Unsere Klasse

Tödlicher Arbeitsunfall bei Amazon in Werne

Gestern morgen wurde ein 72-jähriger Lastwagenfahrer auf dem Firmengelände von Amazon im nordrhein-westfälischen Werne von einem anderen Lastwagenfahrer überfahren. Wir drücken den Angehörigen und den Kolleg*innen unser tiefstes Mitgefühl aus.

Tödlicher Arbeitsunfall bei Amazon in Werne

Um vier­tel nach sechs Uhr mor­gens über­querte gestern ein Lkw-Fahrer eines Zulief­ererbe­triebs den Weg zum Pfört­ner­haus auf dem Fir­men­gelände von Ama­zon in Werne. Sekun­den später war er tot – über­rollt von einem Kol­le­gen, der ger­ade die Ein­fahrtss­chranke durch­querte. Bei­de hat­ten die Gefahr der Sit­u­a­tion nicht bemerkt, umste­hende Mitarbeiter*innen kon­nten auch durch Warn­rufe das Unglück nicht mehr ver­hin­dern.

Ersthelfer*innen kamen nicht mehr an den über­roll­ten 72-Jähri­gen her­an. Feuer­wehr und Notarzt kon­nten den Mann aus Gelsenkirchen zwar schnell bergen, aber nur noch seinen Tod fest­stellen.

Immer, wenn Kolleg*innen ster­ben, trauern wir um einen der Unsri­gen – in diesem Fall um einen 72-Jähri­gen, der wahrschein­lich auf­grund sein­er zu gerin­gen Rente noch weit­er Last­wa­gen fahren musste. War er – oder der 28-jährige Last­wa­gen­fahrer, der den Unfall­wa­gen fuhr – auf­grund langer Fahrten über­müdet und hat die Gefahren­si­t­u­a­tion deshalb überse­hen? Warum musste der 72-Jährige über­haupt noch für die Zulief­er­erfir­ma arbeit­en? Wir grü­beln, ob er ein Opfer der steigen­den Alter­sar­mut in Deutsch­land wurde.

Hinzu kommt: Schon seit Wochen gibt es in Werne Stre­it um den über­mäßi­gen Lkw-Verkehr rund um das Ama­zon-Werk. Auch wenn sich die Ama­zon-Sprecherin gestern beeilte, jede Verbindung mit dem gestri­gen Unfall zu demen­tieren, bleibt ein mul­miges Gefühl. Haben zu hohe Arbeits­be­las­tung oder Nach­läs­sigkeit­en beim Unfallschutz durch den hohen Pro­duk­tiv­itäts­druck, mit dem Ama­zon immer wieder in die Schlagzeilen gerät, zum Unfall beige­tra­gen? Erst am Mon­tag gab es einen Streik in dem Werk in Werne gegen den hohen Kranken­stand, der durch den großen Druck bei der Arbeit zus­tande kommt.

Wir wis­sen nicht, ob der Unfall hätte ver­hin­dert wer­den kön­nen. Wir wis­sen nur: Jed­er tödliche Arbeit­sun­fall ist ein­er zu viel. Wir drück­en den Ange­höri­gen des Toten und den Kolleg*innen unser tief­stes Mit­ge­fühl aus.

2 thoughts on “Tödlicher Arbeitsunfall bei Amazon in Werne

  1. jens sagt:

    Was ist das für ein Kommentar/Journalismus

    Warum musste der 72-Jährige über­haupt noch für die Zulief­er­erfir­ma arbeit­en? Wir grü­beln, ob er ein Opfer der steigen­den Alter­sar­mut in Deutsch­land wurde.

    1. Stefan Schneider sagt:

      Warum müssen 72-jährige Rent­ner Lkw fahren? Warum reicht die Rente nicht auch so? Natür­lich hat Alter­sar­mut etwas damit zu tun, ob Men­schen in dem Alter noch arbeit­en müssen oder nicht.

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