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Walmart-Arbeiter*innen in Mexiko streiken

Am Samstag organisierten tausende mexikanische Arbeiter*innen Arbeitsniederlegungen an mehreren Supermärkten, inklusive denen der Walton-Familie, also Walmart, Sam's Club etc.

Walmart-Arbeiter*innen in Mexiko streiken

Let­zte Woche organ­isierten Grup­pen von Arbeiter*innen bei Wal­mart, Sub­ur­bia, Sam’s Club, Bode­ga Aur­rera und FEMS kleinere Arbeit­snieder­legun­gen und Streik­posten in Guer­rero, Oax­a­ca, Michoacán und Mexiko-Stadt. Am Sam­stag riefen sie zu einem lan­desweit­en Streik auf. Arbeiter*innen kämpfen gegen schlechte Arbeits­be­din­gun­gen, Niedriglöhne und die Unmöglichkeit, eine Gew­erkschaft zu bilden und für bessere Arbeits­be­din­gung einzutreten.

Die schlecht­esten Arbeits­be­din­gun­gen gibt es beim multi­na­tionalen US-Konz­ern Wal­mart. Laut einem Finanzbericht für die mexikanis­che Börse im Jahr 2016 gener­iert das Unternehmen in seinen mexikanis­chen Märk­ten Gesamtein­nah­men von 20,7 Mil­liar­den Euro. In Mexiko gibt es ein Gesetz, dass die Arbeiter*innen einen Teil des alljährlichen Gewinns erhal­ten müssen. Doch die Walmart-Arbeiter*innen beka­men bloß zwis­chen fünf und 25 Euro – Krümel im Ver­gle­ich zu den Ein­nah­men des Konz­erns.

Zum ersten Mal in der Geschichte von Wal­mart in Mexiko riefen die Arbeiter*innen let­zten Sam­stag zu einem lan­desweit­en Streik auf. Obwohl diese Arbeiter*innen keine Gew­erkschaft haben, haben sich sich in lokalen Grup­pen organ­isiert, um zu mobil­isieren.

Die Arbeiter*innen forderten, dass die Super­märk­te den Acht-Stun­den-Tag respek­tieren. Sie ver­lan­gen außer­dem die Frei­heit, sich gew­erkschaftlich zu organ­isieren, sowie eine angemessene Anhebung der Löhne und reg­uläre Dien­st­pläne.

Wie die Super­markt-Arbei­t­erin Elvi­ra Fer­reyra sagt:

Die Ruhetage rotieren und sie sagen uns eine Woche vorher Bescheid, an welchen Tagen wir frei haben. Das macht es unmöglich, irgen­det­was im Voraus zu pla­nen. (…) Wir sind diejeni­gen, die die Türen zu den Läden am Mor­gen öff­nen, die den Flur reini­gen, die die Waren an der Kasse annehmen, die lächeln, die diese Bedin­gun­gen täglich ertra­gen. Wir machen die Prof­ite für die Bosse, deshalb sind wir unzufrieden mit den Pen­nies, die sie uns geben.“

Bereitschaftspolizist*innen erre­ichen eine Wal­mart-Fil­iale in Michoacán, um Arbeiter*innen zu unter­drück­en

In eini­gen Läden waren die Arbeiter*innen nicht in der Lage, Wal­mart effek­tiv von der Arbeit abzuhal­ten.

Der Kampf in Mexiko erin­nert an die Fight For 15-Kam­pagne für die Erhöhung des Min­dest­lohns in den USA, wo Walmart-Arbeiter*innen nur zehn Dol­lar pro Stunde ver­di­enen.

In Mexiko und den Vere­inigten Staat­en steigern große multi­na­tionale Konz­erne ihren Prof­it, indem sie die sex­is­tis­che, ras­sis­tis­che und eth­nis­che Spal­tung ver­tiefen, so dass Mil­lio­nen von Arbeiter*innen und ihre Fam­i­lien weit­er­hin mit mis­er­ablen Löh­nen leben müssen. Streiks von Arbeiter*innen in Mexiko und Proteste in den USA sind ein Aus­druck der Unzufrieden­heit mit der Poli­tik, wie sie von solchen Unternehmen betrieben wird.

Es ist prak­tisch für Wal­mart, dass Arbeiter*innen in den USA mexikanis­che Arbeiter*innen als ihre Feind*innen anse­hen und dabei nicht erken­nen, dass auf bei­den Seit­en der Gren­ze die sel­ben Unternehmen von der Über­aus­beu­tung prof­i­tieren. Das ist der Grund, weshalb die Arbeiter*innenklasse in den USA und in Mexiko sich gegen den gemein­samen Feind vere­ini­gen muss.

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