Frauen und LGBTI*

Für einen Uni-Block zum Frauen*streik am 8. März in Berlin!

Die berliner Hochschulgruppen, Studierende und Beschäftigte mobilisieren für einen Uniblock an der Frauen*streikdemonstration am 8. März. Ein Artikel von der Hochschulgruppe Organize:strike warum eine Organisierung und Mobilisierung an den Universitäten notwendig sind.

Für einen Uni-Block zum Frauen*streik am 8. März in Berlin!

An der Uni­ver­sität gibt es genü­gend Gründe für einen Frauen*streik: Sex­is­tis­che Lehrin­halte, erniedri­gende Sprüche in Sem­i­naren und auf den Fluren, Beläs­ti­gung und sex­u­al­isierte Gewalt, sex­is­tis­che Arbeits­be­din­gun­gen, Out­sourc­ing und Befris­tung, unzure­ichend aus­ges­tat­tete Kinder­be­treu­ung, Dreifach­be­las­tung für Frauen* von Studi­um, Lohnar­beit und unbezahlter Hausar­beit – die Liste ist lang.

Der bun­desweite Frauen*streik am 8. März schließt an inter­na­tionale Bewe­gun­gen an, z.B. im Spanis­chen Staat oder Argen­tinien. Auch dort haben Frauen* Lohn- und Hausar­beit bestreikt: für das Recht auf legale und kosten­lose Abtrei­bung, für gle­ichen Lohn bei gle­ich­w­er­tiger Arbeit, gegen Gewalt an Frauen, für die Anerken­nung von Hausar­beit als Arbeit etc. Sie richt­en sich damit gegen die Angriffe auf Frauen* und ihre Kör­p­er, gegen Neolib­er­al­isierung und Recht­sruck.

Um die Gesellschaft wirk­lich lah­mzule­gen, müssen wir den Frauen*streik an die Lern- und Arbeit­splätze brin­gen.

Gegen sexistische Arbeitsbedingungen an der Uni!

Durch die neolib­erale Umstruk­turierung der Uni ist der Druck auf die Studieren­den gestiegen, das Studi­um so schnell wie möglich abzuschließen und sich während­dessen nicht mit gesellschaftlichen Auseinan­der­set­zun­gen beschäfti­gen. Durch Indi­vid­u­al­isierung, Leis­tungs­druck, Sorge um die Finanzierung des Studi­ums wur­den Uni­ver­sitäten ent­poli­tisiert.

Dieser Prozess trifft gle­ichzeit­ig die Unibeschäftigten. Denn während die Zahl der Studieren­den immer höher wird, arbeit­en wegen des Stel­len­ab­baus immer weniger Beschäftigte in Vol­lzeit­stellen – und müssen trotz­dem Vol­lzeitauf­gaben erfüllen. Befris­tung und ger­ingfügige Beschäf­ti­gung bedeuten ein Leben an der Armutsgren­ze, per­ma­nen­ten Leis­tungs­druck und Zukun­ft­säng­ste. Die Uni ist der Ort der Befris­tung schlechthin: So sind über 90% aller wis­senschaftlichen Anstel­lun­gen befris­tet. Auf­grund von Sorgev­erpflich­tun­gen lei­den beson­ders Frauen* unter diesen Prozessen.

Durch Pri­vatisierung, Aus­lagerung in kün­stliche Tochterun­ternehmen und unter­schiedliche Tar­ifverträge wur­den die Belegschaften der Hochschulen ges­pal­ten. Das Ziel ist ein­deutig: Tar­ifverträge umge­hen, Löhne drück­en und let­z­tendlich ver­hin­dern, dass die Arbeiter*innen gemein­sam streiken kön­nen.

Auch von dieser Poli­tik sind Frauen* und Migrant*innen beson­ders betrof­fen, da sie oft­mals gezwun­gen wer­den, in prekärsten Ver­hält­nis­sen zu arbeit­en. Seit Jahren wer­den die Reini­gungskräfte der FU Berlin, die zu einem Großteil migrantis­che Frauen* sind, in immer wieder neue pri­vate Unternehmen aus­ge­lagert.

Obwohl die Mehrheit der Beschäftigten an der Uni durch Tar­ifverträge abgedeckt ist, sind weib­lich dominierte Bere­iche wesentlich schlechter bezahlt. Es befind­en sich viel weniger Frauen in höheren Ent­gelt­grup­pen. Dazu kommt, dass nur 19% der Professor*innen in Deutsch­land weib­lich sind, während Frauen* mehr als die Hälfte der Studieren­den aus­machen.

Unsere Antwort dage­gen muss gegen­seit­ige Sol­i­dar­ität und ein gemein­samer Kampf sein. Dafür müssen wir den Frauen*streik mit seinen fem­i­nis­tis­chen Forderun­gen und die Streiks für den TV‑L verbinden.

Frauen*streik an jedem Ort!

Die Führun­gen der Gew­erkschaften jedoch begren­zen sich nur auf die soge­nan­nten “ökonomis­chen” Forderun­gen: In der aktuellen Tar­ifrunde des TV‑L wer­den nur höhere Löhne gefordert, während Befris­tun­gen, Out­sourc­ing und Kita- und Pflegekrise den All­t­ag der Beschäftigten bes­tim­men.

Damit ein gemein­samer Streik Wirk­lichkeit wird, brauchen wir eine Organ­isierung an den Orten, wo wir sind – in Schulen, Betrieben, Uni­ver­sitäten und Nach­barschaften. Wir müssen unsere Forderun­gen selb­st bes­tim­men, dafür mobil­isieren und kämpfen. Aus der Basis müssen wir Druck auf die reformistis­chen Führun­gen der Gew­erkschaften, SPD und der Linkspartei auf­bauen, die uns nur mit Krümeln zufrieden stellen wollen.

Rund um den 8. März müssen ver.di und die GEW zu Streiks oder zu ganztägi­gen Per­son­al- und Betrieb­sver­samm­lun­gen in allen Schulen, Unis und Betrieben aufrufen. Dort kön­nen wir Diskus­sio­nen mit allen Beschäftigten und Ler­nen­den führen, auf unter­schiedliche Unter­drück­ungsver­hält­nisse aufmerk­sam machen und unsere Forderun­gen als Beschäftigte und als Frauen* demokratisch bes­tim­men.

In dieser Hin­sicht kön­nen wir in Deutsch­land von den Erfahrun­gen in anderen Län­dern wie im Spanis­chen Staat oder Argen­tinien ler­nen, wo Studierende und Arbeiter*innen sich für die Erkämp­fung solch­er Forderun­gen zusam­mengeschlossen haben und es gemein­sam geschafft haben, dass große Gew­erkschaft­sap­pa­rate für die poli­tis­chen Forderun­gen mobil­isiert haben.

Wie weiter? Basiskomitees und ein Uniblock am 8.März!

Wir brauchen Basis­struk­turen, in denen wir uns gemein­sam organ­isieren, unsere Forderun­gen in die Tiefe disku­tieren, und an der Uni mobil­isieren. In solchen Struk­turen (z.B. Frauen*streik-Komitees), soll­ten sich alle von uns – unab­hängig von zugeschrieben­em und gelebtem Geschlecht – gemein­sam organ­isieren. Dabei soll­ten die Frauen* im Kon­text des Frauen*streiks eine führende poli­tis­che Rolle spie­len.

An der Freien Uni­ver­sität fand bere­its eine Vol­lver­samm­lung an dem ersten Streik­tag der Streiks in öffentlichen Dienst (TV‑L), an der Studierende und streik­ende Hochschulbeschäftigte teilgenom­men haben. Diese Vol­lver­samm­lung beschloss ein­stim­mig:

– einen Aufruf an die Gew­erkschaften zu richt­en, vor allem an ver.di und GEW, dass sie zum 8. März bun­desweit zum Streik aufrufen, die geplanten Streikak­tiv­itäten mit den Aktio­nen des Frauen*streiks koor­dinieren, beson­ders am 8.März Per­son­al- und Betrieb­sver­samm­lun­gen organ­isieren, damit die Beschäftigten über sex­is­tis­che Arbeits­be­din­gun­gen reden und sich an der Demo beteili­gen kön­nen,

– einen Aufruf an die Berlin­er Regierungsparteien, SPD, Grüne und Linkspartei, dass die aus­gegliederten Tochterun­ternehmen voll­ständig zurück­ge­führt wer­den und Befris­tun­gen, Out­sourc­ing und Lei­har­beit ver­boten wer­den müssen,

– einen gemein­samen Uni-Block von Studieren­den und Beschäftigten der Berlin­er Uni­ver­sitäten und Hochschulen bei der Frauen*streik-Demonstration am 8. März zu bilden.

Als organize:strike denken wir, dass die Uni­ver­sitäten wieder Orte wer­den müssen, von denen aus wir gemein­sam – als Arbeiter*innen und Studierende – unsere Kämpfe führen und eine entschei­dende Rolle in gesamt­ge­sellschaftlichen Kämpfen spie­len kön­nen.

Mit dieser Per­spek­tive organ­isieren wir den Uniblock auf der Frauen*streik-Demonstration mit und wer­den als Studierende und Beschäftigte anhand unser­er konkreten Forderun­gen für die Uni­ver­sität am 8. März auf die Straße gehen.

Für eine Studieren­den­be­we­gung an der Seite der Frauen* und Arbeiter*innen!

Für einen berlin­weit­en Uniblock am 8. März!

Hier ist der Aufruf der Initiator*innen des Uniblocks:


Berlin­weites Tre­f­fen für einen Uniblock für den Frauen*streik am 8M!

Aufruf zu einem hochschulüber­greifend­en Uniblock am Frauen*kampftag — 8. März: Warum brauchen wir einen spez­i­fis­chen Uniblock am 8. März?

Gesellschaft ist nicht geschlecht­sneu­tral, die patri­ar­chalen Struk­turen wirken auf uns alle. Frauen* sind kon­tinuier­lich Diskri­m­inierung und struk­tureller Unter­drück­ung aus­ge­set­zt – auch an der Uni­ver­sität. Gle­ich­berech­ti­gung ist notwendig! Deshalb fordern wir Maß­nah­men und Struk­turen, die hier endlich Abhil­fe schaf­fen. Wir wollen zeigen, dass wir die beste­hen­den patri­ar­chalen Struk­turen an den Uni­ver­sitäten nicht weit­er hin­nehmen und dies durch einen eige­nen Uniblock auf der Demon­stra­tion am 8. März verdeut­lichen.

Wir wollen sicht­bar machen, dass geschlech­ter­diskri­m­inierende Mech­a­nis­men auch im akademis­chen Kon­text All­t­ag sind, denn Diskri­m­inierung gegen Frauen* ken­nt keinen gesellschaftlichen Sta­tus und keinen Bil­dungs­grad. Darüber hin­aus ist die Uni­ver­sität für Tausende auch ein Arbeit­splatz, an dem Out­sourc­ing und Lohn­dump­ing betrieben wird. Diese neolib­eralen Angriffe und Prekarisierung betr­e­f­fen wiederum mehrheitlich Frauen und Migrant*innen.

Unsere Forderun­gen gegen geschlech­ter­diskri­m­inierende Mech­a­nis­men und Struk­turen an Uni­ver­sitäten sind:
★ Vere­in­barkeit von Fam­i­lie und Studi­um: Verbesserung der Kinder­be­treu­ung und des Eltern­schutzes
★ Besei­t­i­gung sex­is­tis­ch­er Lehrin­halte und geschlechter­basieren­der Diskri­m­inierung
★ Bil­dung von Frauen*kommissionen gegen sex­is­tis­che Missstände an den Uni­ver­sitäten
★ Demokratisierung der Uni­ver­sität
★ Rück­führung von Out­sourc­ing und einen Tar­ifver­trag für alle Hochschulbeschäftigten

Wir wollen uns mit euch ver­net­zen, um gemein­sam für unsere Rechte zu kämpfen, denn nur gemein­sam kön­nen wir die herrschen­den Ver­hält­nisse verän­dern. Deshalb unter­stützen wir die Demon­stra­tion zum Frauen*kampftag und ihre Forderun­gen am 8. März und wollen dies auch mit einem großen Uniblock zeigen. So wollen wir einen Beitrag leis­ten für eine neue sol­i­darische Frauen*bewegung.

Zur Vor­bere­itung dafür laden wir euch ein zu einem ersten hochschulüber­greifend­en Tre­f­fen von Hochschul­grup­pen, Studieren­den und Hochschulbeschäftigten.

Gemein­sam wollen wir am 26.02.2019 um 19:00 Uhr im Ple­nar­i­um des AStA TU Berlin unsere Forderun­gen konkretisieren/ergänzen und einen hochschulüber­greifend­en Uniblock für die Frauen*streiktag-Demonstration am 8. März organ­isieren.

Kommt vor­bei und sagt anderen Bescheid!

——————————————————————————————-
📣 Wann? 26. Feb­ru­ar, Dien­stag, 19–21 Uhr
📣 Wo? TU Berlin, Plenum­sraum von AStA TU Berlin, Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin, https://goo.gl/maps/EXiNrrkJJxJ2
📣 FB-Link: https://www.facebook.com/events/2055041571461302/
📣 Kon­takt: uniblock.frauenstreik@gmail.com
——————————————————————————————

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.