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Chile: Studierende und Schüler*innen gehen in die Offensive [Fotogalerie]

Fünf Jahre nach den massiven Studierendenprotesten gehen Schüler*innen und Studierende im Andenland erneut für kostenlose und bessere Bildung auf die Straßen.

Chile: Studierende und Schüler*innen gehen in die Offensive [Fotogalerie]

Es sollte das Jahr der “stu­den­tis­chen Offen­sive” wer­den. Das hat­te das höch­ste Organ der Studieren­den­be­we­gung, die Vere­ini­gung der Studieren­den von Chile (Con­fech), zu Beginn des Jahres verkün­det. Denn auch fünf Jahre nach­dem Hun­dert­tausende Studierende mit monate­lan­gen Beset­zun­gen und Streiks für kosten­lose Bil­dung gekämpft hat­ten, wur­den ihre Forderun­gen nicht erfüllt.

Zwar hat­te die Präsi­dentin Michelle Bachelet von der Mitte-Links-Koali­tion Nue­va May­oría, an der erst­mals die zuvor oppo­si­tionelle Kom­mu­nis­tis­che Partei Chile (PCCh) beteiligt war, eine große Bil­dungsre­form ver­sprochen. Ein Ker­nele­ment dieser Reform war die “Kosten­losigkeit” der Ober­schul- und Hochschul­bil­dung.

Doch die chilenis­che Bour­geoisie mit ihren Medi­en und der recht­en Oppo­si­tion vertei­digten das pri­vate Bil­dungssys­tem, das zu den teuer­sten weltweit gehört. Die Ver­mark­tung der Bil­dung war das let­zte große Ver­mächt­nis des Mil­itärdik­ta­tors Augus­to Pinochet.

Die nach­fol­gen­den “demokratis­chen” Regierun­gen ver­wal­teten das neolib­erale Erbe Pinochets, das pri­vate Renten- und Gesund­heitssys­tem sowie ein Arbeit­srecht, das kein Streikrecht vor­sieht und Gew­erkschaften behin­dert. Und so blieb auch von der Bil­dungsre­form Bachelets nach Ver­hand­lun­gen im kor­rupten Par­la­ment nicht viel übrig. Die Mehrheit der Abge­ord­neten aller Parteien sind in Kor­rup­tions­fälle ver­strickt, in denen Großun­ternehmen ihre Gewinne vor der Steuer ver­steck­ten und Politiker*innen bestachen, Geset­ze in ihrem Inter­esse zu beschließen.

Die Reform hält sowohl die Sub­ven­tion pri­vater Bil­dung­sein­rich­tun­gen als auch die Möglichkeit, Prof­ite zu machen, aufrecht. Und nur ein klein­er Teil der Studienanfänger*innen hat Zugang zum kosten­freien Studi­um. All das ist weit von dem ent­fer­nt, was die Studieren­den­be­we­gung seit 2011 forderte: Ende des Geschäfts mit der Bil­dung, Stopp der Finanzierung pri­vater Schulen und Uni­ver­sitäten, kosten­lose Bil­dung für alle.

Seit­dem nahm der Kampf der Studieren­den­be­we­gung mit Auf und Abs das Zen­trum der poli­tis­chen Debat­te ein. In diesem Jahr fan­den mehrere große Demon­stra­tio­nen darunter eine mit 100.000 Teilnehmer*innen sowie gemein­same Mobil­isierun­gen mit Arbeiter*innen wie zulet­zt am 31. Mai anlässlich eines Gen­er­al­streiks des Gew­erkschafts­dachver­ban­des CUT statt. Am ver­gan­genen Woch­enende rief die Con­fech den unbe­fris­teten Streik im ganzen Land aus. Seit­dem sind 31 Schulen beset­zt und 77 Stu­di­engänge wer­den bestreikt oder beset­zt, Ten­denz steigend.

In großen Vol­lver­samm­lun­gen disku­tieren die Studieren­den die Sit­u­a­tion und beschließen ihre näch­sten Schritte. Am 9. Juni wird es die näch­ste große Demon­stra­tion geben. Sie wird ein Gradmess­er sein, ob sich die aktuelle Bewe­gung ausweit­en wird und an die bewegten Tage von 2011 anknüpfen kann. Die Fotos bieten einen Ein­blick in die Ver­samm­lun­gen, Beset­zun­gen und Mobil­isierun­gen der Schüler*innen und Studieren­den der let­zten Monate.

Schüler*innen zeigen sich solidarisch mit kämpfenden Fischer*innen

Schüler*innen zeigen sich sol­i­darisch mit kämpfend­en Fischer*innen

"Für die kostenlose Bildung ist die Rebellion gerechtfertigt!!!"

“Für die kosten­lose Bil­dung ist die Rebel­lion gerecht­fer­tigt!!!”

Schülerinnen der Mädchenschule Liceo 1

Schü­lerin­nen der Mäd­chen­schule Liceo 1

Mit Stühlen werden die Eingänge verbarrikadiert.

Mit Stühlen wer­den die Eingänge ver­bar­rikadiert.

Thema der Demonstration: "Gegen die Bildungsreform"

The­ma der Demon­stra­tion: “Gegen die Bil­dungsre­form”

"Treib das Geschäft [mit der Bildung] ab"

“Treib das Geschäft [mit der Bil­dung] ab”

Am 27. April demonstrierten 100.000 Menschen

Am 27. April demon­stri­erten 100.000 Men­schen

Jede Fakultät hat ihr eigenes Transparent

Jede Fakultät hat ihr eigenes Trans­par­ent

Nahegelegene Uni's demonstrieren gemeinsam

Nahegele­gene Uni’s demon­stri­eren gemein­sam

Auf den Vollversammlungen werden die nächsten Schritte beschlossen

Auf den Vol­lver­samm­lun­gen wer­den die näch­sten Schritte beschlossen

Massive Versammlung an der Geschichtsfakultät der U. de Chile

Mas­sive Ver­samm­lung an der Geschichts­fakultät der U. de Chile

Polizeirepression ist allgegenwärtig

Polizeire­pres­sion ist all­ge­gen­wär­tig

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