Frauen und LGBTI*

Das Gesicht der Prekarisierung ist weiblichw

aus dem Flug­blatt Brot und Rosen Nr. 4 | PDF

Das Gesicht der Prekarisierung ist weiblichw

// aus dem Flug­blatt Brot und Rosen Nr. 4 // PDF //

Von einem Mini­job zum anderen het­zen, neben­bei noch die Kinder ver­sor­gen und den Haushalt schmeißen und sich mit dem Amt oder dem Unter­halt herum­schla­gen – so sieht der All­t­ag viel­er Frauen in Deutsch­land aus. Weib­liche Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen sind in beson­derem Maße dem Prozess der Prekarisierung aus­ge­set­zt, mit befris­teten Verträ­gen, schlecht­en Löh­nen, Teilzeitar­beit und einem großen Druck zur „Flex­i­bil­ität“. Beson­ders junge und migrantis­che Frauen lei­den unter diesen Bedin­gun­gen.

Im Jahr 2014 waren 64,3% der ger­ingfügig Beschäftigten und 83% der Teilzeitbeschäftigten Frauen – wobei viele von ihnen lieber einen Vol­lzeitjob hät­ten. Knapp 10% der Frauen haben befris­tete Verträge. Dazu kommt noch der generelle Loh­nun­ter­schied zwis­chen Män­nern und Frauen, der ins­ge­samt durch­schnit­tlich 23% und im gle­ichen Job 8% beträgt.

Durch diese Bedin­gun­gen wird eine ökonomis­che Abhängigkeit viel­er Frauen von Män­nern erzeugt – eine Sit­u­a­tion, die mit Gle­ich­berech­ti­gung nichts zu tun hat und durch die es Frauen beispiel­sweise auch erschw­ert wird, sich gegen häus­liche und sex­uelle Gewalt zu wehren. Durch die ungle­iche ökonomis­che Sit­u­a­tion von Män­nern und Frauen wird die Unter­drück­ung von Frauen auch immer wieder repro­duziert. Ide­ol­o­gisch zemen­tiert wird diese Unter­drück­ung durch die Vorstel­lung, Arbeit, die als als „weib­lich“ gilt, sei weniger wert – weil sie ja oft auch unbezahlt (und somit im kap­i­tal­is­tis­chen Kon­text „wert­los“) im Haushalt aus­ge­führt wird.

Gegen ihre schlecht­en Arbeits­be­din­gun­gen begin­nen sich aber auch immer mehr Arbeiter*innen zu organ­isieren. So kam es in den let­zten Jahren immer wieder zu Streiks in prekären Sek­toren, wie bei Ama­zon oder im Einzel­han­del – let­zter­er ein Bere­ich, in dem vor allem Frauen beschäftigt sind. Gegen Prekarisierung kön­nen wir uns also auch zur Wehr set­zen!

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