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„Wir streiken für gleiches Geld für gleiche Arbeit!“ – Interview mit zwei Kolleginnen der CFM

Die CFM befindet sich seit Donnerstag wieder im Streik. Wir haben uns mit Diana und Pia, zwei streikenden Kolleginnen, über die Auswirkungen des Outsourcings und die Verantwortung des Senats unterhalten.

Hallo ihr beiden. Wir treffen uns hier beim Streik der CFM. In welchen Bereichen arbeitet ihr denn?

Pia: Ich arbeite jetzt seit einem Jahr in der Medizintechnik. Es ist mein erstes Mal im Streik.

Diana: Ich bin schon länger dabei und habe auch bei den vorherigen Streiks mitgemacht. Ich arbeite in der Cafeteria.

Pia, wie ist es für dich, zum ersten Mal im Streik zu sein?

P.: Ich war am Anfang aufgeregt und nervös, aber jetzt ist es echt motivierend und es macht richtig Spaß, weil so viele mitmachen. Das gibt Kraft.

D.: Ja, es gibt eine gute Stimmung, die Leute sind motiviert. Und schon richtig viele.

Wie erlebt ihr es in eurem Arbeitsalltag an der Charité, dass ihr nicht direkt hier angestellt seid?

P.: Bei uns im Bereich gibt es noch viele Gestellte, das heißt Leute mit einem Arbeitsvertrag direkt mit der Charité. Sie haben mehr Urlaub, mehr Gehalt und weniger Arbeitsstunden. Dadurch können sie immer mal Überstunden machen und die dann in noch mehr Urlaub umwandeln. Wir spüren schon deutlich einen Unterschied.

D.: Wir merken einfach die Ungerechtigkeit. Die Kolleginnen und Kollegen verdienen bei uns ungefähr 500 Euro mehr. Sie haben auch pro Monat drei Karenztage und können deshalb auch eher mal fehlen. Ich gönne ihnen das natürlich, darum geht es gar nicht. Aber ich finde es nicht gerecht, denn wir machen ja exakt die gleiche Arbeit. Dann sollten wir auch das gleiche verdienen.
Manchmal wird uns auch von den Chefs vermittelt, dass wir vor den Gestellten kuschen müssen. Das finde ich auch nicht richtig, wir sind doch eigentlich Kollegen.

Was bedeutet das für euch über die Arbeit hinaus?

P.: Der Unterschied zu denen, die direkt bei der Charité arbeiten, ist total spürbar. Wir können uns zum Beispiel nicht groß leisten in den Urlaub zu fahren.

D.: Es ist oft gar nicht so leicht, mit dem Geld über die Runden zu kommen. Und auch bei der Rente ist der Unterschied groß. Die Kollegen haben teilweise jetzt schon doppelt so viele Rentenpunkte. Und mich erwartet Altersarmut. Und wieder: Ich gönne es ja den anderen, finde es aber ungerecht, dass wir nicht alle gute Löhne und gute Renten haben.

Hat der Streik heute schon Auswirkungen?

D.: Anders als die Charité behauptet, hat es schon große Auswirkungen. Gerade von der Intensivstation kamen da schon Meldungen. Die Charité-Beschäftigten sind sauer und geben den Druck an die Geschäftsleitung hoffentlich weiter.

Was erwartet ihr vom Berliner Senat?

P.: Es ist wirklich typisch für die Politik. Erstmal machen sie große Versprechen, um Stimmen zu gewinnen, aber getan wird nichts. Wenn es darum ging, einen Feiertag zu beschließen, da ging es schnell, aber wenn es um unsere Arbeitsbedingungen geht, dann machen sie nichts.

D.: Es heißt ja immer, dass so viel Geld da ist. Aber das wird nicht für uns hier ausgegeben. Dabei wollen wir doch etwas total grundlegendes: Wir streiken für gleiches Geld für gleiche Arbeit!

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