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Streik der Arbeiter:innen und Studierenden in Frankreich gegen die Inflation und für höhere Löhne

Am heutigen Dienstag fand ein großer Streiktag in Frankreich statt, zu dem mehrere Sektoren der Arbeiter:innen aufgerufen haben und der von der Studierendenbewegung begleitet wurde. Sie fordern Lohnerhöhungen, um die Inflation und die Krise zu bekämpfen.

Streik der Arbeiter:innen und Studierenden in Frankreich gegen die Inflation und für höhere Löhne

Von den Streikposten in den Total-Raffinerien in der Normandie bis hin zu den Streikposten der Eisenbahner:innen in den Pariser Bahnhöfen, an den Toren von Gymnasien und Universitäten: Frankreich ist heute der Ort, an dem der Klassenkampf gegen Inflation und Krise in Europa am weitesten fortgeschritten ist. Vom heutigen Streiktag berichten unsere Genoss:innen von Révolution Permanente, die an all diesen Orten präsent sind. Wir dokumentieren an dieser Stelle Fotos, Videos, Live-Zeugnisse.

Um 16 Uhr nachmittags demonstrierten in Frankreich Tausende von Arbeiter:innen und Studierenden in den wichtigsten Städten, nachdem sie sich dem für Dienstag ausgerufenen Streik angeschlossen haben.

In Paris, Marseille, Nantes und Toulouse fanden große Demonstrationen statt.

In Toulouse marschierten Tausende von Demonstrant:innen zur Unterstützung des Streiks der Ölarbeiter:innen in den Raffinerien und gegen die Politik der Regierung, die Streiks mit juristischen und repressiven Maßnahmen zu brechen. Sie forderten auch eine allgemeine Lohnerhöhung, und die Arbeiter:innen des Airbus-Flugzeugwerks, die seit heute Morgen die Produktion gestoppt hatten, um während des Streiktags zu marschieren, beteiligten sich ebenfalls besonders stark. Sie fordern angesichts der Inflation eine Lohnerhöhung um 10 Prozent.

Von der Mobilisierung in Paris berichtete Agathe, eine Studentin der Gruppe Le Poing Levé und Révolution Permanente, dem internationalen Netzwerk von Klasse Gegen Klasse: „Wir sind hier bei der Mobilisierung und bei allen Demonstrationen im ganzen Land, um die Politik der Regierung anzuprangern, die eine sehr repressive Politik ist, zum Beispiel mit der Ankündigung des Arbeitszwangs für streikende Arbeiter:innen, die sie daran hinderte, den Streik fortzusetzen, was ein enormer Angriff auf das Streikrecht ist und was wir anprangern müssen“.

Hier ist ein Rückblick auf den Tag von den Streikposten am frühen Morgen

So begann heute früh der Tag auf den Streikposten an den Atomkraftwerken und Bahnhöfen:

Wenig später wurden auch die Türen der weiterführenden Schulen blockiert. Auch Studierende haben beschlossen, sich an diesem Streiktag zu beteiligen und blockierten seit dem Morgen ihre Studienzentren.

Mehr als 10.000 Menschen demonstrierten heute Morgen in den Straßen von Le Havre. In dem Video sieht man die Hafenarbeiter:innen, die an der Demonstration teilnehmen. Viele Sektoren sind vertreten: Exxon, Total, Dresser, Sidel, Bildungswesen, Krankenhäuser, usw.

Streikposten vor dem größten Atomkraftwerk Frankreichs:

Mobilisierung von Studierenden in Paris und Bilder des streikenden Wartungspersonal des RATP-Nahverkehrsbetriebs:

Die Eisenbahner:innen des wichtigen Bahnhofs Paris Nord hielten an diesem Dienstag, mitten im Streiktag, eine Vollversammlung des Sektors mit etwa 200 Personen ab, in der sie beschlossen, den Streik am Mittwoch fortzusetzen und eine Erhöhung des Nettolohns um 500 Euro, ein Monatsgehalt von nicht weniger als 2.000 Euro und eine Indexierung des Lohns für die Inflation forderten, um in Zukunft nicht an Kaufkraft zu verlieren.

Nach dreiwöchigen Streiks in den wichtigsten Raffinerien Frankreichs sahen sich die Gewerkschaftsführungen, die bis dahin eine Politik des „sozialen Dialogs“ mit der Regierung Macron befürwortet hatten, gezwungen, für Dienstag, den 18. Oktober, zu einem gewerkschaftsübergreifenden Streiktag (allerdings ohne die CFDT) für Löhne und „gewerkschaftliche Freiheiten“ aufzurufen. Eine Mobilisierung, die von vielen Medien schnell als „Generalstreik“ bezeichnet wurde.

Die Arbeiter:innen fordern Lohnerhöhungen in Höhe der Inflation. Es gibt viel Ärger darüber, dass die großen Unternehmen inmitten der Krise ihre Gewinne steigern. Der Ölkonzern Total zum Beispiel hat im zweiten Quartal 2022 einen Nettogewinn von 5,7 Milliarden Dollar erzielt und musste anschließend 2,62 Milliarden Euro an seine Aktionäre auszahlen. Im Falle von ExxonMobil sind die Gewinne sogar noch beeindruckender: 17,9 Milliarden im zweiten Quartal.

Angesichts des Preisanstiegs zeigt die französische Arbeiter:innenklasse den Weg. Viele Sektoren von Arbeiter:innen, die sich organisieren, treten in den Streik, wie die Eisenbahner:innen der SNCF, die Arbeiter:innen der Atomkraftwerke und zahlreicher französischer Fabriken.

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