Unsere Klasse

Auf zum Warnstreik!

Am Freitag streiken in Berlin die Beschäftigten der BVG. Wir spiegeln hier die Stellungnahme der Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv.

Auf zum Warnstreik!

Fre­itag, Betrieb­s­be­ginn (ca. 3:30 Uhr) bis 12 Uhr
Kundge­bung um 8:30 Uhr in der Holz­mark­t­straße

Am Fre­itag ist es so weit! Zum ersten Mal seit Jahren treten wir in den Warn­streik! Da wer­den wir zeigen, dass wir mit unser­er Arbeit die ganze Stadt am Laufen hal­ten. Die BZ titelt schon: „Das Herz ste­ht still.“

Der rot-rot-grüne Sen­at und das Abge­ord­neten­haus von Berlin tra­gen hier die Ver­ant­wor­tung. Er entschei­det über den Nahverkehr. Ein CDU-SPD-Sen­at hat damals die Aus­grün­dung der Fahr­di­en­st­tochter BT beschlossen. Ein SPD-Linkspartei-Sen­at hat den TV-Niedriglohn durchge­set­zt.

Die Vorstände erzählen uns und der Öffentlichkeit eine Unwahrheit nach der näch­sten. Jet­zt erzählen diese „Führungskräfte“, es gäbe kein Geld für unsere Löhne. Die Vor­standsvor­sitzende sackt sich für ihre Kaputts­par­erei allerd­ings schon­mal fast eine halbe Mil­lion Euro ein.

Die Forderun­gen sind mehr als berechtigt und bere­its ein Kom­pro­mis­sange­bot an Sen­at und Man­age­ment.

Wir brauchen 36,5 Stun­den für Alle (selb­stre­dend bei vollem Lohnaus­gle­ich). Wir brauchen die Wieder­an­erken­nung der Pausen als Teil des bezahlten Arbeit­stags. Wir brauchen höhere Löhne und eine Neuord­nung der Lohntabelle. Schließlich haben sich unsere Arbeits­be­din­gun­gen und Real­löhne mas­siv ver­schlechtert.

Das ist der Haupt­grund, weshalb der öffentliche Nahverkehr in Berlin kaputt geht.

Solidarität

Am Mittwoch streik­ten auch die Lan­des­beschäftigten (TV‑L). Davon sind Schulen, Kitas und Behör­den betrof­fen. Eben­falls seit Mittwoch sind die Therapeut*innen von der Char­ité im Streik. Sie sind über die aus­gegliederte Tochter­fir­ma CPPZ beschäftigt. Wir soll­ten uns den Kolleg*innen dieser Lan­des­be­triebe anschließen. Schluss mit dem Kaputts­paren der ganzen öffentlichen Daseinsvor­sorge!

Wir schla­gen, neben öffentlichen Erk­lärun­gen, ganz prak­tisch vor, diese zwei großen Streiks zusam­men­zule­gen. Schließlich sind wir alle in der gle­ichen Gew­erkschaft.

Wir müssen den Fahrgästen deut­lich erk­lären, dass wir antreten, um den Nahverkehr zu ret­ten. Die Fahrgäste und wir sind gemein­sam die Lei­d­tra­gen­den der Des­or­gan­i­sa­tion des haupt­städtis­chen ÖPNV durch den Berlin­er Sen­at und sein BVG-Man­age­ment.

Von uns muss eine starke Sol­i­dar­ität aus­ge­hen. Denn nur wenn wir mas­siv öffentlich sol­i­darisch sind, wer­den wir gegen die inten­sive Kam­pagne ankom­men, die das BVG-Man­age­ment, Poli­tik­er und in der Presse gegen uns gemacht wer­den wird.

Wenn die zehn­tausenden Lan­des­beschäftigten und dann fast alle Berliner*innen hin­ter uns ste­hen, sind wir unbe­sieg­bar.

Streikversammlungen

Vor allem wollen wir, dass alle Streik­enden direkt selb­st über den Kampf entschei­den. Schließlich wis­sen wir am besten, was nötig ist. Und nur so kann sichergestellt wer­den, dass der Kampf erfol­gre­ich wird. Denn durch Bevor­mundung wird nie­mand aktiviert. Außer­dem wird durch dieses demokratis­che Vorge­hen die Spal­tung der Belegschaft in die ver­schiede­nen Gew­erkschaft­sor­gan­i­sa­tio­nen über­wun­den, die son­st nur den Bossen nutzt.

Dazu benöti­gen wir akut: Streikver­samm­lun­gen. Wenn wir am Fre­itag alle gemein­sam vor der BVG-Zen­trale ste­hen, wäre das schon eine erste Gele­gen­heit. Alle Streik­enden sind schon mal an einem Ort ver­sam­melt. Dann brauchen wir ein offenes Mikro­fon. So kön­nen wir disku­tieren und mit Abstim­mungen entschei­den.

Frauentag

Ganz wichtig wäre aus unser­er Sicht auch ein Streik­tag am 8. März (Inter­na­tionaler Frauenkampf­tag). Mil­lio­nen Kolleg*innen haben let­ztes Jahr weltweit gestreikt. Dieses Jahr soll es auch in Deutsch­land Streik-atio­nen und Proteste geben. Auch vor diesem Hin­ter­grund wurde der 8. März dieses Jahres neuerd­ings vom Sen­at in Berlin zum Feiertag erk­lärt. Wir soll­ten diese Gele­gen­heit nutzen und am 8. März einen Warn­streik durch­führen! Denn dass im „fam­i­lien­fre­undlichen“ Betrieb mit der „Frauenpreis“-Trägerin Nikut­ta unerträgliche Bedin­gun­gen herrschen, gehört zu unserem Tar­ifkampf dazu. Und wir BVGer*innen kön­nten dafür sor­gen, dass es in Berlin einen extrem sehenswerten Frauen­streik (mit Män­nern gemein­sam) gibt.

Organisieren

Über die let­zten Jahre sind viele BVGer*innen aus ver.di aus­ge­treten – aus Frust, dass die Gewerkschaftsfunktionär*innen die Ver­schlechterun­gen der Arbeits­be­din­gun­gen mit­gestal­tet haben. Das kön­nen wir nachvol­lziehen, aber hal­ten das für den abso­lut falschen weg. Ja, die ver.di-Führung agiert sozial­part­ner­schaftlich und bürokratisch. Aber wenn wir unor­gan­isiert sind, sind wir noch schwäch­er.

Deswe­gen organ­isieren wir uns als ver.di aktiv als Basis­mit­glieder der Gew­erkschaft für einen kämpferischen Kurs!

Wir wollen keine faulen Kom­pro­misse. Wir wollen mas­siv Druck machen und streiken bis zur Durch­set­zung der beschei­de­nen Forderun­gen!

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