Venezuela: Linke Oppositionelle verhaftet
Die linke Aktivistin Martha Lía Grajales wurde verhaftet, weil sie sich für die Freilassung politischer Gefangener einsetzt. Schließt euch der Unterstützungskampagne an!
Am 8. August wurde die Menschenrechtsaktivistin Martha Lía Grajales im Rahmen von Protesten für die Freilassung politischer Gefangener in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ohne Angabe von Gründen festgenommen. Grajales wurde von mutmaßlichen Beamten der Bolivarischen Nationalpolizei gewaltsam in einen nicht identifizierbaren Kleinbus gezerrt. Seitdem ist ihr Aufenthaltsort unbekannt.
Seit fast einem Jahr kämpfen Angehörige des Komitees der Mütter für die Wahrheit für die Freilassung von über 300 jungen Menschen, die aufgrund von Protesten gegen die wahrscheinlich manipulierte Wahl von Nicolás Maduro im vergangenen Jahr inhaftiert wurden. Viele der Gefangenen, die zu Unrecht des Terrorismus angeklagt werden, sitzen im Hochsicherheitsgefängnis Tocorón, in Polizeistationen oder Militärkommandos. Dort sind sie schlechten Haftbedingungen und mangelnder medizinischer Versorgung ausgesetzt, zudem kam es bereits zu mehreren Todesfälle in staatlichem Gewahrsam. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um Arbeiter:innen und Studierende aus armen Verhältnissen, die gegen die zunehmend neoliberale und autoritäre Politik der venezolanischen Regierung protestierten. Maduro verwaltet eine drastische Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiter:innen und Armen, während er die Repression gegen soziale Proteste und linke Oppositionelle verschärft.
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Am 17. Juli 2025 hatten die Mütter der Gefangenen vor der Generalstaatsanwaltschaft eine Mahnwache abgehalten und einen Brief an Generalstaatsanwalt Tarek William Saab übergeben. Trotz polizeilicher Einschüchterungsversuche hielten sie die Protestaktion bis Mitternacht durch. Vertreter:innen der Staatsanwaltschaft sagten zu, sich um kranke Inhaftierte zu kümmern und die Fallprüfungen wieder aufzunehmen.
Nur wenige Wochen später, am 5. August, wurden rund 50 dieser Mütter während einer weiteren Mahnwache vor dem Obersten Gerichtshof von etwa 70 bewaffneten Motorradfahrern brutal angegriffen. Die Angreifer agierten koordiniert, schlugen und beraubten die Frauen – darunter auch eine Mutter mit Baby –, zerstörten Zelte und konfiszierten persönliche Gegenstände. Augenzeug:innen berichten, dass sich Polizeikräfte kurz zuvor zurückgezogen hatten, um der paramilitärischen Gruppe Platz zu machen.
Am 8. August fand vor dem Sitz des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen in Caracas eine Solidaritätsaktion gegen diese Gewalt statt. Dort wurde Grajales, Mitbegründerin der Organisation Surgentes, die sich in zahlreichen Kämpfen für die Verteidigung der Rechte benachteiligter Bevölkerungsgruppen engagiert, festgenommen.
Daraufhin unterzeichneten zahlreiche linke- und Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschafter:innen, Intellektuelle und Aktivist:innen eine Solidaritätserklärung, in der die sofortige Freilassung von Grajales gefordert wird.
Ángel Arias, Aktivist der Liga der Arbeiter:innen für den Sozialismus (LTS), unserer venezolanischen Schwesterorganisation, betonte:
Ist es etwa nicht einmal mehr möglich, eine friedliche Geste der Anteilnahme gegenüber geschlagenen Müttern zu zeigen? VonLa Izquierda Diario, einem Medium im Dienste der Kämpfe der Arbeiter:innenklasse, der Frauen, der Jugend und der armen Bevölkerung im Allgemeinen, und von der LTS verurteilen wir diesen neuen Akt der Repression und fordern die sofortige Freilassung von Martha Lia Grajales sowie aller anderen, die im Zusammenhang mit den Wahlen zu Unrecht inhaftiert wurden.
Fordert die Freilassung von Martha Lía Grajales!
Die Erklärung „Die Verteidigung der Menschenrechte der Armen ist kein Verbrechen: Sofortige Freilassung für Martha Lía Grajales“ könnt ihr hier unterschreiben.