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Berlin: 1500 Menschen sagen Nein zum Krieg in Afrin!

Seitdem am Wochenende die türkische Armee in Nordsyrien/Rojava einmarschierte, gibt es lautstarke Proteste gegen diese neuerliche Aggression des türkischen Staates. In ganz Deutschland fanden Demonstrationen gegen diesen Krieg statt.

Berlin: 1500 Menschen sagen Nein zum Krieg in Afrin!

Seit Wochen gab es die Dro­hun­gen seit­ens des Staat­spräsi­den­ten Recep Tayyip Erdo­gan (AKP) — seit Fre­itag läuft die Mil­itär­op­er­a­tion “Oliven­zweig”. Damit ist nichts anderes als die mil­itärische Aggres­sion gegen die mehrheitlich kur­dis­che Bevölkerung in Afrin gemeint. Afrin ist ein Kan­ton im Nord­west­en Syriens und wird von den lokalen Kräften der YPG/YPJ organ­isiert. Das türkische Mil­itär begann mit Bom­barde­ments auf die Stel­lun­gen der YPG, wobei aber auch Zivilist*innen getötet wur­den.

Gegen diesen Krieg gin­gen am Sam­stag in Berlin rund 1500 Men­schen kämpferisch durch die Straßen Neuköllns und Kreuzbergs, um gegen das Han­deln des türkischen Staates zu protestieren. Laut­stark und motiviert äußerten die Teil­nehmenden ihre Sol­i­dar­ität mit der Bevölkerung in Afrin. An nation­al­is­tis­chen Pro­voka­tio­nen während der Demo man­gelte es nicht, jedoch gab es keine größeren Eskala­tio­nen auf­grund des vor­bildlichen Ord­nungs­di­en­stes seit­ens der kur­dis­chen Organ­i­sa­tio­nen.

Es ist ein weit­er­er ver­brecherisch­er Krieg seit­ens des türkischen Staates gegen die nationalen Min­der­heit­en, der die Unter­w­er­fung der lokalen Bevölkerung unter sein­er Kon­trolle zum Ziel hat. Für dieses skan­dalöse Ver­brechen ist dem blutrün­sti­gen türkischen Staat nichts zu schade: Auf Bildern war zu sehen, wie etliche Busse mit islamistis­chen Kämpfern sich auf den Weg nach Afrin macht­en. In Ver­bund mit diesen bar­barischen Ban­den und mit deutschen Panz­ern will die Türkei jegliche demokratis­chen Errun­gen­schaften in Roja­va zer­stören.

Auch mit Boden­trup­pen marschierten die türkischen Trup­pen über die Gren­ze. Möglich ist das alles nur, weil vor allem der deutsche Impe­ri­al­is­mus der Türkei den Rück­en stärkt und Rus­s­land den vor ihm kon­trol­lierten Luftraum über Afrin für die türkische Luft­waffe freigab. Diese neuer­liche Eskala­tion ist eine Kon­ti­nu­ität der jün­geren und älteren Ver­gan­gen­heit des Bürger*innenkrieges in Syrien, wobei die Türkei stets gegen die nationalen Min­der­heit­en vorge­ht und vor Mas­sak­ern und Vertrei­bun­gen nicht zurückschreckt. Passend dazu ist, dass alle türkischen Parteien bis auf die HDP diesen Krieg unter­stützen und den Sol­dat­en alles Gute wün­scht­en. Eben­so wur­den alle Demon­stra­tio­nen und Kundge­bun­gen unter dem immer noch vorherrschen­den Aus­nah­mezu­s­tand ver­boten und von der Polizei ange­grif­f­en.

Auch am Son­ntag ver­sam­melte sich die kur­dis­che Gemeinde am Bran­den­burg­er Tor, um weit­er­hin aktiv auf den Straßen zu bleiben. Denn vor allem in Deutsch­land ist es essen­tiell, Hand in Hand mit den kur­dis­chen Organ­i­sa­tio­nen gegen diesen Krieg zu demon­stri­eren. Es ist Deutsch­land, das die Türkei mit finanziellen und mil­itärischen Mit­teln ausstat­tet und diese Mil­itär­op­er­a­tion erst in dieser Form möglich macht. Es ist kein Zufall, dass erst vor weni­gen Wochen der türkischen Außen­min­is­ter Mevlüt Cavu­soglu im Dom­izil des geschäfts­führen­den deutschen Außen­min­is­ters Sig­mar Gabriel emp­fan­gen wurde.

Es wird auch in den näch­sten Tagen und Wochen zu weit­eren Mobil­isierun­gen kom­men, wobei es für Revolutionär*innen eine Pflicht sein wird, dass sie daran teil­nehmen.

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