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Tausende protestieren für Adama Traoré, ein Opfer rassistischer Polizeigewalt in Frankreich

#BlackLivesMatter: Nicht nur in den USA, sondern auch in Frankreich werden schwarze Menschen von der Polizei ermordet. Adama Traoré wurde in einem Vorort von Paris getötet. Jetzt gehen Tausende für Gerechtigkeit auf die Straße.

Tausende protestieren für Adama Traoré, ein Opfer rassistischer Polizeigewalt in Frankreich

Die bürg­er­liche Presse ver­sucht, die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA und ihren Kampf gegen die ras­sis­tis­che Gewalt des Staates und sein­er Polizei als rein amerikanis­ches Phänomen darzustellen. Doch die Geschehnisse sprechen für sich: Mitte des Monats starb Adama Tra­oré, ein 24-jähriger schwarz­er Mann, in Beau­mont-sur-Oise, einem Vorort von Paris, in Polizeige­wahrsam. Die Aus­sagen der Behör­den wider­sprechen sich.

Am Abend des 19. Juli war Adama mit seinem Brud­er Bagui unter­wegs, als Polizist*innen auf die bei­den zuka­men. Sie woll­ten Ban­gui wegen Ermit­tlun­gen zu Schutzgelder­pres­sung fes­t­nehmen. Laut seinem Brud­er ver­suchte Adama wegzuren­nen, da er keine Papiere dabei hat­te. Die Polizei behauptet hinge­gen, Adama hätte sich in die Fes­t­nahme eingemis­cht, weshalb sie auch ihn mit auf die Wache nah­men. Während Bagui ohne Fol­gen noch am sel­ben Abend ent­lassen wurde, starb Adama in den Hän­den der Polizei. Diese sprach zuerst von Tod durch Infek­tion, dann von einem Herz­in­farkt.

Adamas Brud­er sagt jedoch aus, er habe auf der Wache gese­hen, wie Adama – umringt von 5 oder 6 Polizist*innen – auf dem Boden lag, Hände auf dem Rück­en in Schellen. Er habe nicht mehr geat­met und sein Gesicht sei blutbe­deckt gewe­sen. Auch habe er einen der der Polizis­ten gese­hen, die sie festgenom­men hat­ten, mit einem weißen, in Blut getränk­ten T‑Shirt. Bagui glaubt nicht an die Erk­lärung der Polizei: “Mein Brud­er hat­te keinen Herz­in­farkt, sie haben ihn zusam­mengeschla­gen.”

In den Tagen nach Adamas Tod kam es in mehreren Vororten zu Auf­stän­den der Anwohner*innen. Autos bran­nten und Fen­ster­scheiben wur­den eingeschla­gen. Das Ein­schre­it­en der Polizei war bru­tal, und der seit Novem­ber herrschende Aus­nah­mezu­s­tand erle­ichtert Haus­durch­suchun­gen und Fes­t­nah­men enorm. Ange­blich soll der Aus­nah­mezu­s­tand die öffentliche Sicher­heit wieder­her­stellen. Doch unter der ver­schärften Polizeire­pres­sion lei­den vor allem Peo­ple of Colour, aber auch kämpferische Arbeiter*innen und Jugendliche.

Offen­sichtlich wurde dies auch am Sam­stag, als 2.000 Men­schen sich am Bahn­hof Gare du Nord ver­sam­melten, um für Gerechtigkeit für Adama zu demon­stri­eren. Kurz nach dem Start der Demo wur­den die Teilnehmer*innen für drei Stun­den von der Polizei eingekesselt. Trotz der schwieri­gen Bedin­gun­gen der Aktion forderten sie kämpferisch die Aufk­lärung von Adamas Tod und ein Ende der ras­sis­tis­chen Polizeige­walt.

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