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Wie die “Welcome To Hell”-Demo gegen G20 zerschlagen wurde

Die "Welcome To Hell"-Demo gegen G20 am Donnerstag, den 6.7.2017, wurde brutal von der Polizei zerschlagen. Der Initiativkreis gegen Polizeigewalt Berlin rekonstruiert ausführlich die Ereignisse und kommt zum Ergebnis: Das Ziel war eine möglich große Zahl verletzter und eingeschüchterter Demonstrant*innen, Tote wurden dabei in Kauf genommen. Wir spiegeln hier ihre Erklärung.

Wie die

Am Don­ner­stag, 06.07.2017 sollte am Abend um 19 Uhr eine angemeldete Protest-Demon­stra­tion gegen den G20-Gipfel unter dem Mot­to „Wel­come to Hell“ stat­tfind­en. Diese Demon­stra­tion wurde nach weni­gen hun­dert Metern von starken Polizeiein­heit­en gestoppt, mit der Begrün­dung es wür­den sich ver­mummte Teilnehmer*innen im Demon­stra­tionszug befind­en. Ohne dass es im Fol­gen­den zu Gewalt­tätigkeit­en gegen die Polizei oder auch nur zu Pro­voka­tio­nen kam, wurde der vordere Teil der Demon­stra­tion etwa 40 Minuten später äußerst bru­tal durch die einge­set­zten Polizeikräfte ange­grif­f­en.

Eine recht gute Beschrei­bung der Sit­u­a­tion liefert der fol­gende Tex­tauss­chnitt von „zeit.de“ (1):

Musik dröh­nt aus den Laut­sprech­ern, doch die Autonomen ver­hal­ten sich ruhig. Keine Sprechchöre sind zu hören. Fast vierzig Minuten anges­pan­ntes Warten.
Dann greift die Polizei an. Die Beamten haben es auf die schwarze Gruppe hin­ter dem drit­ten Laut­sprecher­wa­gen abge­se­hen. Sie drän­gen sie gegen die Deich­mauer. Schlag­stock­ein­satz. Reiz­gas. Der Wasser­w­er­fer fegt Leute auf der Prom­e­nade um, wo Hun­derte Schaulustige das Geschehen beobachtet hat­ten.

Autonome klet­tern auf die Prom­e­nade, die Zuschauer fliehen auf die andere Seite der Mauer, wo sich zur Elbe hin ein gepflastert­er Park­platz erstreckt. Es knallt. Wieder Reiz­gas. Jet­zt stürzen auch Demon­stran­ten die Trep­pen Rich­tung Fluss hin­unter. Als die Polizis­ten ihnen fol­gen, bricht in der Menge Panik aus. Plöt­zlich laufen, ren­nen alle, hier­hin, dor­thin. Doch die Men­schen wis­sen nicht, wohin sie fliehen sollen. Manche ret­ten sich bis hin­unter auf die Ufer­be­fes­ti­gung, andere erk­lim­men ein rus­sis­ches Muse­ums-U-Boot, das hier ver­ankert liegt. Einige Jugendliche ziehen sich auf einen Anleger der Hafen­fähren zurück. Ein Mäd­chen weint, sie hat sich am Bein ver­let­zt. Ein älteres Paar beobachtet fas­sungs­los, was da geschieht.

Sabine Boed­ding­haus, eine Abge­ord­nete der Partei „Die Linke“, die sich als Beobach­terin vor Ort befand, äusserte unmit­tel­bar nach dem Angriff Entset­zen über die „unglaublich bru­tale Gewalt“, mit der der die Polizeiein­heit­en die abso­lut friedlichen Demonstrant*innen gegen die Deich­mauer geprügelt hät­ten. (2)

Wir wer­den im Fol­gen­den bele­gen, dass

- der Ort des mas­siv­en und bru­tal­en Angriffs auf die Demon­stra­tion seit­ens der Polizei bewusst gewählt war.

- daß es vor dem Angriff der Polizei kein­er­lei gewalt­tätige Hand­lung durch Demonstrations-Teilnehmer*innen in Rich­tung Polizei gab.

- daß Per­son­alienkon­trollen oder Fes­t­nah­men von ange­blichen Straftäter*innen kein Ziel des Polizeiein­satzes waren und auch so gut wie nicht stattge­fun­den haben.

- daß das Ziel des polizeilichen Angriffes war, möglichst viele Men­schen aus dem vorderen Bere­ich der Demon­stra­tion zu ver­let­zen, zu trau­ma­tisieren und einzuschüchtern.

- daß der von der Polizei gewählte Ort des Angriffes so beschaf­fen war, dass eine große Zahl von Ver­let­zten garantiert war, auch Todes­fälle wur­den in Kauf genom­men.

Der Angriff der Polizei fand fol­gen­der­maßen statt (siehe auch Karten-Skizzen weit­er unten):

1. Die völ­lig friedliche Demon­stra­tion wird gegen 19 Uhr durch starke Polizeikräfte, unter­stützt von Wasser­w­er­fern, gestoppt. Die Stop­pung erfol­gt so, dass sich der vordere Teil der Demon­stra­tion bere­its kom­plett auf der Straße St. Pauli-Fis­chmarkt befind­et, die an dieser Stelle durchge­hend nach Süden hin von ein­er ca. 2 Meter hohen Deich­mauer begren­zt wird. Die vorderen Rei­hen der Demon­stra­tion befind­en sich nun kurz vor der Fuss­gänger­brücke über die Strasse St. Pauli – Fis­chmarkt (3).

2. Bere­its um 19:07 erge­ht durch die an der Spitze der gestoppten Demon­stra­tion befind­liche Polizei per Laut­sprech­er die Auf­forderung an „alle Unbeteiligten“, den Bere­ich der völ­lig friedlichen Demon­stra­tion Rich­tung Lan­dungs­brück­en zu ver­lassen – mit der Dro­hung, wer sich nicht ent­ferne, sei „kein Unbeteiligter mehr“. Offen­bar ist die Polizei schon jet­zt entschlossen, die Demon­stra­tion an dieser Stelle gewalt­sam zu zer­schla­gen. (4)

3. Nach­dem die Demon­stra­tion gestoppt ist, marschieren starke Polizeikräfte von der Spitze aus kom­mend auf der nördlichen Seite der Straße an der Demon­stra­tion vor­bei, bis der vordere Teil der Demon­stra­tion (ca. 1.000 Men­schen) auf der Nord­seite (also dort, wo keine Deich­mauer ist) kom­plett vom einem Spalier von min­destens in 3er Rei­hen aufgestell­ten Polizeikräften eingeschlossen ist (5). Der weitaus größere Teil der Demonstrant*innen ist mit Sicher­heit nicht ver­mummt, wie etwa in diesem Video von der Spitze der Demo sicht­bar ist (6).

4. Um ca. 19:45 begin­nt der Angriff der Polizei auf den bis dahin völ­lig friedlichen vorderen Teil der Demon­stra­tion.

5. Der Angriff begin­nt dort, wo die Große Elb­straße in die Straße St. Pauli – Fis­chmarkt ein­mün­det. Als erste Aktion prügeln sich Polizist*innen von der nördlichen Straßen­seite aus durch die Demon­stra­tion bis zur Deich­mauer auf der südlichen Straßen­seite. Hier­bei kommt es zu Faustschlä­gen, Fußtrit­ten (auch gegen gestürzte Demonstrant*innen) und dem Ein­satz von Schlagstöck­en und Pfef­fer­spray (7). Der vordere Teil der Demon­stra­tion (ca. 1.000 Men­schen) ist nun vom Rest der Demon­stra­tion kom­plett abgeschnit­ten und bis auf die Süd­seite mit der Deich­mauer durch die Polizei eingeschlossen. Diese Tren­nung wird von der Polizei auch bis zur völ­li­gen Zer­schla­gung der Demon­stra­tion aufrechter­hal­ten.

6. Unmit­tel­bar nach der Abtren­nung des vorderen Teils der Demo wer­den die Men­schen in diesem abge­tren­nten Bere­ich bre­it ange­grif­f­en, sowohl von den auf der Nord­seite der Straße aufgestell­ten starken Polizeikräften als auch von den Polizeikräften an der Spitze, die die Demon­stra­tion vorher gestoppt hat­ten. Auch bis zu diesem Zeit­punkt kam es zu kein­er­lei Gewalt oder Pro­voka­tion aus der Demon­stra­tion her­aus.
Die Polizei greift mit bru­taler Gewalt über­all den vorderen Bere­ich der Demon­stra­tion an, mit Schlä­gen, Trit­ten, Schlagstöck­en und Pfef­fer­spray. Über­all ver­suchen Men­schen, teil­weise in Panik, die Deich­mauer auf der Süd­seite der Straße zu erk­lim­men (8). Wer es nicht rechtzeit­ig schafft, wird von der Polizei weit­er ver­prügelt. Die Polizei ver­sucht nicht, Fes­t­nah­men zu machen, und unter­schei­det auch nicht zwis­chen ver­mummten und unver­mummten Demonstrant*innen. Es gibt viele Ver­let­zte (9).

7. Die Polizei greift so lange mit bru­taler Gewalt den vorderen Teil der Demon­stra­tion an, bis sie ALLE Demonstrant*innen, die sich noch bewe­gen kön­nen (also ca. 1.000 Men­schen), auf die Deich­mauer hin­aufgeprügelt hat (10). Da der vordere Teil der Demon­stra­tion bis auf die Deich­mauer kom­plett von Polizist*innen eingeschlossen ist, gibt es keinen anderen Fluchtweg. Gegen in Panik Flüch­t­ende wird durch die Polizei Pfef­fer­spray einge­set­zt (11).

8. Gle­ichzeit­ig begin­nt die Polizei, die Men­schen auf der Deich­mauer mit Wasser­w­er­fern anzu­greifen (12). Wenig später stürmt eine prügel­nde Polizeiein­heit von Osten her die Deich­mauer ent­lang. Men­schen sprin­gen panisch von der bis zu drei Meter hohen Mauer nach unten Rich­tung Elbe, um vor den enthemmten Polizeikräften zu flücht­en (13). Auf der Deich­mauer und beim Sturz oder Sprung von der Mauer Rich­tung Elbe kommt es zu vie­len weit­eren schw­eren Ver­let­zun­gen bei Demonstrant*innen, entwed­er direkt durch die Polizeikräfte oder durch Stürze oder Sprünge von der Mauer. Der Weg auf der Deich­mauer wird von den Polizist*innen, unter­stützt durch Wasser­w­er­fer, kom­plett men­schen­leer geprügelt.

Die Darstellung der Polizei: Dudde lügt

Kurz nach der Zer­schla­gung der Demon­stra­tion hat­te die Polizei noch behauptet, sie sei vor dem Angriff auf die Demon­stra­tion aus der Demon­stra­tion her­aus mit Flaschen und Steinen ange­grif­f­en wor­den. Durch zahlre­iche Videos und Augen­zeu­gen­berichte ist diese Darstel­lung mit­tler­weile klar als Lüge erkennbar gewor­den.

Mit­tler­weile hat sich die Darstel­lung der Polizei etwas gewan­delt – sie lügt aber weit­er­hin, und zwar höch­st­per­sön­lich in Form des Ein­sat­zleit­ers Dud­de.

Das „Ham­burg­er Abend­blatt“ zitiert dies­bezüglich Dud­des Aus­sage bei der Innenauss­chuss-Sitzung des Ham­burg­er Sen­ats am 19.07.17 (14):

Ein­sat­zleit­er Dud­de beze­ich­nete den Ort des „Auf­stop­pens“ der Demon­stra­tion am Fis­chmarkt wegen der Flutschutz­mauer als geeignet. Damit, dass sich andere Demon­stran­ten und Schaulustige auf dem erhöht­en Gehweg mit dem „Schwarzen Block“ sol­i­darisierten und ihnen bei der Flucht halfen, habe er „nicht gerech­net“. Bei den fol­gen­den Zusam­men­stößen gab es nur wenige Fes­t­nah­men. Auf­grund der unüber­sichtlichen Lage habe die Bere­ini­gung der Sit­u­a­tion für die Beamten im Vorder­grund ges­tanden.

Hierzu stellen wir fest:

- Es gab vor dem Angriff der Polizei kein­er­lei „unüber­sichtliche Sit­u­a­tion“ und kein­er­lei Gewalt durch Demonstrant*innen gegenüber Polizeibeamt*innen. Die Polizei hat den Ort des Angriffes bewusst gewählt. Bere­its um 19:07 wur­den per Durch­sage der Polizei alle „Unbeteiligten“ aufge­fordert, den Ort der völ­lig friedlichen Demon­stra­tion zu ver­lassen.

- Der vordere Teil der Demon­stra­tion war zum Zeit­punkt des Polizei-Angriffs bis auf den Fluchtweg über die Deich­mauer kom­plett von Polizeikräften eingeschlossen.

- Durch unglaublich bru­tales Vorge­hen wur­den die Demonstrant*innen durch die Polizei förm­lich auf die Deich­mauer hin­aufgeprügelt.

- Fes­t­nah­men waren zu diesem Zeit­punkt durch die Polizei nicht vorge­se­hen, es ging darum, so viele Demonstrant*innen wie möglich zusam­men­zuschla­gen und/ oder auf die Mauer hin­aufzutreiben.

- Wie wir oben in der Chronolo­gie des Angriffs u.a. durch diverse Videos belegt haben, wurde seit­ens der Polizei so lange auf die Men­schen eingeprügelt, bis alle zu diesem Zeit­punkt von der Polizei eingekessel­ten Men­schen (ca. 1.000) auf die Deich­mauer und von dort aus weit­er geflüchtet waren, und nur noch Polizeiein­heit­en sich in dem Bere­ich der Straße befan­den, in dem zuvor der vordere Teil der Demon­stra­tion eingekesselt wor­den war.

Der (bewusst gewählte) Ort des Polizei-Angriffs auf die Demonstration

Auf den fol­gen­den impro­visierten Karten ist der Ver­lauf des Polizei-Angriffes auf die Demon­stra­tion dargestellt.

Über den Ort, den die Polizei zum Angriff gewählt hat, schreibt die „Zeit“ (15):

Die Straße St. Pauli Fis­chmarkt ist eine Falle. Vom bekan­nten Ham­burg­er Fis­chmarkt aus führt sie in Rich­tung der Lan­dungs­brück­en. Links erhebt sich steil der Elb­hang, davor ste­hen einige hohe Häuser. Rechts zum Fluss hin hat die Stadt einen Hochwasser­schutzde­ich errichtet, der als Prom­e­nade aus­ge­baut ist. Wie ein bre­it­er Hohlweg führt die Straße zwis­chen Hang und Deich hin­durch. Wenn man viele Men­schen fest­set­zen will, ist das ein guter Ort dafür. Wenn man sie angreifen will, dann auch.


Karte 1

Auf dieser Karte ist die Sit­u­a­tion, wie sie sich vor dem Angriff der Polizei unverän­dert darstellte, zu sehen. Die Demon­stra­tion ist schon lange gestoppt, auf der Nord­seite der Demon­stra­tion wer­den die Polizeikräfte kon­tinuier­lich ver­stärkt, die Sit­u­a­tion ist sta­tisch und friedlich.


Karte 2

Die Sit­u­a­tion unmit­tel­bar nach dem ersten Angriff der Polizei auf den vorderen Teil der Demon­stra­tion: Die Polizei prügelt an der Ecke Große Elbstraße/ St. Pauli eine bre­ite Schneise in die bis dahin völ­lig friedliche Demon­stra­tion. Der vordere Teil der Demon­stra­tion ist danach vom Rest der Demon­stra­tion getren­nt und eingekesselt, der einzige Fluchtweg vor den enthemmten Prügel-Orgien der Polizei führt in den fol­gen­den Minuten auf die ca. 2 Meter hohe Deich­mauer.


Karte 3

Die einge­set­zten Polizeiein­heit­en schla­gen enthemmt auf alle Men­schen im abge­tren­nten, vorderen Teil der Demon­stra­tion ein. Panisch ver­suchen immer mehr Leute über die 2 Meter hohe Mauer auf den Deich­weg zu gelan­gen, der bere­its gedrängt voll mit Passant*innen und Schaulusti­gen ist. Wasser­w­er­fer begin­nen im Bere­ich der Fuss­gänger­brücke (ganz rechts im Bild) mit aller Kraft auf den Deich­weg zu spritzen.


Karte 4

Max­i­mal 6 Minuten nach dem ersten Angriff hat die Polizei den kom­plet­ten vorderen Teil der Demon­stra­tion – ca. 1.000 Men­schen – auf die Deich­mauer hin­aufgeprügelt. Die Polizei begin­nt damit, von Osten oben direkt auf der Deich­mauer kom­mend, in die hier dicht gedrängten Men­schen – Passant*innen, Schaulustige, geflüchtete Demonstrant*innen – hineinzuknüp­peln. In Panik sprin­gen und fall­en Men­schen über die bis zu 3 Meter tiefe Mauerkante Rich­tung Elbe.

Ziel des polizeilichen Angriffs war, so viele Menschen wie möglich zu verletzen, zu traumatisieren, einzuschüchtern

Wenn wir alle ver­füg­baren Infor­ma­tio­nen zusam­men­fassen, bleibt nur eine mögliche Lesart übrig: Bei dem äußerst gewalt­täti­gen Polizeiein­satz gegen den vorderen Teil der „Wel­come to Hell“-Demonstration am 06.07.17 ging es der Polizei und ihrer Führung darum, so viele Men­schen aus diesem Bere­ich der Demon­stra­tion zu ver­let­zen, zu trau­ma­tisieren, einzuschüchtern und von weit­eren Protesten in Zukun­ft abzuse­hen. Für diese Lesart spricht:

- der extrem gefährliche Ort des Polizeian­griffes mit der 2 bzw. 3 Meter hohen, ca. 8 Meter bre­it­en Deich­mauer auf der einen Seite der Demon­stra­tion

- der kom­plette Ein­schluss des vorderen Teiles der Demon­stra­tion durch die Polizei unter Freilas­sung der Deich­mauer zu Beginn der Prügel-Orgie

- die unglaubliche Bru­tal­ität, mit der die Polizei so lange mit Faustschlä­gen, Fusstrit­ten, Schlagstöck­en und Pfef­fer­spray unter­schied­s­los gegen alle Men­schen im eingeschlosse­nen Teil der Demon­stra­tion vorg­ing, bis alle Men­schen, die sich hier auf der Straße befun­den hat­ten (ca. 1.000), die Deich­mauer zuerst hin­auf und dann auf der anderen Seite wieder hin­un­tergeprügelt waren

- die Tat­sache, dass kaum Fes­t­nah­men zu verze­ich­nen waren (auf allen Videos ist zu erken­nen, dass bis zu dem Zeit­punkt, an dem die Polizei alle 1000 Demonstrant*innen aus dem vorderen Teil der Demon­stra­tion über die Deich­mauer geprügelt hat­te, max­i­mal 2 Fes­t­nah­men stattge­fun­den haben – wenn über­haupt; eine der bei­den Per­so­n­en wurde offen­bar von der Polizei bewusst­los geprügelt und kon­nte nicht mehr flücht­en).
Die Polizei selb­st spricht von 29 Fes­t­nah­men und 15 Inge­wahrsam­nah­men – allerd­ings nicht bei der Zer­schla­gung des vorderen Teils der Demon­stra­tion am Don­ner­stag Abend, son­dern ins­ge­samt im Laufe des Abends und der Nacht von Don­ner­stag bis Fre­itag mor­gen (16).

- die große Menge an teil­weise schw­er ver­let­zten Demonstrant*innen

Eine möglichst große Menge an ver­let­zten, eingeschüchterten, trau­ma­tisierten Demonstrant*innen waren das Ziel des bru­tal­en Polizeiein­satzes gegen den vorderen Teil der Demon­stra­tion am 06.07.17. Dass es hier leicht auch hätte Tote unter den Demonstrant*innen geben kön­nen, wurde durch die Polizei in Kauf genom­men.

Ini­tia­tivkreis gegen Polizeige­walt, Berlin, 26.07.2017

Anmerkungen und Nachweise

1. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017–07/g20-protest-welcome-to-hell-hamburg-polizei

2. https://g20-doku.org/2017/07/06/person-wird-verprugelt-wahrend-andere-polizisten-die-szene-abschirmen/ ab Minute 2:45

3. Auf fol­gen­dem Video wird die extrem gefährliche räum­liche Sit­u­a­tion mit der Deich­mauer auf der Süd­seite der Mauer gut sicht­bar, ca. Minute 4:10 – 4:20: https://www.youtube.com/watch?v=2xqYCPVVvzU,

Über­sicht­sauf­nahme des vorderen Teils der Demon­stra­tion vor dem Angriff der Polizei: https://www.youtube.com/watch?v=sF12Fsfn2ao

weit­ere Über­sicht, ab ca. 2:20: https://www.youtube.com/watch?v=2xqYCPVVvzU,

4. https://www.youtube.com/watch?v=Tp-F637K13sm Durch­sage durch die Polizei ab Minute 1:45

5. https://www.youtube.com/watch?v=2xqYCPVVvzU, ab Minute 4:20

https://www.youtube.com/watch?v=Tp-F637K13s ab Minute 0:45

6. https://www.youtube.com/watch?v=2xqYCPVVvzU ab Minute 3:45

7. https://g20-doku.org/2017/07/06/zuruckweichende-demonstrantinnen-werden-von-polizei-mit-pfefferspray-verfolgt ab Minute 0:00 die völ­lig friedlich daste­hende Spitze der Demon­stra­tion direkt vor dem Angriff der Polizei

https://www.youtube.com/watch?v=sF12Fsfn2ao, Angriff der Polizei ab Minute 0:45, Über­sicht­sauf­nahme

http://digitalpresent.tagesspiegel.de/die-unerhoerte-luege-des-olaf-schulz Angriff der Polizei ab Minute 1:50, Nahauf­nahme aus ander­er Per­spek­tive

8. https://www.youtube.com/watch?v=2xesftW6mxU ab Minute 0:00, Über­sicht­saus­nahme aus Per­spek­tive von vorne mit Beginn kurz nach dem ersten Angriff; hier ist gut erkennbar, wie die Polizei unabläs­sig auf die Demonstrant*innen ein­prügelt, solange sich noch Demonstrant*innen auf der Straße befind­en. Auch ist erkennbar, dass von den Demonstrant*innen auf der Straße, die von der Polizei ver­prügelt wer­den, kein­er­lei Gewalt aus­ge­ht. Panisch flüch­t­ende Men­schen wer­den von der Polizei mit Pfef­fer­spray besprüht (2:50). Ab Minute 5:17 ist ein kleines Häufchen von max­i­mal 20 Demonstrant*innen zu sehen, mit dem Rück­en an die Mauer gedrückt, die von über 100 Polizist*innen geprügelt und mit Pfef­fer­spray besprüht wer­den. Auch gegen die Men­schen oben auf der Deich­mauer, die sich verzweifelt bemühen, die Men­schen, die ger­ade durch die Polizei zusam­mengeschla­gen wer­den, auf die Mauer zu ziehen, wird durch die Pfef­fer­spray gesprüht.

Friedliche Passant*innen und Journalist*innen auf der Deich­mauer wer­den ohne Vor­war­nung aus näch­ster Nähe mit dem Wasser­w­er­fer ange­grif­f­en. (ab 5:10). Sechs Minuten nach dem ersten Angriff befind­et sich nur noch Polizei auf der Straße, wo eben noch der vordere Teil der Demon­stra­tion stand; alle Demonstrant*innen wur­den die Deich­mauer hin­aufgeknüp­pelt.
https://www.youtube.com/watch?v=sF12Fsfn2ao ab Minute 1:10, Über­sicht­sauf­nahme aus ander­er Per­spek­tive

https://g20-doku.org/2017/07/06/person-wird-verprugelt-wahrend-andere-polizisten-die-szene-abschirmen/ ca. Minute 0:00 – 0:30, Minute 1:45 – 2:20; ab Minute 2:15 wird gezeigt, wie eine Gruppe Polizeibeamte einen auf dem Boden liegen­den Demon­stran­ten ver­prügelt, während das Geschehen durch andere Beamte abgeschirmt wird, um Auf­nah­men zu ver­hin­dern.

https://g20-doku.org/2017/07/06/zuruckweichende-demonstrantinnen-werden-von-polizei-mit-pfefferspray-verfolgt Berlin­er Ein­satzhun­dertschaft und andere Polizist*innen beim Angriff und beim Prügeln, ca. Minute 0:15 – 0:45

https://www.youtube.com/watch?v=Tp-F637K13s ab ca. Minute 6:00

http://digitalpresent.tagesspiegel.de/die-unerhoerte-luege-des-olaf-schulz ab Minute 2:50 Angriff auf die Demon­stra­tionsspitze – Nahauf­nahme

https://www.youtube.com/watch?v=Tp-F637K13s erneuter Angriff ein­er riesi­gen Polizei-Über­ma­cht mit Schlä­gen und Pfef­fer­spray von allen Seit­en auf friedliche Gruppe von Demonstrant*innen an Demo-Spitze, solange, bis es die Men­schen unter Schlä­gen und Spray geschafft haben, die Deich­mauer zu erk­lim­men

Polizei ver­prügelt flüch­t­ende Demonstrant*innen an Deich­mauer https://www.youtube.com/watch?v=aLY4P1EtemU ab Minute 0:50

https://g20-doku.org/2017/07/06/zuruckweichende-demonstrantinnen-werden-von-polizei-mit-pfefferspray-verfolgt, Minute 0:55 bis ca. 2:15

https://www.youtube.com/watch?v=CuNHsoJVjTE Polizei greift immer wieder bru­tal die let­zten winzi­gen Grup­pen von Demonstrant*innen an, die noch auf der Straße sind.

9. https://www.youtube.com/watch?v=sF12Fsfn2ao ab ca. Minute 1:20 bis ca. Minute 7:00, Über­sicht­sauf­nahme

10. https://www.youtube.com/watch?v=mdlnLENzBAw ab ca. Minute 2:36

11. https://g20-doku.org/2017/07/06/zuruckweichende-demonstrantinnen-werden-von-polizei-mit-pfefferspray-verfolgt ab Minute 0:45

12. Eines von vie­len Videos hierzu: http://www.stern.de/politik/deutschland/-welcome-to-hell–demo–polizei-verteidigt-einsatz-7528018.html

13. https://www.youtube.com/watch?v=kdrbaSu-Jzc ab Minute 1:35: Polizei stürmt den engen Weg auf der Deich­mauer

14. http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article211315773/G20-Krawalle-Warum-die-Polizei-den-Mob-nicht-eher-stoppte.html

15. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017–07/g20-protest-welcome-to-hell-hamburg-polizei

16. http://www.tagesspiegel.de/politik/g20-gipfel-in-hamburg-polizei-weist-vorwuerfe-nach-welcome-to-hell-demo-zurueck/20032748.html

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