Deutschland

We are here to stay!

Am Samstag mobilisierte die Gruppe Lampedusa in Hamburg Unterstützer*innen zum Steindamm, um gemeinsam gegen die tödliche Abschottungspolitik der Europäischen Union zu demonstrieren.

We are here to stay!

Die Kundge­bung am Sam­stag war der kämpferische Aufruf, sich gemein­sam zu organ­isieren, um gegen das Sys­tem der Aus­beu­tung und der tödlichen Gren­zen Wider­stand zu leis­ten. Sie richtete sich gegen die Isolierung in Lagern, gegen Abschiebun­gen, gegen Ras­sis­mus, gegen Mis­shand­lun­gen und Morde durch die Polizei. Eben­so gegen Waf­fen­ex­porte und gegen die Aus­beu­tung hal­bkolo­nialer Län­der.

Studierende der Hochschule für bildende Kün­ste Ham­burg errichteten vor dem Info-Zelt am Haupt­bahn­hof eine 5 Meter hohe Instal­la­tion mit Fahne, welche die Sicht­barkeit der Man­i­fes­ta­tion erhöhen soll. Das Objekt ist ein Zeichen der Sol­i­dar­ität und der gemein­samen Organ­isierung von Studieren­den und Geflüchteten gegen die Poli­tik des Ham­burg­er Sen­ats und der Europäis­chen Union.

Bei der Kundge­bung berichtete der Aktivist Ali Ahmed Abital­ib von „Lampe­dusa in Ham­burg“ von Repres­sion, Aus­beu­tung und Unter­drück­ung. Seit sechs Jahren organ­isieren sich Geflüchtete und Unterstützer*innen. Seit sechs Jahren gibt es das Info-Zelt am Ham­burg­er Haupt­bahn­hof. Es ist zu einem Sym­bol für Men­schen­rechte und den physis­chen Kampf gegen das kap­i­tal­is­tis­che Sys­tem gewor­den. In sein­er Rede erk­lärte er, weshalb es notwendig ist den Kap­i­tal­is­mus als Ursache zu bekämpfen.

Die Kundge­bung war Teil eines inter­na­tionalen Aktion­stages. Wir veröf­fentlichen den Aufruf zur „Com­mem­or Aktion“ 2020.

„Wir kämpfen gemein­sam gegen die tödlichen Gren­zen.
Jeden Tag ster­ben und ver­schwinden Men­schen an den europäis­chen Außen­gren­zen. Im Mit­telmeer, in der Sahara. In europäis­chen Haf­tanstal­ten und Hotspot-Camps, in denen Men­schen gehin­dert wer­den, ihren Weg fortzuset­zen.
Wir dür­fen sie nicht vergessen! Diejeni­gen, die getötet oder mit Gewalt an der Fort­set­zung ihres Weges gehin­dert wur­den. Oder diejeni­gen, die ver­schwun­den sind.
Wir kämpfen für die Beendi­gung dieses ständi­ge Mas­sak­ers an den europäis­chen Aus­sen­gren­zen. Wir set­zen uns für Bewe­gungs­frei­heit und glob­ale Gerechtigkeit ein. Heute, am 6. Feb­ru­ar 2020, ver­sam­meln wir uns, um unser­er Trauer in ein­er sol­i­darischen Aktion Aus­druck zu geben.
Wir – das sind Ver­wandte der Ver­mis­sten aus Tune­sien, Alge­rien, Marokko, Kamerun, Sene­gal, Syrien, Mexiko, Peru und anderen Län­dern. Wir sind diejeni­gen, die men­schliche Über­reste in der Wüste und im Meer bergen, die sich bemühen, die unbekan­nten Ver­stor­be­nen in den Gren­zge­bi­eten zu iden­ti­fizieren und die namen­losen Toten in Würde zu bestat­ten. Wir sind diejeni­gen, die sich gegen­seit­ig an den Hän­den hal­ten, wenn wir eine Tochter, einen Sohn, eine Schwest­er, einen Brud­er oder einen Fre­und ver­mis­sen.
Wir ver­sam­meln uns, um die tödliche Gewalt der glob­alen Gren­zregime anzuk­la­gen. Wir ver­sam­meln uns, um an diejeni­gen zu erin­nern, die im Mit­telmeer, in der Sahara, in der Region Evros, in Calais und ander­swo gestor­ben, ver­schwun­den oder getötet wor­den sind. Wir kla­gen die Ver­ant­wortlichen des Mordes an: Regierun­gen, die Hotspots in Höllen ver­wan­deln, Routen beschränken, Seenotret­tung ver­hin­dern, nur um Migran­tinnen und Migranten von ihrer Reise abzuhal­ten. Das Gedenken dieser Toten und Ver­schwun­de­nen ist für uns Teil dieses täglichen Kampfes.
Sechs Jahre ist es her: Am 6. Feb­ru­ar 2014 mas­sakri­erte die spanis­che Gren­zpolizei (Guardia Civ­il) 15 Men­schen. Sie über­querten die Gren­ze zur spanis­chen Enklave Ceu­ta. Bis heute wird dieses Ver­brechen nicht als Mord anerkan­nt. Die beteiligten Grenzbeamten kom­men ohne Strafe davon.
Dieses Mas­sak­er ist eines von vie­len Beispie­len für das Ster­ben und Ver­schwinden an den europäis­chen Gren­zen. Tausende ver­lieren ihr Leben in der Wüste und auf dem Meer oder bleiben spur­los ver­schwun­den.
Wir – das ist ein transna­tionales Bünd­nis und wir ver­sam­meln uns heute in mehreren europäis­chen Städten. Wir brin­gen die Gewalt an ihre Quelle zurück, ins Herzen von Europa. Wir protestieren in Ceu­ta, Barcelona, Mar­seille, Milano, Leipzig, Berlin und Zürich. Und viele ver­sam­meln sich im marokkanis­chen Ouj­da. Denn durch die Ver­schiebung der Gren­ze in den Süden, übern­immt Marokko die Arbeit der europäis­chen Gren­zpolizei. Deshalb mobil­isieren wir zusam­men mit lokalen Aktivis­ten und Aktivistin­nen eine gemein­same Gedenkak­tion vor Ort, um an die ver­nichteten und ver­schwun­de­nen Men­schen­leben zu erin­nern.
Wir fordern eine gerechte Welt, in der die Bewe­gungs­frei­heit ein anerkan­ntes Men­schen­recht ist. Wir wollen die Über­leben­skämpfe und das Leid der Men­schen an den europäis­chen Gren­zen sicht­bar machen. Wir wollen Räume schaf­fen für die Trauer und die Trau­matas der Ange­höri­gen und Hin­terbliebe­nen, die ihre Lieben ver­loren haben.
Wir haben uns schon mehrmals ver­sam­melt. Und wir wer­den in Zukun­ft immer wieder zusam­menkom­men. Zu anderen Zeit­en. An andern Orten. Denn zuviele sind es, der anhal­tenden Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit, um sich ihrer nur an einem Tag und an einem Ort gedenken zu kön­nen.
Die Beze­ich­nung «Com­mem­o­rAc­tion» ist ein Ver­sprechen. Niemals vergessen wir diejeni­gen, die ihr Leben ver­loren haben oder ver­misst bleiben. Wir set­zen unseren Kampf gegen das mörderische Gren­zregime, für glob­ale Bewe­gun­sgfrei­heit und Men­schen­würde fort. Wir schaf­fen Räume des Erin­nerns. Wir trauern gemein­sam. Und wir geben nicht auf.“

One thought on “We are here to stay!

  1. Ali Ahmed abitalib sagt:

    Nice protest those lampe­dusa refugees they nhave right to work like oth­ers refugees because they has been here since sev­en years ago and they treat­ed bad from the author­i­ty of Ham­burg

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