TVStud: Lange Nacht? Gute Nacht! [mit Videos]

26.06.2017, Lesezeit 3 Min.
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Am Samstag machte die Tarifinitiative der studentischen Beschäftigten TVStud mit zwei Aktionen zur "Langen Nacht der Wissenschaft" auf sich aufmerksam: An der FU Berlin konfrontierten sie bei der Eröffnung den Regierenden Bürgermeister Müller, an der HU Berlin blockierten sie den Eingang des Grimm-Zentrum.

Am vergangenen Samstag wollten sich die Berliner Hochschulen im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaft“(LNDW) von ihrer besten Seite zeigen und öffneten der breiten Öffentlichkeit die Türen zu Labors, Bibliotheken, Infoständen usw. Nachdem die Berliner Unis in den Tarifverhandlungen ein absolut freches und im Vergleich zu vorher verschlechtertes Angebot unterbreitete hatten, erschienen die studentischen Beschäftigten von der TVStud Initiative auf der Bildfläche, um die große Inszenierung zu verhageln und zu zeigen, auf wessen Schultern eigentlich dieser führende Wissenschaftsstandort erbaut ist. Die neoliberalen Unis wären ohne ausufernde prekäre Arbeitsbedingungen gar nicht denkbar und auch die LNDW selbst wurde zum Großteil durch die unbezahlte Arbeit von studentischen Hilfskräften ermöglicht.

Mit großem Tamtam wurde die LNDW im Audimax des Henry-Ford-Baus der Freien Universität Berlin eröffnet. Nach einem Quiz zwischen Schüler*innen und Professor*innen unter dem Motto „Für eine Nacht in die Antike“ wurde der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, auf die Bühne gebeten. Noch zuvor gelangten die still protestierenden Aktivist*innen der Initiative TVStud auf die Bühne, um auf ihren Tarifkampf aufmerksam zu machen. Die RBB Moderatorin Britta Elm, die sich zuvor noch ein paar antike Sklaven für ihr Zuhause gewünscht hatte, empfahl die Protestierenden wie anständige Demokrat*innen vor die Tür, wo unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer Vertreterin gesprochen werden könnte und verwehrte ihnen das Wort. Nachdem eine Kollegin nach Müllers Eröffnungsrede das Wort ergreifen hatte, wurde ihr sofort das Mikro abgedreht und sodann startete die LNDW unter einem Trompetenklang und den Rufen „Tarifvertrag? Jetzt!“.

 

An anderer Stelle sammelten sich am frühen Abend vor der Zentralbibliothek Grimm-Zentrum in Berlin-Mitte circa 60 Kolleg*innen und Unterstützer*innen der Tarifinitiative, um ihrer Wut über das schlechte Tarifergebnis Luft zu machen. Die Besucher*innen der LNDW hatten keine andere Wahl, als der Kundgebung und den Parolen der Aktivist*innen zuzuhören. Denn diese versperrten den Zugang zum Grimm-Zentrum mit einer Blockade, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen.

In Redebeiträgen wurden die Verhandlungen bewertet und zukünftige Perspektiven für den Kampf diskutiert. Unter anderem wurde auf die Bedeutung der Aufnahme des Streiks als Kampfmittel und der Solidarisierung mit anderen Kämpfenden wie bei der CFM oder der VSG betont.

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