Unsere Klasse

Erhalt der Arbeitsplätze statt Verhöhnung der Ford-Beschäftigten!

Mit einer zynischen Geste wirbt die Bundeswehr um unsere Kolleg*innen. Wir müssen dagegen halten mit einem Programm gegen Schließungen.

Erhalt der Arbeitsplätze statt Verhöhnung der Ford-Beschäftigten!

Den dro­hen­den Stel­len­ab­bau bei Ford ver­sucht die Bun­deswehr zu nutzen, um neue Soldat*innen zu rekru­tieren. In Zeit­en zunehmender Han­dels­bar­ri­eren wird es für das Kap­i­tal unumgänglich, die Krise auf mil­itärischem Wege zu lösen.

Angesichts der weltweit anschwellen­den Han­del­skon­flik­te gerät das expor­to­ri­en­tierte deutsche Kap­i­tal zunehmend in eine Krise. Beson­ders die Auto­mo­bilin­dus­trie ist von neuen Hemm­nis­sen im weltweit­en Han­del betrof­fen. Zusät­zlich zum sink­enden Absatz macht ihr und der Auto­mo­bilzulieferindus­trie der Umstieg zur Elek­tro­mo­bil­ität zu schaf­fen. Indessen Folge find­en Ent­las­sun­gen unter anderem bei Volk­swa­gen statt. Als bei Ford in Köln eben­falls Stel­lenkürzun­gen angekündigt wur­den fuhr die Bun­deswehr vor.

Die Bun­deswehr kam aber nicht, um den betrof­fe­nen Kolleg*innen ihr Bedauern auszus­prechen oder gar Arbeit­splätze zu vertei­di­gen. Nein – sie kamen, um mit ein­er dreis­ten Wer­bekam­pagne neue Soldat*innen für die Inter­essen des deutschen Kap­i­tals zu rekru­tieren.

Statt wie bish­er in den Fab­riken für die Prof­ite der Bosse zu schuften sollen sie sich nun mit ihrem Leben in den Dienst des Kap­i­tals stellen, so will es die Bun­deswehr. Diese Ver­höh­nung der Kolleg*innen bei Ford find­et ihre Ursachen in den weltweit zunehmenden Span­nun­gen, sowohl zwis­chen Chi­na und den USA, als auch in den transat­lantis­che Beziehung. Jet­zt träumt das deutsche Kap­i­tal mit AKK an der Spitze sog­ar von einem deutsch-franzö­sis­chen Flugzeugträger.

Um die deutschen Prof­it­in­ter­essen weltweit zu vertreten, braucht es nicht nur Flugzeugträger, son­dern auch Soldat*innen und Maschinist*innen, um das Kriegs­ma­te­r­i­al in Gang zu hal­ten. Vor allem bei let­zterem hat­te die Bun­deswehr immer wieder mas­sive Schwierigkeit­en. Die Gele­gen­heit ist also gün­stig, um die Ent­las­sungswelle in der Auto­mo­bilin­dus­trie zu nutzen, um gut aus­ge­bildete Fachkräfte für den Krieg zu gewin­nen.

Die Per­spek­tive, nun im Krieg ver­heizt zu wer­den, traf bei den Kolleg*innen auf wenig Gegen­liebe. Dabei war es nur ein kurz­er Vorgeschmack auf das, was unser­er Klasse bevorste­ht. Heute noch in der Fab­rik, mor­gen schon an der Front. Not­falls rekru­tieren sie uns mit Gewalt. Doch wir Arbeiter*innen haben gar keinen Bock, unser Leben für die Belange der deutschen Kapitalist*innen zu opfern. Daher brauchen wir eine bre­ite anti­mil­i­taris­tis­che Kam­pagne die von den Gew­erkschaften getra­gen wer­den. Die Gew­erkschaft für Erziehung und Wis­senschaft (GEW), wehrt sich schon heute gegen das Wer­ben der Bun­deswehr an Schulen. Auch die IG Met­all muss sich der Kam­pagne anschließen. Unsere Parole lautet: “Kein Cent, kein*e Kolleg*in für die Kriegsin­ter­essen des deutschen Mil­i­taris­mus!”

Bei der dro­hen­den Schließung han­delt es sich um einen Gen­er­alan­griff auf unsere Klasse und wir brauchen ein Pro­gramm gegen die Schließun­gen und dafür die bre­ite Sol­i­dar­ität in den Gew­erkschaften, beson­ders in der IG Met­all. Die Schließung von Opel Bochum 2014 muss eine Lehre sein, das Werk wurde von den Gew­erkschaftsspitzen zugun­sten des “heili­gen” Stan­dorts ein­fach geopfert. Es wird aber nicht nur ein Unternehmen tre­f­fen, ger­ade wenn sich die Kon­junk­turzahlen abnehmender Pro­duk­tion in der Auto­mo­bilin­dus­trie bestäti­gen, wenn die inter­na­tionalen Krisen mit Brex­it und Kriegen weit­er zunehmen, geht es uns allen an den Kra­gen. Daher braucht es Sol­i­dar­itätsstreiks gegen schließende Betriebe und die Forderung nach ein­er Ver­staatlichung unter Arbeiter*innenkontrolle.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.