Jugend

Der Kapitalismus kann nicht grün sein! Für eine antikapitalistische Perspektive gegen die Zerstörung unseres Planeten!

In einer Welt, in der der Reichtum von einigen Wenigen zu Armut der großen Mehrheit der Menschheit und zur Zerstörung der Lebensgrundlage auf unserem Planeten führt, reichen kosmetische Veränderungen am System nicht aus. Längst ist eindeutig, dass der Profitzwang des Kapitals das Leben auf der Erde gefährdet. Deshalb treten wir, die antikapitalistische Hochschulgruppe organize:strike, für eine radikale und antikapitalistische Antwort auf den Klimawandel ein.

Der Kapitalismus kann nicht grün sein! Für eine antikapitalistische Perspektive gegen die Zerstörung unseres Planeten!

„Unsere Zivil­i­sa­tion wird dafür geopfert, dass eine sehr kleine Anzahl von Men­schen weit­er­hin enorme Geld­sum­men ver­di­enen kön­nen. Unsere Biosphäre wird geopfert, damit reiche Men­schen in Län­dern wie meinem in Luxus leben kön­nen. Es sind die Lei­den der Vie­len, die für den Luxus der Weni­gen zahlen. Wir müssen die fos­silen Brennstoffe im Boden belassen und uns auf Gerechtigkeit konzen­tri­eren. Und wenn Lösun­gen inner­halb des Sys­tems so schw­er zu find­en sind, soll­ten wir vielle­icht das Sys­tem selb­st ändern.“ (Gre­ta Thun­berg)

In ein­er Welt, in der der Reich­tum von eini­gen Weni­gen zu Armut der großen Mehrheit der Men­schheit und zur Zer­störung der Lebens­grund­lage auf unserem Plan­eten führt, reichen kos­metis­che Verän­derun­gen am Sys­tem nicht aus. Längst ist ein­deutig, dass der Prof­itzwang des Kap­i­tals das Leben auf der Erde gefährdet. Deshalb treten wir, die antikap­i­tal­is­tis­che Hochschul­gruppe organize:strike, für eine radikale und antikap­i­tal­is­tis­che Antwort auf den Kli­mawan­del ein.

1. Kapitalismus und ökologische Nachhaltigkeit sind miteinander unvereinbar.

Die kap­i­tal­is­tis­che Pro­duk­tion­sweise, bei der Energie- und Indus­triekonz­erne sich in pri­vater Hand befind­en, funk­tion­iert nach den Prof­it­in­ter­essen Einzel­ner auf Kosten der Zer­störung unseres Plan­eten. Die Pro­duk­tion in unser­er heuti­gen Gesellschaft richtet sich nicht nach den Bedürfnis­sen der Men­schen und der Natur, son­dern nach den ökonomis­chen Inter­essen einiger Weniger. Kli­mawan­del, Ver­lust von Wäldern und Bio­di­ver­sität, das mas­sive Arten­ster­ben, Ver­lust der Boden­frucht­barkeit sind Fol­gen dieser kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise. Diese zer­störerische Dynamik geht mit direk­ten sozialen und materiellen Ver­schlechterung der Lebens­be­din­gun­gen von Hun­derten Mil­lio­nen Men­schen ein­her, die unter Elend, Arbeit­slosigkeit und Flucht lei­den. Ein nach­haltiger oder grün­er Kap­i­tal­is­mus ist nicht möglich, da die Ursachen für die Kli­makatas­tro­phe in den Wurzeln der Pro­duk­tions- und Eigen­tumsver­hält­nisse dieses Sys­tems liegt. Der einzige wirk­liche Ausweg aus dieser Katas­tro­phe kann nur durch eine Verän­derung dieser Ver­hält­nis­sen und dieses Sys­tems ins­ge­samt stat­tfind­en.

2. Energie- und Industriekonzerne müssen für die Klimakrise zur Verantwortung gezogen werden und für ihre Schäden an Umwelt und Menschheit selbst zahlen.

Konz­erne, die für die aktuelle ökol­o­gis­che Krise ver­ant­wortlich sind, müssen gezwun­gen wer­den, den nöti­gen Umbau der Infra­struk­tur selb­st zu zahlen. Nein zu öffentlichen Sub­ven­tio­nen für Privatkapitalist*innen oder Besteuerung von Kon­sumgütern, die durch die Ver­teuerung der Preise oder Kürzun­gen in der öffentlichen Daseinsvor­sorge finanziert wer­den! Sie führen let­z­tendlich dazu, dass die Kosten auf die arbei­t­ende Bevölkerung und die Jugend abgewälzt wer­den. Durch die bish­er vorgeschla­ge­nen pro-kap­i­tal­is­tis­chen Maß­nah­men – die nur min­male Verän­derun­gen an der aktuellen Kli­makatas­tro­phe brin­gen – soll ermöglicht wer­den, dass die Unternehmen und einzel­nen Kapitalist*innen zuallererst weit­er­hin ihre Prof­ite sich­ern und sog­ar neue Märk­te eröff­nen, wie wir im Fall des Han­dels mit Emis­sion­sz­er­ti­fikat­en sehen. Doch nicht die Aufrechter­hal­tung der Prof­ite wird unseren Plan­eten ret­ten, son­dern radikale Sofort­maß­nah­men, die notwendi­ger­weise genau gegen diese Prof­it­in­ter­essen gerichtet sind, die durch Über- oder Unter­pro­duk­tion, unver­ant­wortliche Nutzung der Natur­res­sourcen, kon­sumori­en­tierte Pro­duk­tion etc. erst zur ökol­o­gis­chen Krise geführt haben. Stattdessen fordern wir eine mas­sive Besteuerung von großen Ver­mö­gen, Banken und Konz­er­nen, um die drin­gend­sten Fol­gen des Kli­mawan­dels zu bekämpfen: Für Forschung und Schutz­maß­nah­men gegen Umwelt- und Wet­terkatas­tro­phen und für die Bere­ini­gung der gewalti­gen Schä­den, die die Wirtschaft unser­er Umwelt zuge­fügt hat.

3. Wir fordern die Kollektivierung von Energiekonzernen unter der Verwaltung von Arbeiter*innen und der demokratischen Kontrolle der gesamten Bevölkerung, um die Produktion ökologisch, nachhaltig und sozial zu gestalten.

Durch den pri­vat­en Besitz im Indus­trie- und Energiesek­tor organ­isieren die Eigentümer*innen dieser Pro­duk­tion­s­mit­tel die gesamt­ge­sellschaftliche Pro­duk­tion nach ihren eige­nen Prof­it­in­ter­essen. Für den Struk­tur­wan­del, der für die Ver­mei­dung der Unbe­wohn­barkeit unseres Plan­eten notwendig ist, bedarf es größer­er Maß­nah­men als punk­tuelle Refor­men, Erle­ichterun­gen, Anre­gun­gen für Kapitalist*innen oder indi­vidu­elle Kon­sumentschei­dun­gen. Der Kampf gegen die Kli­makatas­tro­phe benötigt einen radikalen Wan­del in der Pro­duk­tion­sweise. Energie‑, Verkehr- und weit­ere Schlüs­selsek­toren müssen radikal reor­gan­isiert wer­den: Im Gegen­satz zu ein­er kap­i­tal­is­tis­chen Mark­twirtschaft wäre eine demokratis­che geplante Wirtschaft eine Lösung, die von den Arbeiter*innen selb­st organ­isiert und von der Bevölkerung demokratisch kon­trol­liert wird.

4. Solidarisierung mit Arbeiter*innen und Strukturwandel ohne Nachteile für die Beschäftigten

Die Maß­nah­men, die für den Struk­tur­wan­del einge­set­zt wer­den, dür­fen nicht zum Nachteil der Beschäftigten führen, die in den umweltschädi­gen­den Sek­toren arbeit­en und keine Kon­trolle über die Pro­duk­tion haben. Es sind die Eigentümer*innen dieser Unternehmen, die die Kosten tra­gen müssen. Das bedeutet, dass es keine Abzüge bei den Löh­nen der Beschäftigten geben darf, ein ökol­o­gis­ch­er Umbau der Arbeit­splätze auf Kosten der Konz­erne stat­tfind­en muss und die Arbeit­splätze der Beschäftigten in diesen umgestal­teten Sek­toren garantiert wer­den müssen.

5. Wir fordern, dass die Gewerkschaftsführungen sich mit den Forderungen von Fridays for Future solidarisieren und am 20. September zu einem Generalstreik aufrufen.

Die weltweite Fri­days for Future-Bewe­gung hat gezeigt, dass Mil­lio­nen Men­schen den Kampfeswillen haben, sich gegen die Kli­makatas­tro­phe zu wehren. Um sie zu unter­stützen und tat­säch­lich Maß­nah­men gegen die Kli­makatas­tro­phe gegen die umweltzer­störerischen Unternehmen durchzuset­zen, haben die Arbeiter*innen in Betrieben tat­säch­lich die Kraft, indem sie durch Streiks die Pro­duk­tion lahm­le­gen. Um eben­falls die Regierun­gen unter Druck zu set­zen, brauchen wir die Mobil­isierung bre­it­er Teile der Bevölkerung.

6. Wir fordern offene Grenzen für Geflüchtete.

Nach Angaben der Vere­in­ten Natio­nen gibt es derzeit mehr Geflüchtete, die vor Kli­makatas­tro­phen fliehen, als vor Kriegen: mehr als 20 Mil­lio­nen Men­schen. Aber es wird sog­ar von „Kli­makriegen“ gesprochen, einem Begriff, den der deutsche Sozialpsy­chologe Her­ald Welz­er geprägt hat, um sich auf bewaffnete Kon­flik­te zu beziehen, die durch Verän­derun­gen in der Umwelt, ins­beson­dere durch die glob­ale Erwär­mung, aus­gelöst wer­den. So zum Beispiel der Krieg in Syrien, wo laut ein­er Studie die Dürre zwis­chen 2006 und 2010 dazu beige­tra­gen hat, die im Früh­jahr 2011 aus­ge­broch­ene Krise auszulösen. Während die west­lichen Indus­trielän­der durch ihre enor­men CO2-Emmi­sio­nen und multi­na­tionalen Konz­er­nen, die auch in Periph­erielän­dern die Natur zer­stören, die meis­ten Ver­ant­wor­tung tra­gen, machen sie ihre Gren­zen dicht. In den let­zten Jahren sind über 20.000 Men­schen im Mit­telmeer ertrunk­en. Deshalb ist der Kampf für offene Gren­zen und gegen die Fes­tung Europa ein zen­traler Bestandteil jedes Pro­gramms gegen die Kli­makatas­tro­phe.

Ter­mine

FFF-Demo zum Bun­destag:
Fre­itag, 28.6. 12 Uhr, Invali­den­park, Berlin-Mitte

FFF Del­e­ga­tion zur IG-Met­all Demo #fair­wan­del:
Sam­stag, 29.6.
Tre­ff­punkt: 12:30 Uhr Ebertstraße/Lennéstraße
Kundge­bung: 13:00 Uhr Bran­den­burg­er Tor

3 thoughts on “Der Kapitalismus kann nicht grün sein! Für eine antikapitalistische Perspektive gegen die Zerstörung unseres Planeten!

  1. Monika Domschula sagt:

    Zunächst erst mal ein kom­mu­nales Wohnungssystem.wie in Wien und.anderen Stä-
    dten.Bildungssystem für ganz Deutschlank.
    Ein­heitlich.

  2. Lothar-Erich Kurth sagt:

    Es ist eine Minute vor zwoelf .…

  3. Buswolf sagt:

    Es gibt in diesen Zeilen schon einige Hin­weise auf Forderun­gen, jedoch finde ich, dass es drin­gend notwendig erscheint, einen Forderungskat­a­log zum The­ma Klimawandel/Klimakatastrophe zu entwick­eln. So ist zu sich­ern, dass dieser Forderungskat­a­log zum 20.09.2019 öffentlich gemacht wer­den kann und muss.
    Ich beginne mal mit: (kann jed­erzeit erweit­ert wer­den)
    1.Sofortiger Ausstieg aus der Braunkohle, Europa-und Weltweit.(nicht erst in …zig Jahren)
    2. Sofor­tiger Stopp der weit­eren Abholzung des Regen­waldes und ein 5‑Jahresplan der Wieder­auf­forstung des Regen­waldes mit min­destens ein­er Mil­lion Men­schen zu guten Lohn- und Arbeits­be­din­gun­gen.
    3. 50%-ige Reduzierung des Autow­eltbe­standes, ver­bun­den mit einem ökol­o­gis­chen und umwelt­gerecht­en Zer­lege­mech­a­nis­mus der Auto‘s.
    4. Kosten­los­er Aus­bau des Nah-und Fer­n­verkehrs in Europa und allen anderen großen Indus­trien­atio­nen.

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