Unsere Klasse

Tanzen, für das Recht auf bezahlte Überstunden?

Die Einzelhandelskette GameStop, die Computerspiele und Unterhaltungssoftware vertreibt, wollte für die Beschäftigten eine groteske TikTok Challenge starten, in der die Arbeiter:innen unter anderem bezahlte Überstunden gewinnen können - durch Tanzen. Diese Zynik ist ein Spiegelbild von der Krise, in der wir uns befinden, in der Beschäftigte unter so hohem finanziellen Druck leiden, dass Kapitalist:innen bezahlte Überstunden als Almosen und Geschenke verkaufen können.

Tanzen, für das Recht auf bezahlte Überstunden?
Bild: Wikimedia Commons

Auf der diesjährigen Konferenz für die Beschäftigten von GameStop, kündigte das Unternehmen eine sehr fragwürdige TikTok Challenge an. Die Filiale, die das beste Tanzvideo macht, gewinnt das “Privileg” die Angestellten Überstunden während des Black Friday arbeiten zu lassen. Anstatt die Läden, während des Black Friday Ansturms vernünftig zu besetzen, sollen die Beschäftigten sich also das Recht ertanzen, überstrapaziert zu werden.

Bei wem nun sowieso die Alarmglocken läuten, dass während der Corona Pandemie, die Kapitalist:innen mit überfüllten Läden rechnen, für den ist GameStop ein trauriges Beispiel für den menschenverachtenden Umgang mit der Pandemie. Schon während des ersten Lockdowns im März hatte die GameStop Corporation bis zur Zwangsschließung alle Läden offen gehalten und das teilweise ganz ohne Hygiene Equipment, wie Masken oder Handschuhe, für die Beschäftigten. So mussten GameStop Mitarbeiter:innen in Boston ihre Hände in Plastiktüten wickeln, um weiterhin den Laden offen zu halten.

Dieser Vorfall zeigt in tragischer Art und Weise, wie weit die Krise, in der wir uns befinden, vorangeschritten ist. Während wir händeringend nach prekärer Arbeit, dem dritten Nebenjob suchen und uns für Überstunden verrenken müssen, weil die finanziellen Drücke, denen wir ausgesetzt sind, so stark auf uns lasten, sind wir doch für den Staat und das Kapital nicht mehr als ein paar Zahlen auf Papier. Sie scheren sich nicht um uns, so lange wir ihre prall gefüllten Portemonnaies nicht gefährden. Deswegen müssen wir unsere Kämpfe verbinden und uns organisieren, wenn wir die Pandemie, die Krisen und alle weiteren Herausforderungen überstehen wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.