Welt

Argentinien: Massive Kundgebung zur Unterstützung der Rebellion in Chile und gegen den Putsch in Bolivien

Am vergangenen Samstag hörten Tausende von Arbeiter*innen und Jugendlichen in Buenos Aires Anführer*innen der chilenischen Rebellion zu. Es gab auch ein Grußwort aus Bolivien. Myriam Bregman und Nicolás Del Caño, Anführer*innen der Partei Sozialistischer Arbeiter*innen (PTS) und der Front der Linken – Einheit schlossen die Kundgebung ab.

Argentinien: Massive Kundgebung zur Unterstützung der Rebellion in Chile und gegen den Putsch in Bolivien

Einen Monat nach Beginn der Rebel­lion in Chile und eine Woche nach dem Putsch in Bolivien war das über­dachte Sta­dion von Fer­ro­car­ril Oeste in der Stadt Buenos Aires am ver­gan­genen Woch­enende der Schau­platz ein­er großen Kundge­bung des Kampfes und der inter­na­tionalen Sol­i­dar­ität.

Neben der großen Menge, die das Sta­dion füllte, kon­nte die Kundge­bung bei ver­schiede­nen Aktiv­itäten in ganz Argen­tinien sowie in Chile, Bolivien, dem Spanis­chen Staat, Frankre­ich, den Vere­inigten Staat­en, Deutsch­land und anderen Län­dern live ver­fol­gt wer­den.

Tausende von Arbeiter*innen und Jugendlichen kon­nten die Reden von drei Referent*innen der chilenis­chen Rebel­lion hören. Die kraftvollen Reden dieser Anführer*innen der Studieren­den- und Arbeiter*innenbewegung von San­ti­a­go, Val­paraí­so und Antofa­gas­ta (Mit­glieder der Partei Rev­o­lu­tionär­er Arbeiter*innen (PTR)) waren die Höhep­unk­te des Nach­mit­tags. Das Pub­likum war auch bewegt vom Gruß­wort ein­er der Anführerin­nen der boli­vian­is­chen Frauen­be­we­gung, ein­er Aktivistin der Liga Rev­o­lu­tionär­er Arbeiter*innen (LOR-CI), die den rechts­gerichteten Putsch verurteilte.

Die Anführer*innen der argen­tinis­chen Partei Sozial­is­tis­ch­er Arbeiter*innen (PTS), Myr­i­am Breg­man und Nicolás del Caño, schlossen die Kundge­bung ab, indem sie die inter­na­tion­al­is­tis­che Sol­i­dar­ität zur Unter­stützung der chilenis­chen Rebel­lion und gegen den Putsch in Bolivien ver­stärk­ten.

In der Kundge­bung kam auch eine scharfe Kri­tik an der Rolle der reformistis­chen und “pro­gres­siv­en” Strö­mungen in der Region zum Aus­druck. Sie schränken die Antworten der Massen­be­we­gung auf die voran­schre­i­t­ende Rechte ein und rufen zu einem “Dia­log” mit denen auf, die gegen die Rechte der armen Massen und der Arbeiter*innen vorge­hen.

In diesem Rah­men bekam der Aufruf zum Auf­bau ein­er sozial­is­tis­chen Alter­na­tive der Arbeiter*innen, um die Massen­re­bel­lio­nen zum Sieg zu führen und die Kapitalist*innen für die Krise bezahlen, ein beson­deres Gewicht. Es benötigt eine starke rev­o­lu­tionäre Partei, die in der Lage ist, angesichts der großen lan­desweit­en Auf­stände mit der Per­spek­tive einzu­greifen, dass die Unter­drück­ten siegen kön­nen.

Anführer*innen von Parteien, die Teil der Front der Linken – Ein­heit sind, nah­men eben­falls an der wichti­gen Kundge­bung teil: Vil­ma Ripoll und Ser­gio Gar­cía (MST), Lau­ra Mar­rone (IS), Miguel Bravet­ti und Aman­da Martín (PO). Weit­ere Teilnehmer*innen waren Menschenrechtsaktivist*innen, Intellek­tuelle, Gewerkschaftsführer*innen, Anführerin­nen der Frauen­be­we­gung und Tausende von jun­gen Schüler*innen, Studieren­den und Auszu­bilden­den.

“Möge die chilenische Rebellion ganz Lateinamerika inspirieren”


Die erste auf der Bühne war Beat­riz Bra­vo, eine junge Postar­bei­t­erin aus Chile. Ein Video präsen­tierte sie, aber das Beein­druck­end­ste war der Emp­fang der­jeni­gen, die das Sta­dion füll­ten: “Chilenis­che Geschwis­ter, senkt nicht die Fah­nen, hier sind wir bere­it, die Bergkette zu über­queren!”

Beat­riz erzählte, wie der Kampf, der mit der Fahrpreis­er­höhung bei der U‑Bahn begann, zu ein­er Infragestel­lung des gesamten poli­tis­chen und sozialen Regimes wurde. “Deshalb hat sich unser Schrei ver­wan­delt: Es sind nicht 30 Pesos, es sind 30 Jahre!“Das löste den ersten Jubel des Nach­mit­tags aus.

Sie erk­lärte auch die Wut ihrer Gen­er­a­tion. “Unser­er Jugend wird gesagt, dass wir kein Recht auf irgen­det­was haben. Dass wir uns ver­schulden müssen, wenn wir studieren wollen, während unsere Ver­wandten ster­ben, während sie auf die Behand­lung in Kranken­häusern warten. Unsere Großel­tern führen die Selb­st­mor­drate an. Sie haben uns alles gestohlen!”, sagte Bra­vo.

Die junge Arbei­t­erin verurteilte die Repres­sion der Armee und merk­te an, dass es sich um die gle­iche Rechte und das gle­iche Mil­itär han­delt, die den Putsch und die Repres­sion in Bolivien durchge­führt haben. “Impe­ri­al­is­mus raus aus Lateinameri­ka!”, rief sie zusam­men mit dem gesamten Sta­dion. Und sofort vib­ri­erten die Tribü­nen, die von der Jugend beset­zt waren, wo nie­mand sitzen blieb: “Wer nicht hüpft, ist ein Bulle!”

Bra­vo erzählte von der poli­tis­chen Debat­te, die von der PTR und La Izquier­da Diario Chile gegen die“parlamentarische Küche” und den Ver­such, die Rebel­lion abzu­lenken, vor­angetrieben wird. “Die tra­di­tionellen Parteien, von der Recht­en, der ehe­ma­li­gen Con­certación [Mitte-Links-Koali­tion, A.d.Ü.] bis hin zur reformistis­chen Frente Amplio, schlossen hin­ter dem Rück­en der demon­stri­eren­den Men­schen einen Pakt. Sie wollen die Sou­veränität überge­hen, die wir als arbei­t­ende Massen auf­bauen wollen, damit es nicht zu ein­er tief­greifend­en Verän­derung kommt, wie wir sie wollen. Wir wollen, dass Chile das Grab des Neolib­er­al­is­mus wird. Und dass diese Kraft alle Jugendlichen und Völk­er Lateinamerikas inspiri­ert, diesem Scheißsys­tem ein Ende zu set­zen.”

Sie erk­lärte den Kampf, der geführt wurde, um den Kampf fortzuset­zen, damit Piñera gestürzt wird und eine Freie und Sou­veräne Ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung erkämpft wer­den kann.

“Die Arbeiter*innenklasse ist vere­int und hat keine Gren­zen”, lautete der Chor, mit dem das Sta­dion “Bea“verabschiedete.

“Es gibt Sektoren, die einen Dialog mit einer Regierung fordern, die Blut an den Händen hat”

Dann war Lyam Riveros an der Rei­he, ein junger Stu­dent der Uni­ver­sität von Val­paraiso. “Ich bin gekom­men, um euch den Gruß der furcht­losen Jugend Chiles zu brin­gen. Es war die Jugend, die den Funken der chilenis­chen Massen­re­bel­lion ent­fachte. Wir haben keine Angst mehr. Wir organ­isieren uns, um dieses von der Dik­tatur über­nommene Regime zu stürzen. Wir haben Dreck­sjobs, viele von denen, die kämpfen, müssen arbeit­en, um ihr Studi­um zu bezahlen. Wir kämpfen gegen die Prekar­ität der Arbeit, zu der uns diese Regierung der Bosse drängt.” So fasste er den Zorn, aber auch die Rebel­lion sein­er Gen­er­a­tion zusam­men.

Lyam kri­tisierte auch die Rolle der Kom­mu­nis­tis­chen Partei (KP) und dieFrente Amplio in den Studieren­de­nor­gan­i­sa­tio­nen und erzählte, wie die PTR die Selb­stor­gan­i­sa­tion vorantreibt.Dabei hob er die Rolle der Not­fall- und Sicher­heit­skomi­tees her­vor.

Die Tribü­nen unter­brachen ihn für einen Moment: “Sie wird enden, sie wird ster­ben, die stu­den­tis­che Bürokratie!”

Aber die Verurteilung ging über die Rolle dieser Parteien in der Student*innenbewegung hin­aus. Lyam verurteilte, wie die KP und die Frente Amplio “zum Dia­log mit der Regierung aufrufen, die unsere Genoss*innen ermordet und unter­drückt hat”. Dann machte er es ganz klar: “Wir sind nicht irgen­deine Jugend, son­dern wir wollen eine rev­o­lu­tionäre Jugend auf­bauen, die sich mit der Arbeiter*innenbewegung vere­int. Wir sind eine inter­na­tion­al­is­tis­che Jugend, denn wir sind Geschwis­ter des boli­vian­is­chen Volkes, das sich dem Putsch ent­ge­gen­stellt, des ecuado­ri­an­is­chen Volkes, das gegen Lenin Moreno und den IWF rebel­liert hat, der­jeni­gen, die sich gegen Bol­sonaro in Brasilien oder gegen das IWF-Regime stellen, dem ihr in Argen­tinien gegenüber­ste­ht. Deshalb fordern wir die argen­tinis­che Jugend auf, sich zu organ­isieren und sich an Chile ein Beispiel zu nehmen.”

Der Aufruf zur Organ­isierung der Jugend gegen Kap­i­tal­is­mus und Impe­ri­al­is­mus bewegte das ganze Sta­dion.

“Wir haben die Kraft, Piñera rauszuwerfen, lasst uns die Koordinationsinstanzen vervielfachen”

Der let­zte Red­ner aus Chile war Nicolás Bus­ta­mante, ein Arbeit­er und Anführer der Rebel­lion in Antofa­gas­ta. Er erzählte von den Erfahrun­gen des Not­fall- und Sicher­heit­skomi­tees, “ein Organ der Selb­stor­gan­isierung, die wir von der Lehrer*innengewerkschaft zusam­men mit Jugendlichen, Arbeiter*innen aus der Bil­dung, Gesund­heit, Indus­trie und Han­del, Anwohner*innen und Akademiker*innen fördern.”

Nicolás betonte den Kampf zur Förderung von Koor­dinierungsin­stanzen, um die Sek­toren im Kampf zu organ­isieren. “Wir haben die nötige Kraft, die Regierung zu vertreiben und dem Pinochet-Regime ein Ende zu set­zen. Wir müssen die Koor­dinierungsin­stanzen an den Stu­di­en- und Arbeit­sorten vervielfachen. Nur so kann eine ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung durchge­set­zt wer­den, die wirk­lich frei und wirk­lich sou­verän ist, so dass wir, die Mil­lio­nen, die auf der Straße waren, über die wirk­lichen Prob­leme entschei­den, unter denen die Arbeiter*innen, die Jugendlichen, die Frauen und die Mapuche-Nation lei­den.”

Wie Bra­vo es bere­its getan hat­te, verurteilte Bus­ta­mante die “par­la­men­tarische Küche”. “Entwed­er schre­it­en der insti­tu­tionelle Umweg und die Täuschung der par­la­men­tarischen Küche voran, wie meine Genossin Bea sagte, oder die Selb­stor­gan­isierung, d.h. die Organ­isierung und der Auf­bau der Macht der Arbeiter*innen und der Massen, um diesen dreißig Jahren des Neolib­er­al­is­mus ein Ende zu set­zen: Der Moment, die Geschichte zu verän­dern und alles umzuw­er­fen, ist jet­zt!”

Würdigung von Eduardo Molina

Ein weit­er­er emo­tionaler Moment war der Video-Trib­ut an Eduar­do Moli­na, dem kür­zlich ver­stor­be­nen PTS-Kämpfer.

Eduar­do wurde durch viele Jahre der Mil­i­tanz nicht nur zu einem der wichtig­sten Intellek­tuellen des Trotzk­ismus in Lateinamer­ka. Er half auch beim Auf­bau der Liga Rev­o­lu­tionär­er Arbeiter*innen (LOR-CI), der Schwes­t­eror­gan­i­sa­tion der PTS in Bolivien, die heute gegen den Putsch kämpft.

Nieder mit dem Putsch in Bolivien: eine Nachricht aus La Paz

Nach­dem das gesamte Sta­dion Bilder von dem, was in Bolivien passiert, gese­hen hat­te, kon­nte es eine Nachricht von Julia Alan­dia, Anführerin der LOR-CI, hören.

Julia begrüßte die Ver­anstal­tung: “Wir fühlen uns durch eure Sol­i­dar­ität und auch durch die chilenis­che Rebel­lion gestärkt. Während wir diesen Gruß senden, gibt es eine starke Mobil­isierung des Wider­stands gegen den Putsch. Tausende junger Men­schen aus El Altowählen neue Anführer*innen. In Cochabam­ba haben sich die Bauer­nor­gan­i­sa­tio­nen mobil­isiert, es lebe der Wider­stand!”

Sie verurteilte auch die ras­sis­tis­chen Putsch-Mobil­isierun­gen der Recht­en, die zum Rück­tritt von Morales und dem ziv­il-mil­itärischen Putsch vom 10. Novem­ber führten.

“Angesichts des Ras­sis­mus und der Stärkung faschis­tis­ch­er Grup­pen­ließ die Reak­tion von
Arbeiter*innen und Massen nicht lange auf sich warten. Die Frauen in tra­di­tionellen Röck­en marschieren in der ersten Rei­he, mit den Whipala-Fah­nen in der Hand”. “Inzwis­chen ver­sucht die MAS, hin­ter dem Rück­en der Men­schen zu ver­han­deln”, kri­tisierte sie.

“Weit davon ent­fer­nt, einen Wider­stand zu organ­isieren, beab­sichti­gen sie einen Pakt mit den Putschist*innen. Die MAS ist für das, was wir sehen, mitver­ant­wortlich, nicht nur wegen der Unregelmäßigkeit­en bei den Wahlen, son­dern auch wegen der Pak­te mit den recht­en Bossen”, fügte sie hinzu.

Sie prangerte auch an, dass der Putschauf die Arbeiter*innenklasse, die bäuer­lichen und indi­ge­nen Organ­i­sa­tio­nen, die Frauen- und LGBTI*-Bewegung stärkere Auswirkun­gen haben wird. “Von der LOR-CI aus kon­fron­tieren wir den Putsch mit denen, die sich mobil­isieren, ohne der MAS zu ver­trauen. Wir set­zen auf Selb­stor­gan­isierung und Selb­stvertei­di­gungskomi­tees. Wir schla­gen als Ausweg aus der poli­tis­chen Krise eine Freie und Sou­veräne Ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung vor, damit die Arbeiter*innenklasse entschei­det. Wir sagen nein zum Putsch, nein zum Pakt mit den Putschist*innen. Das chilenis­che und das ecuado­ri­an­is­che Volk zeigen uns, dass es möglich ist, trotz Repres­sion zu kämpfen.”

In diesem Moment kam eine große Del­e­ga­tion der boli­vian­is­chen Gemein­schaft in Argen­tinien mit ihren Flaggen auf die Bühne.

Dann begrüßte das PTS-Mit­glied Yuri Fer­nán­dez, ein Arbeit­er der selb­stver­wal­teten Tex­til­fabrk Bruk­man und Ref­er­ent der boli­vian­is­chen Gemein­schaft in Argen­tinien, das Pub­likum. “Wir kom­men, um den Putsch der ras­sis­tis­chen Recht­en und die Repres­sion, unter der unser Volk lei­det, zu verurteilen. Sie wollen alle Eroberun­gen des Volkes beseit­i­gen, und das wer­den wir nicht zulassen.“Sie begrüßte auch die chilenis­che Rebel­lion und begann einen Cho­rus, in das das gesamte Sta­dion ein­stimmte: “Die Arbeiter*innenklasse ist vere­int und hat keine Gren­zen” Fer­nan­dez lud zur Demon­stra­tion ein, die am Mon­tag in Ablehnung des Putsches stat­tfand.

“Während viele über Dialog sprechen, verbrennen die Rechten die Wiphala und veranstalten Massaker”

Danach war Myr­i­am Breg­man, Abge­ord­nete der PTS für die Front der Linken – Ein­heit, an der Rei­he. Sie erin­nerte daran, dass der Impe­ri­al­is­mus und die Recht­en sich inter­na­tion­al organ­isieren, um sich den Prozessen der Massenkämpfe ent­ge­gen­zustellen.

In diesem Zusam­men­hang erin­nerte sie daran, wie der Impe­ri­al­is­mus und die lokalen Bour­geoisien in den 1970er Jahren den Plan Con­dor­vo­rantrieben, “eine wahre inter­na­tionale Ter­ro­ror­gan­i­sa­tion”, die Tausende von Aktivist*iinnen ent­führte, ver­schwinden ließ und ermordete, und sich sog­ar ihre Kinder aneignete.

“Heute wird uns gesagt, dass sich die Welt verän­dert hat”, fuhr Breg­man fort. Allerd­ings “ste­hen die Vere­inigten Staat­en immer noch hin­ter den Staatsstre­ichen und ver­sucht­en Putschen in der Region.”

In diesem Zusam­men­hang erin­nerte sie daran, dass der Impe­ri­al­is­mus hin­ter der repres­siv­en Poli­tik in der Region ste­ht. “Er ste­ht hin­ter Richter*innen wie dem Brasil­ian­er Ser­gio Moro und der gerichtlichen Oper­a­tion des Lava Jato, sog­ar in den Aus­bil­dungsplä­nen der Polizei und der Armeen in der Anti-Ter­ror-Prax­is.”

Gegen die heutige Repres­sion rief das gesamte Sta­dion zusam­men mit Breg­man: “San­ti­a­go Mal­don­a­do, Rafael Nahuel, Cami­lo Catril­lan­ca, Presentes!”(alle drei wur­den auf­grund ihres Kampfes um die Rechte und Län­der der indi­ge­nen Mapuche von der argen­tinis­chen bzw. chilenis­chen Polizei ermordet, Anm. d. Ü.)

Die Anführerin der PTS bekräftigte auch, dass “wir uns nicht irren: In Bolivien lehnen wir einen Vorstoß der ras­sis­tis­chen Recht­en ab. In Chile vertei­di­gen wir das legit­ime Recht des Volkes auf Rebel­lion, diese kon­sti­tu­ierende Macht, die sich auf den Straßen man­i­festiert, die in Chile das gesamte Pinochet-Erbe wegfe­gen will. Hüten wir unsje­doch vor den Fall­en: Sie wollen die Mobil­isierung nutzen, um ihr faules Regime aufrechtzuer­hal­ten”, warnte sie.

Fast am Ende ihrer Rede betonte sie, dass “der Impe­ri­al­is­mus auf den Straßen kon­fron­tiert wird. Sie ver­ste­hen wed­er den Dia­log noch die Aufrufe zum Frieden. Die einzige Sprache, die sie ver­ste­hen, ist die des Klassenkampfes.”

In diesem Zusam­men­hang erin­nerte sie an den Diskurs, der der Linken oft ent­ge­genge­hal­ten wird: “Einige sagen uns, dass wir, wenn wir auf die Straße gehen, den Recht­en in die Hände spie­len. Das war es, was der Per­o­nis­mus nach den Mobil­isierun­gen gegen die Renten­re­form im Dezem­ber 2017 behauptete, als er sagte: ‘Es gibt die Wahlen 2019’. Danach kam der IWF zurück, um uns und unsere Fam­i­lien zu ver­schulden. Macri, als guter Rechter, schritt weit­er voran.”

In diesem Moment sang das Sta­dion: “Wo ist sie, man kann sie nicht sehen, diese berühmte CGT?”, in Bezug auf die per­o­nis­tis­che Gew­erkschaft­szen­trale. “Wahrlich utopisch ist es zu denken, dass der IWF und die Kürzungspläne der Bosse, ohne die Kraft der Mobil­isierung gestoppt wer­den kön­nen”, fügte sie hinzu.

Bere­its am Ende ihrer Rede wies Breg­man darauf hin, dass “das, was wir in Lateinameri­ka sehen, Teil der Auf­stände in vie­len Län­dern der Welt ist. Was uns ermutigt, ist, dass einige dieser Revolten sich in Rev­o­lu­tio­nen ver­wan­deln kön­nen und die Arbeiter*innenklasse die Macht erobern kann.”

Eine große Abschlussrede von Nicolás del Caño

“Es scheint, dass eine lange Zeit ver­gan­gen ist, aber in der Präsi­dentschafts­de­bat­te haben wir den immensen Kampf Ecuadors gegen die Pläne des IWF her­vorge­hoben. Viele kri­tisierten uns und mein­ten, dass wir über Vorschläge für Argen­tinien sprechen müssten. Eine Woche später, in der zweit­en Debat­te, hat nur die Front der Linken ihre Sol­i­dar­ität mit unseren Geschwis­tern auf der anderen Seite der Gebirgs­kette bekun­det. Und wir sind stolz darauf, dass die Front der Linken – Ein­heit ihren Wahlkampf mit ein­er inter­na­tion­al­is­tis­chen Kundge­bung vor dem Kon­sulat von Chile in Buenos Aires abgeschlossen hat”, sagte Del Caño.

Der ehe­ma­lige Präsi­dentschaft­skan­di­dat der Front der Linken – Ein­heit trat zum Abschluss der großen Kundge­bung der PTS auf, um noch ein­mal die Bedeu­tung des inter­na­tion­al­is­tis­chen Kampfes der Arbeiter*innenklasse zu unter­stre­ichen: “Was haben die Kämpfe von Ecuador, Chile und jet­zt gegen den Putsch in Bolivien mit dem zu tun, was hier geschieht? Sehr viel. Eine Stärkung und Sta­bil­isierung des Putsches in Bolivien, eine Nieder­lage dieses his­torischen chilenis­chen Auf­s­tands würde allen herrschen­den Klassen unseres Kon­ti­nents Kraft und Moral geben, um ihren Krieg gegen die Inter­essen der arbei­t­en­den Bevölkerung zu führen. Und im Gegen­teil würde ein Tri­umph für unsere chilenis­chen Geschwis­ter, die Nieder­lage des Putsches in Bolivien und der Pläne des IWF in Ecuador, uns in viel bessere Bedin­gun­gen brin­gen, um ihnen ent­ge­gen­zutreten, damit die Krise von ihnen, den Kapitalist*innen, dem Impe­ri­al­is­mus bezahlt wird. Deshalb sind wir Internationalist*innen und sagen: Lang lebe die Ein­heit der Völk­er Lateinamerikas!”

Del Caño wies die blutige Repres­sion zurück und unter­stützte den Kampf und den Mut der Massen. Aber er kri­tisierte auch die Hal­tung der Grupo de Puebla in diesen Wochen, mit dem zukün­fti­gen argen­tinis­chen Präsi­den­ten Alber­to Fer­nán­dez, der PT Brasiliens und anderen soge­nan­nten „pro­gres­siv­en Kräften“. “Uns wird immer gesagt, dass wir den Großkapitalist*innen und dem Impe­ri­al­is­mus wieder und wieder nachgeben müssen. Und dann sagen sie, dass es keine Kraft gibt, um sich ihnen ent­ge­gen­zustellen, und dass wir den Recht­en in die Hände spie­len. Sie sind unver­schämt. Die chilenis­che Rebel­lion und der Wider­stand gegen den Putsch in Bolivien zeigen, dass es Kräfte gibt, um sie zu bekämpfen.”

Der Anführer der PTS wies auch darauf hin, dass “die enorme Energie der Massen auf den Straßen unseres Kon­ti­nents allein nicht aus­re­icht. Mit ihren beschei­de­nen Kräften geben unsere Genoss*innen der PTR in Antofa­gas­ta eine kleine Kost­probe dessen, was es bedeuten würde, eine Partei zu haben, die diese enorme Kraft der Arbeiter*innen und der Massen bis zum Sieg führen kann; stellt euch vor, was passieren würde, wenn es eine große rev­o­lu­tionäre Partei in Chile gäbe, die Koor­dinierungsin­stanzen durch­set­zt, den Gen­er­al­streik vor­bere­it­et, Piñera hin­auswirft und eine freie und sou­veräne ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung durch­set­zt! Deshalb waren wir zusam­men mit Raúl Godoy – Prov­in­z­ab­ge­ord­neter der PTS – und Ale­jan­dro Vil­ca – Anführer der PTS in der Prov­inz Jujuy – in diesen Wochen bei den Genoss*innen vor Ort! Aber von der PTS aus wer­den wir alle unsere Anstren­gun­gen ver­dop­peln, damit die chilenis­che PTR sich zu ein­er großen Partei mit Ein­fluss in den wichtig­sten Sek­toren der Arbeiter*innen- und Studieren­den­be­we­gung entwick­elt“.

Del Caño nahm Breg­mans Kri­tik am Per­o­nis­mus und dessen mitschuldiger Rolle während der Macri-Regierung auf. “Sie sagten, ‘es gibt Wahlen 2019’. Das hat­te Fol­gen für das Leben von Mil­lio­nen Men­schen. Dazu sagt Fer­nán­dez, dass er mit einem Sozial­pakt den Lohn­rück­gang stop­pen wird. Nichts Gutes kann von einem Ver­hand­lungstisch mit den Großkapitalist*innen, Bankiers und den ver­rä­ter­ischen Anführer*innen der CGT kom­men. Es ist unvere­in­bar, den IWF zu bezahlen und das Ver­lorene zurück­zuer­hal­ten. Wir wis­sen, dass die arbei­t­ende Bevölkerung in Argen­tinien mehr früher als später ver­hin­dern wird, die Kürzun­gen zu bezahlen. Deshalb müssen wir unsere Anstren­gun­gen ver­dop­peln, um eine große rev­o­lu­tionäre Partei aufzubauen, damit sie, wenn Auf­stände wie in Ecuador oder Chile kom­men, bere­it ist, die Selb­stor­gan­isierung der Arbeiter*innen, Frauen und Jugendlichen voranzutreiben, die Gew­erkschaften für den Kampf zu gewin­nen, alle Fall­en zu umge­hen, und diese Energie bis zum Sieg zu führen.”

Der ehe­ma­lige Präsi­dentschaft­skan­di­dat been­dete seine Rede mit der Bekräf­ti­gung der Ein­ladung “an alle Genoss*innen, die uns in der Kam­pagne der Front der Linken begleit­et haben, uns bei diesen Aktio­nen zu begleit­en”.

Zum Abschluss der Kundge­bung trat­en die Anführer*innen der Front der Linken – Ein­heit, die an der Kundge­bung teilgenom­men hat­ten (PO, IS und MST), auf die Bühne. Eben­so Anführer*innen der PTS, die in den Gew­erkschaften, den Studieren­den­zen­tren und der Frauen­be­we­gung kämpfen. Zusam­men mit dem ganzen Sta­dion san­gen sie die inter­na­tionale Hymne der Arbeiter*innen, die Inter­na­tionale.

Die bewe­gende Kundge­bung wurde zu ein­er großen inter­na­tion­al­is­tis­chen Aktion, die nicht nur eine Per­spek­tive der Sol­i­dar­ität mit Chile markierte und den Putsch verurteilte, son­dern auch die strate­gis­chen Schlussfol­gerun­gen aufzeigte, damit die Aus­ge­beuteten und Unter­drück­ten des Kon­ti­nents für ihre Macht und den Sieg kämpfen kön­nen.

Schau dir die gesamte Kundgebung an:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.