Deutschland

Gewaltexzesse der Hamburger Polizei gehen am Freitag weiter

Heute Morgen zogen rund 500 Menschen vom Anti-G20-Camp in Altona in die Hamburger Innenstadt. Ziel war es, zentrale Zufahrtswege zum G20-Gipfel für Teilnehmer*innen zu blockieren - so wie es gleichzeitig auch andere Aktivist*innen überall in Hamburg taten. Die Polizei prügelte immer wieder wie wild auf Demonstrant*innen ein.

Gewaltexzesse der Hamburger Polizei gehen am Freitag weiter

Der Mor­gen kon­nte kaum tur­bu­len­ter starten. Mit blauen Müll­säck­en, Schutz­masken und Regen­jack­en bewaffnet, ver­sucht­en Demonstrant*innen den G20-Gipfel zu block­ieren. Laut­stark bewegte sich die Masse in Rich­tung Innen­stadt. Der Inter­na­tion­al­is­tis­che Block beteiligte sich mit über 150 Men­schen an den Block­ade­v­er­suchen. Doch schon die erste Begeg­nung mit der Polizei ließ dabei darauf schließen, wie der restliche Tag ver­laufen würde. Ohne zu zögern, set­zten die Cops Pfef­fer­spray gegen Demonstrant*innen ein und fügten mehreren Men­schen mit Schlagstöck­en Kopfver­let­zun­gen zu.

Immer begleit­et von zwei Wasser­w­er­fern und einem Räumpanz­er bewegte sich der Zug daraufhin immer mehr in Rich­tung “blaue” Demover­bot­szone. Im Lauf­schritt lieferte sich der Block ein wahres Wet­tren­nen mit der Polizei. Die Antwort war ein erneuter mas­siv­er Ein­satz von Schlagstöck­en gegen Demonstrant*innen – erneut gab es mehrere Ver­let­zte. Den­noch gelang es einem Teil, die Polizeikette zu durch­brechen und in die blaue Zone vorzu­drin­gen. Dort set­zte die Polizei Wasser­w­er­fer gegen die Block­ieren­den ein und drängte sie allmäh­lich wieder aus der blauen Zone her­aus – begleit­et von einem mar­tialis­chen Polizeiaufge­bot.

Die Block­aden kon­nten den Gipfel lei­der nicht ver­hin­dern. Wirkung zeigte der Protest den­noch. Finanzmin­is­ter Wolf­gang Schäu­ble musste spon­tan ein Tre­f­fen absagen. Mela­nia Trump wurde durch Block­ierende daran gehin­dert, ihr Hotel zu ver­lassen. Und auch Don­ald Trump musste eine andere Route zum Gipfel wählen, da der ursprüngliche Weg durch Demonstrant*innen zeitweilig block­iert war.

Auch wenn die Zahl der Ver­let­zten bish­er nicht bekan­nt ist, lässt allein schon ein Blick auf Ver­bände an Köpfen und Armen zahlre­ich­er Men­schen im Camp erah­nen, wie viele von der Polizeige­walt direkt betrof­fen waren. Doch offen­bar reicht das der Polizei und dem Sen­at noch nicht. Am Mor­gen hat die Polizei Ham­burg weit­ere Unter­stützungskräfte aus dem ganzen Bun­des­ge­bi­et ange­fordert. Sog­ar ein Räumpanz­er der Bun­deswehr wurde nach Altona ver­legt. Ange­blich beste­he für die Cops eine “Gefahr für Leib und Leben.” Doch selb­st Teile der bürg­er­lichen Presse mussten eingeste­hen, dass die Eskala­tion vor allem von der Polizei aus­ging. Angesichts dieser Gewal­texzesse der Polizei in der let­zten Wochen, müssen wohl eher Demonstrant*innen um Leib und Leben fürcht­en. Und das nur, weil sie ihr demokratis­ches Recht auf Ver­samm­lung wahrnehmen woll­ten, was ihnen die Polizei qua­si kom­plett genom­men hat.

Umso beein­druck­ender ist die Reak­tion der Demonstrant*innen. Trotz oder vielle­icht auch ger­ade wegen dieser starken Repres­sion beteiligten schon an der Demon­stra­tion am Nach­mit­tag wieder Zehn­tausende Men­schen. Die Aktio­nen dauern ger­ade noch an. Auch viele Anwohner*innen zeigten ihre Sol­i­dar­ität mit den Protestieren­den. In vie­len Fen­ster hin­gen “NoG20” Plakate und Anwohner*innen füll­ten während der Aktio­nen Demonstrant*innen wieder die Wasser­flaschen auf. Die Ablehnung gegenüber diesem Gipfel ist in ganz Ham­burg spür­bar. Viele Anwohner*innen kündigten an, auch mor­gen bei der Großde­mo gegen den Gipfel dabei zu sein.

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