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3. Kongress der LER-QI

3. Kongress der LER-QI

Vom 19. bis zum 21. August nahmen fast 200 Delegierte und Gäste am dritten Kongress der Liga Revolutionäre Strategie – Vierte Internationale (LER-QI) in Brasilien teil. Derweilen erlebt das größte Land Lateinamerikas das Ende des wirtschaftlichen Wachstums und der relativen sozialen Ruhe, die die Präsidentschaft von Lula markierten. Die aktuelle Regierung der sozialdemokratischen PT macht einen Rechtsruck samt Privatisierungsplänen und Angriffen auf die Rechte der ArbeiterInnen. Brasiliens Exportstärke schien die Regionalmacht bisher von der weltweiten kapitalistischen Krise zu verschonen. Doch Krise und ArbeiterInnenproteste beginnen auch Brasilien von neuem zu zeichnen.

Die brasilianische Sektion der FT-CI leistete in den letzten Jahren ideologische Arbeit und politische Interventionen in den Sektoren, die in diesem reaktionären Kontext gekämpft haben. So führt die Gruppe die Gewerkschaft der nicht akademischen Beschäftigten der Universität von Sao Paolo, der größten Uni des Landes, Dadurch hatte sie maßgeblichen Einfluss auf den Kampf der prekarisierten ReinigerInnen an der Universität. Sie konnte außerdem ihre politische Arbeit bei den Beschäftigten der U-Bahn von Sao Paolo, im Industriegürtel rund um die Stadt und auch in den Favelas (Armenvierteln) etablieren. Auf dieser Grundlage beschloss der Kongress, eine große Kampagne gegen die anstehenden Angriffe der Regierung zu starten.

Der Trotzkismus in Brasilien ist, ähnlich wie in Argentinien oder Frankreich, eine bedeutende Kraft der radikalen Linken, doch haben sich die einflussreichsten Organisationen der bürgerlichen Realität stark angepasst. So etwa die PSTU, die ihre Arbeit auf die Gewerkschaftsbürokratie ausrichtet, oder die PSOL, eine rein reformistische Wahlpartei, die aber von verschiedenen trotzkistischen Strömungen unterstützt wird. Die LER-QI bemüht sich, eine unabhängige revolutionäre Tradition neu zu gründen, und stützt sich vor allem auf sehr junge AktivistInnen – die Mehrheit der Leitung ist weniger als 30 Jahre alt. Aber es gibt auch einige Mitglieder, die über einige Jahrzehnte Erfahrung in revolutionärer Politik verfügen.

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