AfD fordert Abschaffung der Schulpflicht

13.04.2026, Lesezeit 3 Min.
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Foto: arrowsmith2 / Shutterstock

In den neuesten Wahlumfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt mit 39 Prozent an erster Stelle. Die AfD hat sich das Ziel gesetzt, 45 Prozent oder mehr zu erreichen, um alleine regieren zu können.

Für viele Kinder und Jugendliche könnte dies negative Folgen haben. Die AfD bekennt sich dazu, die Schulpflicht abschaffen zu wollen und stattdessen Unterricht zu Hause durch die Eltern zu ermöglichen:  

Rita Nikolai, Professorin für vergleichende Bildungsforschung an der Universität Augsburg, sagte dazu der Tagesschau: „Die AfD tritt, so sagt sie es selbst, für eine Entideologisierung von Schule ein. Das Konzept erlaubt einen Hausunterricht durch Eltern. Die würden sich damit aus einer institutionalisierten Schulbildung verabschieden und ihre Kinder nach ihren Vorstellungen unterrichten“.

In einigen Ländern auf der Welt ist dieses Modell bereits Realität. Immer wieder gibt es beispielsweise aus den USA Berichte darüber zu hören, dass Kinder isoliert und mit sehr konservativen, oft religiös motivierten Werten aufwachsen. Wenn Kinder ausschließlich zu Hause unterrichtet werden, haben die Eltern eine große Macht darüber, mit welchem Wissen Kinder in Kontakt kommen und mit welchem nicht. So wäre es möglich, den Kindern keine Sexualaufklärung zur Verfügung zu stellen. 

Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen sind der Ort, wo junge Menschen am effektivsten Sozialkompetenzen erlernen können: Wie bringe ich mich in einer Gruppe gleichaltriger ein? Wie stehe ich für meine Interessen ein? Wie löse ich Konflikte? Wie setze ich Grenzen, wie kann ich die Grenzen anderer respektieren? Wie kann ich Teil einer Gemeinschaft sein? All das ist schwer zu Hause zu lernen, wo Kindern meistens nicht eine große Gruppe gleichaltriger zur Verfügung steht, sondern maximal Geschwister oder Kinder, die sie unregelmäßiger sehen. 

Wenn Kinder zu Hause Gewalt erfahren, sind Schulen und Kitas oft der Ort, wo dies bemerkt wird. Eine der Aufgaben von Pädagog:innen ist es, Anzeichen auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung zu erkennen und einzugreifen, um die Kinder und Familien zu unterstützen. In der Schule sind die Kinder mit anderen Menschen konfrontiert als zu Hause und können ein soziales Netz aufbauen, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen zu merken, dass eventuelle Gewalt die sie zu Hause erleben nicht normal oder okay ist. Ohne die Schule würde dies wegfallen.

Auch für queere Jugendliche, besonders wenn sie in Familien aufwachsen wo sie Diskriminierung erfahren, ist es sehr wichtig, andere Menschen treffen zu können. Dies würde ebenfalls wegfallen, wenn sie nicht mehr zur Schule gehen könnten. Aber auch in den Schulen dürfte nach dem Vorbild von einigen Staaten der USA nicht mehr über queere Lebensrealitäten gesprochen werden, wenn es nach der AfD ginge. Zudem führt die AfD den Bevölkerungsrückgang darauf zurück, dass durch Indoktrination viel mehr Menschen queer werden würden. Geschlechtsangleichende Behandlungen für Kinder und Jugendliche möchte sie ebenfalls ersatzlos streichen. 

All dies sind weitere Gründe, warum wir Anfang Juli nach Erfurt fahren müssen, um den AfD-Parteitag zu blockieren. 

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