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Tre Kwon, Krankenpflegerin in New York: „Die einzige Lösung ist die Verstaatlichung der Industrie“

In New York forderten Krankenhausbeschäftigte an vorderster Front im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie die sofortige Beschaffung und Verteilung von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA), geschultem Personal und Material. Tre Kwon, Mitglied von Left Voice und Krankenpflegerin in New York, sprach mit Democracy Now! über den Kampf.

Tre Kwon, Krankenpflegerin in New York:
Tre Kwon und andere Pfleger*innen in New York

Bild: Luigi Morris via LeftVoice

Am Freitag versammelten sich Krankenpfleger*innen zusammen mit Beschäftigten anderer Sektoren, die an vorderster Front im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie stehen, vor dem Mount-Sinai-Krankenhaus im New Yorker Stadtteil Harlem, um für dringend notwendige persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu protestieren. Diese wird ihnen von Regierungsbeamt*innen, Gewerkschaftsführer*innen und Krankenhausverwaltungen gleichermaßen verweigert.

Die neu gegründete COVID-19 Frontline Workers Task Force organisierte diese Aktion und forderte die Beschäftigten an anderen unverzichtbaren Arbeitsplätzen, in denen erhöhte Gefahr besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, auf, ähnliche Gesundheits- und Sicherheitsausschüsse für eine demokratischere Entscheidungsfindung zu bilden. Denn die aktuelle Pandemie offenbart die Führungskrise von den Krankenhäusern in New York bis hin zur Staatsregierung.

Democracy Now! sprach mit Tre Kwon, Intensivkrankenpflegerin und Redaktionsmitglied von Left Voice, die an der Vorbereitung der Aktion beteiligt war. Kwon beschrieb die Situation vor Ort:

Wir stehen hier vor der Notaufnahme. Wir sind auf der Straße, um persönliche Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte und ein angemessenes Sicherheitsprotokoll für die Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens an der Front zu fordern. Wir haben diese Task Force gebildet, weil der Spruch „Wir stecken da alle gemeinsam drin“, den Cuomo, Trump und andere Politiker*innen, und sogar CEOs abspulen, völlig falsch ist. Wir sind es, die unsere Körper aufs Spiel setzen. Wir sind es, die unsere Familien und uns selbst in unserem Job in Gefahr bringen.

Die Arbeiter*innen bei dieser Demonstration kritisierten auch das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket, das den großen Unternehmen einen Rettungsschirm bietet, während man die Arbeiter*innen ausbluten lässt, sie von ihren Familien trennt, um das Risiko der Ansteckung zu verringern und sie sterben lässt, nachdem sie gezwungen waren, Masken wieder zu verwenden – wenn sie überhaupt Zugang zu ihnen hatten. Es ist klar, dass die Arbeiter*innenklasse die Hauptlast dieser menschengemachten Krise des Kapitalismus trägt. Wie Kwon gegenüber Democracy Now! sagte:

Was wirklich notwendig ist, ist, dass die verarbeitende Industrie verstaatlicht und unter vollständige öffentliche Kontrolle gestellt wird – eigentlich unter die demokratische Kontrolle der Arbeiter*innen. Das wäre der einzige vernünftige Weg, auf diese Krise zu reagieren. GM – all diese Konzerne sitzen herum und warten auf ihr Paket von der Bundesregierung… Aber letztendlich ist eine zentralisierte, koordinierte Planung erforderlich, aber nicht in den Händen von Trump. Trump ist ein weiterer rassistischer, milliardenschwerer Boss, der auch seine eigenen Interessen vertritt. Die Industrie muss wirklich unter der Kontrolle der Öffentlichkeit, der Arbeiter*innenklasse, stehen.

Dutzende von Medien berichteten über die mutigen Aktionen dieser Arbeiter*innen, die ihren Job riskierten, um sich als Teil einer Reihe von Aktionen der Beschäftigten des Gesundheitswesens und der Welle des Klassenkampfes zu äußern, die im ganzen Land stattfindet. Sie fordern sofortige Maßnahmen, während die Verwüstungen des Coronavirus in den USA voll zum Tragen kommen.

Das ganze Interview mit Tre Kwon gibt es hier (auf Englisch):

https://youtu.be/T5Ub4Bt5dng?t=78

Die englischsprachige Version dieses Artikels erschien am 3. April 2020 auf Left Voice.

 

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