Unsere Klasse

TV-Stud-Verhandlungen gescheitert: Jetzt kommen Streiks

Nach monatelangen Gesprächen enden die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag der studentischen Beschäftigten zwischen Gewerkschaften und Hochschulen ohne Ergebnis. Eine erste Antwort wird die geplante Demonstration am Samstag sein, auf die weitere Aktionen und Streiks im Januar folgen.

TV-Stud-Verhandlungen gescheitert: Jetzt kommen Streiks

Auch bei der let­zten Ver­hand­lungsrunde zeigten sich die Berlin­er Hochschulen stur. Obwohl der Berlin­er Sen­at mehr finanzielle Mit­tel bere­it­stellt, gin­gen die Hochschulleitun­gen, die im Kom­mu­nalen Arbeit­ge­berver­band Berlin (KAV) ver­sam­melt sind, nicht auf die Forderun­gen der 8.000 stu­den­tis­chen beschäftigten ein. Jet­zt dro­hen Streiks, Demos und weit­ere Aktio­nen.

Die Ver­ant­wor­tung für das Scheit­ern der Ver­hand­lun­gen tra­gen die Hochschulen. Die Arbeit­ge­ber waren nicht bere­it, ihr bish­eriges Ange­bot wesentlich zu verbessern. Damit wären die stu­den­tis­chen Beschäftigten weit­er­hin auf Dauer von der Lohnen­twick­lung der anderen Hochschulbeschäftigten abgekop­pelt. Beschäftigte zweit­er Klasse sind mit uns aber nicht zu machen! — GEW-Ver­hand­lungs­führer Udo Mertens

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Seit 16 Jahren gab es keine Lohn­er­höhung mehr für die stu­den­tis­chen Beschäftigten. Deshalb fordern sie eine deut­liche Lohn­er­höhung auf 14 Euro, finanzielle Absicherung im Krankheits­fall und bessere Lehr- und Arbeits­be­din­gun­gen, sowie eine Ankop­plung ihres Lohns an die all­ge­meine Lohnen­twick­lung ander­er Hochschulbeschäftigten, also die Dynamisierung des Lohns. Seit Anfang des Jahres ver­liehen die stu­den­tis­chen Beschäftigten ihrer Forderung nach einem neuen Tar­ifver­trag (TV-Stud III) mit diversen Aktio­nen an den ver­schiede­nen Berlin­er Hochschulen und Uni­ver­sitäten Nach­druck.

Die beteiligten Gew­erkschaften ver.di und GEW kündigten den aktuellen Tar­ifver­trag zum Jahre­sende auf, sodass es schon im Jan­u­ar zum Ende des Win­terse­mes­ters zu ersten Streiks an Berlin­er Hochschulen kom­men kön­nte. Die Tar­ifkom­mis­sio­nen hat ihre Empfehlung für einen Streikaufruf bere­its kurz nach Scheit­ern der Ver­hand­lun­gen aus­ge­sprochen. Um diesen Streik zu organ­isieren und noch mehr stu­den­tis­che Beschäftigte zu organ­isieren ent­standen im Ver­lauf des Kampfes zahlre­iche Basis­struk­turen, die soge­nan­nte Streik­grup­pen.

Die näch­ste Aktion wird die angekündigte Demon­stra­tion am kom­menden Sam­stag um 16 Uhr am Ost­bahn­hof sein. Dort wer­den die stu­den­tis­chen Beschäftigten gemein­sam mit Studieren­den, Jugendlichen, Arbeiter*innen ander­er Berlin­er Lan­des­be­triebe und sol­i­darischen Unterstützer*innen für einen neuen Tar­ifver­trag und bessere Löhne und Arbeits­be­din­gun­gen protestieren. Schlusspunkt des laut­en und bun­ten Demozugs wird der Bebelplatz gegenüber der Hum­boldt-Uni­ver­sität sein.

Yunus Özgür, stu­den­tis­ch­er Beschäftigter an der Freien Uni­ver­sität, sagte zum Scheit­ern der Tar­ifver­hand­lun­gen:

Es war schon lange klar, dass die Leitun­gen der Hochschulen nicht dazu bere­it sind, auf unsere drin­gen­den Forderun­gen einzuge­hen. Jet­zt kommt es darauf an, im Jan­u­ar schlagkräftige Streiks zu organ­isieren, sodass die Hochschulen bereuen, dass sie kein gutes Ange­bot vorgelegt haben. Die Demon­stra­tion ist der erste Schritt für die Mobil­isierung hin zu einem Streik. Um zu siegen, müssen wir weit­er auf die Selb­stor­gan­isierung set­zen, in dem wir noch mehr stu­den­tis­che Beschäftigte und Unterstützer*innen für unsere Streik­grup­pen an den Uni­ver­sitäten gewin­nen.

Weit­ere Infos
Demo: Tanz für TVS­tud 3
Wann? Sam­stag 16:00 Uhr
Wo? Her­mann-Stöhr-Platz, Ost­bahn­hof

Hier sind die näch­ste Tre­f­fen der Streik­grup­pen.

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