Jugend

Studentenwerk München verbietet “politische Werbung” gegen die AfD

Am schwarzen Brett der Uni München darf Werbung für Konzerne und Veranstaltungen liberaler Gruppen gemacht werden, aber linke Ankündigungen werden verboten. Eine Stellungnahme der marxistischen Jugend München.

Studentenwerk München verbietet

Wer an der Uni München ein schwarzes Brett sucht, geht in die Men­sa. An diesem bun­ten Ort find­et sich in der Regel alles was man sich vorstellen kann. Aufgeteilt in Ver­anstal­tun­gen, Stel­lenanzeigen und so weit­er gibt es dort Infos zu allen The­men, von Kom­merz und Jobs über Nach­hil­fe und religiöse Sek­ten bis zu Woh­nungs­ge­suchen. Und dazwis­chen natür­lich auch Infos zu poli­tis­chen Ver­anstal­tun­gen.

Dass diese Vielfalt nicht für alle gilt, wurde uns klar gemacht, als wir ein Plakat zur Ver­anstal­tung “Stop AfD – orga­nize!” aufhän­gen woll­ten. “Keine poli­tis­che Wer­bung — auch nicht gegen die AfD!”, wurde uns von ein­er Autorität vorge­hal­ten. Dass diese ver­meintliche Regel nicht für alle zu gel­ten scheint, zeigt schnell ein Blick auf die son­sti­gen Aushänge, unter denen unter anderem eine lib­erale Gruppe für den Kap­i­tal­is­mus und ihre Ver­anstal­tungsrei­he wirbt. Das offen­bart, wie ver­logen diese ange­bliche Vorschrift ist und wie willkür­lich ihre Umset­zung.

Wir haben die ver­ant­wortliche Per­son gefragt, wo wir denn dann auf Ver­anstal­tun­gen aufmerk­sam machen sollen, wenn die Uni­ver­sität und das Stu­den­ten­werk uns alle legalen Möglichkeit­en versper­ren. Die Antwort: Egal. An den schwarzen Bret­tern jeden­falls, wür­den unsere Plakate bin­nen zehn Minuten ent­fer­nt. Die Tol­er­anzschwelle scheint offen­bar beson­ders niedrig zu sein, wenn es sich um linke “Wer­bung” han­delt.

Nun sind wir selb­st gar nicht der Ansicht, dass es for­male Gle­ich­be­hand­lung aller ungle­ichen Inter­essen geben sollte. Natür­lich dür­fen rechte Grup­pen hier keinen Raum bekom­men, wenn sie Student*innen bedro­hen und angreifen, weil sie zum Beispiel nicht-weiß, Frauen, LGBTI*, Geflüchtete oder mus­lim­isch sind. Wir sind auch bere­it an der Vertei­di­gung gegen solche Grup­pen mitzuwirken, soll­ten sie aufkreuzen (wie vor einem Jahr geschehen).

Wir sind der Mei­n­ung, dass es sich bei der Men­sa um einen öffentlichen Raum han­delt. Nicht ein*e Bürokrat*in aus dem Stu­den­ten­werk, son­dern die Student*innen selb­st soll­ten darüber entschei­den, was am schwarzen Brett sein darf und was nicht. Warum zum Beispiel ist die ganze Konz­ern­wer­bung in Ord­nung? Ist sie etwa im Inter­esse der Studieren­den? Nein!

Plakate gegen die AfD dage­gen sind im Inter­esse der weit über­wiegen­den Mehrheit der Studieren­den. Wir rufen das Stu­den­ten­werk München dazu auf, die Frei­heit der Organ­isierung an der Uni nicht durch bürokratis­che Kon­trolle des einzi­gen großen schwarzen Bretts der LMU einzuschränken.

2 thoughts on “Studentenwerk München verbietet “politische Werbung” gegen die AfD

  1. Sven Schumacher sagt:

    Poli­tis­che Wer­bung dort zu ver­bi­eten wäre ok, wenn es für alle gilt. Selek­tiv ist es in meinen Augen alles andere als neu­tral und nicht in Ord­nung.

  2. eispickelverkäufer*in sagt:

    Vielle­icht dachte sich der*die von euch soge­nan­nte Bürokrat*in ja auch, dass es sich bei eurem Plakat um rechte Pro­pa­gan­da han­delt und die hat, wie ihr richtig bemerkt habt, keinen Platz an der Uni. Ein Anti­semi­tis­ch­er Scheißvere­in wie der eure, der sich neuerd­ings mj nen­nt, ist eben schw­er von anderen Recht­en zu unter­schei­den. Die IB nen­nt sich Neurechts, wer sagt da, dass andere nicht auf die Idee kom­men, sich gle­ich links zu nen­nen. Und ganz ehrlich, die ide­ol­o­gis­che Grund­lage des Anti­semitismus teilt ihr nicht nur mit neurecht­en, auch mit neon­azis teilt ihr dieselbe reak­tionäre antikap­i­tal­is­muskri­tik, die eben in dem von euch prak­tizierten Anti­semitismus mün­det. Also seid froh, dass die Uni die Plakate selb­st ent­fer­nt, spätestens vernün­ftige Student*innen wür­den das ohne­hin kurz nach­dem ihr sie aufge­hängt habt, tun. Aber vielle­icht wür­den diese ja mehr tun und einen anti­semi­tis­chen Dozen­ten in seinen Kursen besuchen oder bei sein­er Chefin out­en!

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