Unsere Klasse

Streik bei Amazon: Gamer*innen warten auf FIFA18

2.000 Beschäftigte bestreikten gestern den Online-Konzern Amazon. An einigen Standorten hatten die Streiks schon am Donnerstag begonnen und behinderten die rechtzeitige Auslieferung von FIFA18. Und nicht nur in Deutschland kämpfen Beschäftigte.

Streik bei Amazon: Gamer*innen warten auf FIFA18

Am gestri­gen Mon­tag streik­ten 2.000 Beschäftigte des Online-Konz­erns Ama­zon in Bad Hers­feld, Leipzig, Graben bei München, im nieder­rheinis­chen Rhein­berg, Werne und Koblenz und damit an sechs der neun deutschen Stan­dorte des Konz­erns. Bere­its let­zten Don­ner­stag waren Beschäftigte an den Stan­dorten in Rhein­berg, Werne und Leipzig in den Aus­stand getreten.

Während Ama­zon ver­sicherte, dass die Streiks keine Auswirkun­gen hät­ten, ver­hin­derten die Beschäftigten mit ihrer Aktion die rechtzeit­ige Liefer­ung des neuen FIFA-18-Com­put­er­spiels. Silke Zim­mer, Ver­di-Lan­des­fach­bere­ich­slei­t­erin für Han­del in Nor­drhein-West­falen, kom­men­tierte dies fol­gen­der­maßen:

Der Streik der ver­gan­genen Woche war sehr erfol­gre­ich. Das Unternehmen musste Kun­den Briefe schick­en, dass das FIFA-Spiel nicht rechtzeit­ig geliefert wer­den kann und stattdessen ein 5‑Eu­ro-Gutschein zur Ver­fü­gung gestellt wird. So ist das bei Ama­zon, die Kun­den warten auf ihr Spiel und die Beschäftigten auf den Tar­ifver­trag.

Die Streiks sind unter anderem eine Reak­tion auf die unver­schämt niedri­gen Lohn­er­höhun­gen von 26 Cent, die zu Sep­tem­ber stat­tfan­den – während Beschäftigte, die nach dem Tar­ifver­trag des Einzel­han­dels bezahlt wer­den, zulet­zt 2,3 Prozent mehr Lohn erhiel­ten. Die Ama­zon-Beschäftigten lassen sich nicht mit Krümeln abspeisen, son­dern kämpfen nun im fün­ften Jahr weit­er­hin darum, dass der Riesen-Konz­ern nach dem Tar­ifver­trag des Einzel- und Ver­sand­han­dels zahlt. Dabei ist klar, dass selb­st die let­zte Gehalt­ser­höhung, wie alle anderen Verbesserun­gen der let­zten Jahre, nur auf­grund des Drucks der Kolleg*innen zus­tande gekom­men sind.

Die Tat­sache, dass der Konz­ern auf Streiks reagiert, indem Kund*innen aus dem Aus­land beliefert wer­den, macht auch deut­lich, dass der Kampf der Ama­zon-Beschäftigten inter­na­tion­al sein muss. Und so organ­isieren sich auch Kolleg*innen in Polen und koor­dinierten in der Ver­gan­gen­heit Aktio­nen mit ihren deutschen Kolleg*innen. Und in Frankre­ich nah­men Kolleg*innen von Ama­zon an den Streiks gegen die Arbeits­mark­tre­form von Präsi­dent Emanuel Macron teil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.