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“Tarifvertrag gekündigt – Streik jetzt”: Studentische Beschäftigte protestieren vor der FU Berlin (mit Fotos und Videos)

Am Donnerstag demonstrierten dutzende studentische Beschäftigte und solidarische Unterstützer*innen an der Freien Universität für einen neuen Tarifvertrag. Im Januar werden sie in den Streik treten.

Unter dem Mot­to “Tar­ifver­trag gekündigt – Streik jet­zt!” ver­sam­melten sich am Don­ner­stag dutzende stu­den­tis­che Beschäftigte und andere Uni­ver­sität­sange­hörige vor der Men­sa in der “Rost- und Sil­ber­laube”, dem zen­tralen Uni­ver­sitäts­ge­bäude der Freien Uni­ver­sität Berlin. Sie demon­stri­erten gemein­sam für einen neuen Tar­ifver­trag für stu­den­tis­che Beschäftigte (genan­nt “TVS­tud”).

Die stu­den­tis­chen Beschäftigten in Berlin haben seit 16 Jahren keine Lohn­er­höhung erhal­ten und deshalb beschlossen, ab Jan­u­ar in den Streik zu treten.

Bei der Kundge­bung berichteten ver­schiedene stu­den­tis­che Beschäftigte von ihren Arbeits­be­din­gun­gen und ihren bish­eri­gen Aktio­nen. Yunus Özgür, der im Studieren­denser­vice der FU arbeit­et, betonte beson­ders, wie wichtig die Sol­i­dar­ität und der gemein­same Kampf mit allen Beschäftigten­grup­pen an der Uni­ver­sität sind.

Sol­i­darische Grüße kamen von ver­schiede­nen Seit­en. Unter anderem drück­te Lukas S., Betrieb­sratsvor­sitzen­der am Botanis­chen Garten der FU, die Unter­stützung der Kolleg*innen für den TVS­tud-Kampf aus und berichtete von den eige­nen Streik­er­fahrun­gen.

Auch die wis­senschaftlichen Mitarbeiter*innen zeigten sich sol­i­darisch mit dem Streik, wie Ruben Schen­zle, wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er an der FU und Vertreter des “Net­zw­erks für Gute Arbeit in der Wis­senschaft”. Er berichtete von seinen eige­nen Arbeits­be­din­gun­gen und rief zur Teil­nahme an ein­er Protes­tak­tion vor der Hochschul­rek­torenkon­ferenz am kom­menden Dien­stag auf.

Ste­fan Bom­mer, Lehrbeauf­tragter am Otto-Suhr-Insti­tut, betonte den poli­tis­chen Charak­ter des Kampfes, zum Einen auf­grund der Ver­ant­wortlichkeit des rot-rot-grü­nen Berlin­er Sen­ats und zum Anderen auf­grund der dahin­ter­liegen­den struk­turellen Finanzierung­sprob­leme für die Hochschulen, die immer wieder dafür genutzt wer­den, um Beschäftigte und Studierende untere­inan­der auszus­pie­len. Sich dem ent­ge­gen­zuset­zen und gemein­sam für eine Uni im Dien­ste der Studieren­den und Beschäftigten – ohne Zugangs­beschränkun­gen – zu kämpfen, ist deshalb ein inte­graler Bestandteil der Auseinan­der­set­zung.

Im Anschluss an die Kundge­bung zogen die Anwe­senden in ein­er laut­starken Demon­stra­tion durch das Uni­ver­sitäts­ge­bäude. Sie riefen Slo­gans wie “Tar­ifver­trag – Jet­zt!”, “Ohne uns läuft hier nix – gebt uns unsere Kohle fix!” und “Lohn­verzicht seit 16 Jahren – ihr kön­nt dicke Autos fahren!”

Neben dem Ziel, Aufmerk­samkeit auf die Tar­ifkam­pagne und den bevorste­hen­den Streik zu lenken und Sol­i­dar­ität zu organ­isieren, war der Anlass der Kundge­bung die Mobil­isierung für die Wahl der Tar­ifkom­mis­sion, die am sel­ben Abend an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität (TU) stat­tfand.

Zuvor hat­ten die stu­den­tis­chen Beschäftigten an der gesamten Uni­ver­sität mit kreativ­en Mit­teln auf sich aufmerk­sam gemacht.

Weit­ere Aktio­nen fan­den an anderen Uni­ver­sitäten und Hochschulen in Berlin statt, so an der TU und an der Alice-Salomon-Hochschule.

Um weit­ere Aktio­nen zu organ­isieren, tre­f­fen sich an den ver­schiede­nen Uni­ver­sitäten und Hochschulen regelmäßig offene Streik­grup­pen. An der FU find­et das näch­ste dieser Tre­f­fen am kom­menden Mittwoch, den 15. Novem­ber, ab 16 Uhr im Foy­er vor der Men­sa in der Rost- und Sil­ber­laube statt.

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