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Aufstände und Tote im Irak

Auch im Irak gibt es seit Wochen Unruhen. Die Forderungen der Demonstrierenden in Bagdad ähneln denen in Santiago de Chile. Ein kurzer Bericht zu den letzten Tagen von Ammar Almayali, Mediendesigner und politischer Aktivist.

Aufstände und Tote im Irak

Bei Protesten gegen die Regierung im Irak sind erneut mehrere Men­schen getötet wor­den. Allein in der im Zen­trum des Lan­des gele­ge­nen mehrheitlich schi­itis­chen Stadt Ker­bela star­ben in der Nacht zum Dien­stag Sicher­heit­skreisen zufolge min­destens 30 Men­schen. Außer­dem seien 865 Per­so­n­en ver­let­zt wor­den.

In Bag­dad und den übri­gen südlichen Prov­inzen des Irak protestieren seit dem 1. Okto­ber immer wieder Zehn­tausende gegen die Ver­schlechterung der wirtschaftlichen Lage des Lan­des und die Aus­bre­itung von Kor­rup­tion und Arbeit­slosigkeit. Die irakische Men­schen­recht­skom­mis­sion gab am Sam­stagabend, dem 26. Okto­ber, bekan­nt, dass allein in den let­zten zwei Tagen der Demon­stra­tio­nen 63 Men­schen getötet und 2592 ver­let­zt wur­den.

Die Forderun­gen der Demonstrant*innen erre­icht­en den Rück­tritt der Regierung von Adel Abdul Mah­di, die Bil­dung ein­er Über­gangsregierung und vorge­zo­gene Wahlen. Die Demonstrant*innen verurteil­ten auch die iranis­che und saud­is­che Ein­mis­chung in den Irak.  Sicher­heit­skräfte set­zten diese Demon­stra­tio­nen extremer Gewalt aus. Außer­dem wur­den viele Demon­stri­erende festgenom­men und das Inter­net abgeschal­tet. Inzwis­chen gehen die Proteste auch gegen die religiöse Elite des Lan­des. Es wer­den Forderun­gen nach ein­er Tren­nung von Staat und Reli­gion immer lauter. Weit­er­hin fordern die Demon­stri­eren­den unter anderem eine staatliche Strom- und Trinkwasserver­sorgung, eine funk­tion­ierende Gesund­heitsver­sorgung und eine bessere Finanzierung der Bil­dung.

Ausgangssperre in Bagdad verhängt

Es sind die tödlich­sten Unruhen im Irak seit dem Ende des Bürg­erkriegs gegen den IS im Dezem­ber 2017. Ein Schw­er­punkt der Demon­stra­tio­nen ist Bag­dad, wo die Sicher­heit­skräfte am Mon­tag nach vier aufeinan­der­fol­gen­den Protest­ta­gen hart gegen Student*innen und Schüler*innen vorge­gan­gen waren.

Angesichts der andauern­den Beset­zung des Bag­dad­er Tahrir-Platzes durch Tausende Demonstrant*innen ver­hängte die irakische Armee am Mon­tag eine nächtliche Aus­gangssperre für die Haupt­stadt. Diese gelte “bis auf weit­ere Anord­nung” für die Zeit von Mit­ter­nacht bis sechs Uhr, hieß es in ein­er Mit­teilung der Armee.

One thought on “Aufstände und Tote im Irak

  1. zainab mahdi sagt:

    بنات نشرو ه الهاشتاك وويا الفديو على صفحه اليونيسيف
    UNICEF UNICEF
    💔🇮🇶
    why are you silent? We in Iraq are sub­ject­ed to a lot of injus­tice, many peo­ple went out to demon­strate to demand their rights
    The gov­ern­ment fired live ammu­ni­tion at them and used tear gas, killing and injur­ing peo­ple
    #Save_the_Iraqi_people 💔🇮🇶 UNICEF
    @hrw
    @UN
    @UNHumanRights
    #help_to_stop_using_internationaly_prohibited_grenades_against_peaciful_iraqi_protesters_who_are_using_their_constitutional_Right_to_protest
    #Iraqi_Peaciful_Revolution_against_corruption
    #Iraqi_young_people_using_their_rights
    #Save_the_Iraqi_people

    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2477496425853579&id=1616134021989828&sfnsn=mo&d=n&vh=e

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