Rassismus“.

Nach der Auftaktkundgebung ging es mit Lautiwagen, Transparenten und Schildern in den südlichen Teil von Güstrow. Dort säumte allerlei rassistische und antimuslimische Propaganda die Straßenlaternen, die meistens schnell von den Protestierenden entfernt werden konnte. Auch die ersten Rassist*innen erschienen am Rande der Demonstration, um die Teilnehmer*innen zu filmen. Eine weitere Protestaktion waren mehrere dutzend herumliegende Holzstücke mit der Aufschrift: „Deutsche Opfer, fremde Täter“.

Vor einer Unterkunft für Geflüchtete fand die Zwischenkundgebung statt, weiterhin beobachtet von den Rassist*innen. Der Versuch von Antifa-Aktivist*innen, die Schüler*innen durch aufgespannte Regenschirme vor den Kameras der Rechten zu schützen, versuchten zivil gekleidete Polizist*innen zu unterbinden. Auf dem Rückweg zur Innenstadt passierte die Demonstration die Polizeischule des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Die teilnehmenden Schüler*innen begann zu skandieren: „Nazis morden der Staat schiebt ab – das ist das gleiche Rassistenpack!“ Denn ihr Protest richtet nicht nur gegen den Rassismus der AfD, sondern ebenfalls gegen den bürgerlichen Staat, der Abschiebungen selbst nach Afghanistan und Honduras durchführt und ein repressives Integrationsgesetz einführt.

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