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Streik bei Ryanair am Freitag

Am Freitag ruft die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Pilot*innen der Fluggesellschaft Ryanair in Deutschland zum Streik auf. Ryanair ist seit Jahren für eine anti-gewerkschaftliche Praxis bekannt. Aufgrund der Streikdrohungen von Gewerkschaften in vielen europäischen Staaten musste die Geschäftsführung diese Woche nun vorerst einlenken.

Streik bei Ryanair am Freitag

Ryanair bekommt europaweit ger­ade mas­siv Stress von Gew­erkschaften. Anlass ist die arbeiter*innenfeindliche Posi­tion der Flugge­sellschaft, die bish­er jegliche Ver­hand­lun­gen mit Gew­erkschaften abgelehnt hat. Zum Unmut viel­er Beschäftigter in ganz Europa.

Vor gut ein­er Woche haben sich bere­its Pilot*innen in Dublin in ein­er Urab­stim­mung mehrheitlich für einen Streik aus­ge­sprochen. Auch in Ital­ien und Por­tu­gal dro­ht­en die Gew­erkschaften mit Streiks, die jedoch vor­erst durch Ver­hand­lun­gen zwis­chen Bossen und Gew­erkschaften abgewen­det wur­den. In Deutsch­land jedoch haben Pilot*innen nun für Fre­itag­mor­gen einen vier­stündi­gen Aus­stand angekündigt.

Am Mittwoch hat sich Ryanair erst­ma­lig mit Vertreter*innen der VC getrof­fen. Laut Gewerkschaftsvertrer*innen ging es in erster Lin­ie darum auszu­loten, ob die Flugge­sellschaft über­haupt zur Auf­nahme von Tar­ifver­hand­lun­gen bere­it ist. Details über das Tre­f­fen sind zwar nicht bekan­nt. Bei­de Seit­en haben sich auf einen ersten Ver­hand­lung­ster­min im neuen Jahr geeinigt. Den­noch soll es am Fre­itag zum ersten Mal in der Geschichte von Ryanair zu Streiks kom­men.

Damit erhöht die Gew­erkschaft den Druck auf Ryanair, die es noch vor zwei Wochen öffentlich abgelehnt hat­te, die VC oder die Gew­erkschaft der Flugbleiter*innen Ufo als Ver­hand­lungspart­ner anzuerken­nen. Michael O‘Leary, Chef von Ryanair, machte bere­its in einen Inter­view im März deut­lich, was er von Gew­erkschaften hält. „Wir erken­nen die Piloten-Gew­erkschaft nicht an, deswe­gen machen sie uns Prob­leme, also sollen sie zur Hölle fahren.“

Auch Ufo hat angekündigt, mit Ryanair in Ver­hand­lun­gen treten zu wollen. „Es ist ein Skan­dal, dass Ryanair hier eine Zweik­las­sen­ge­sellschaft erricht­en will”. „Arbeit­nehmer­rechte kön­nen nicht an der Cock­pit­tür halt­machen”, kri­tisierte Ufo-Tar­ifvor­stand Nico­ley Baublies. Im Falle ein­er Weigerung der Flugge­sellschaft Ver­hand­lun­gen mit Ufo aufzunehmen, dro­hen auch die Flugbegleiter*innen mit Streiks.

Zen­tral für den Erfolg dieses Arbeit­skampfes ist die Ausweitung der europäis­chen Ver­net­zung aller Gew­erkschaften, um die Beschäftigten nicht gegeneinan­der auszus­pie­len. Bere­its beim Streik des Boden­per­son­als an Berlin­er Flughäfen im März schick­te Ryanair Streikbrecher*innen aus Irland nach Deutsch­land, um den Streik zu schwächen. Um diese gew­erkschafts­feindliche Prax­is zu bekämpfen, müssen sich auch die Beschäftigten inter­na­tion­al koor­dinieren.

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