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Stoppt die Repression. Verteidigt die demokratischen Rechte für Katalonien

Alternative Medien und Journalist*innen haben eine Erklärung unterzeichnet, die die Repression des Spanischen Staats und die schlechten Praktiken der spanischen Medien verurteilt. Sie rufen linke Parteien und Organisationen dazu auf, sich ebenfalls dagegen zu positionieren. Wir spiegeln ihren Aufruf.

Stoppt die Repression. Verteidigt die demokratischen Rechte für Katalonien

Die alter­na­tiv­en Medi­en und Journalist*innen, die diese Erk­lärung unterze­ich­nen, verurteilen die Repres­sion des Spanis­chen Staats und die schlecht­en Prak­tiken der spanis­chen Medi­en. Wir rufen linke Parteien und Organ­i­sa­tio­nen dazu auf, sich eben­falls dage­gen zu posi­tion­ieren.

Die kata­lanis­che Frage ist ein poli­tis­ches Prob­lem, das von der spanis­chen Regierung ignori­ert wird. Sie ist völ­lig taub gegenüber den demokratis­chen Forderun­gen des kata­lanis­chen Volkes, die seit mehr als zehn Jahren friedlich auf den Straßen und in den Wahlur­nen zum Aus­druck kom­men.

Selb­st­bes­tim­mung ist ein Recht, das in anderen Län­dern wie Kana­da und dem Vere­inigten Kön­i­gre­ich seine Lösung gefun­den hat; Spanien leugnet jedoch weit­er­hin die nationale Real­ität Kat­aloniens und stellt die Debat­te über die Selb­st­bes­tim­mung außer­halb der Poli­tik.

Es ist notwendig, aus allen Sek­toren die Weigerung des Spanis­chen Staates anzuprangern, das unveräußer­liche Recht des kata­lanis­chen Volkes auf Selb­st­bes­tim­mung anzuerken­nen, eben­so wie die Tat­sache, dass die einzige Antwort bish­er die Repres­sion war: mit dem Gericht­surteil von 100 Jahren Haft für die kata­lanis­chen poli­tis­chen und sozialen Anführer*innen, das diese Woche verkün­det wurde, und der bru­tal­en repres­siv­en Reak­tion auf die Proteste dage­gen.

Mehr als 20 Men­schen sind seit Beginn der Proteste am Mon­tag inzwis­chen auf­grund ihrer Teil­nahme an den Protesten ver­haftet wur­den – ganz zu schweigen von den neun Per­so­n­en, die vor einem Monat unter Vor­wür­fen des Ter­ror­is­mus ver­haftet wur­den, im Rah­men ein­er Polizei­op­er­a­tion, die den Unab­hängigkeits­gedanken ohne Beweise mit Ter­ror­is­mus zu verbinden ver­sucht. Viele der an den Protesten beteiligten Per­so­n­en sind Opfer har­ter Gewalt gewor­den, mit Fällen von Ver­stüm­melung durch den Ein­satz von Waf­fen, die von der kata­lanis­chen autonomen Regierung ver­boten sind, wie z.B. Flash­ball-Geschossen.

Wir wollen auch die Rolle der spanis­chen Medi­en anprangern, die an der Ver­bre­itung der offiziellen Geschichte des Staates und der Polizeikräfte fes­thal­ten, die seit zwei Wochen eine Eskala­tion der Repres­sion ver­fol­gen. Die Strate­gie der Krim­i­nal­isierung der poli­tis­chen Bewe­gung zur Selb­st­bes­tim­mung hat als eine ihrer grundle­gen­den Säulen die Schaf­fung eines verz­er­rten Bildes, dass das kata­lanis­che Volk und die mas­sive, poli­tis­che Unab­hängigkeits­be­we­gung in die Nähe von Frem­den­feindlichkeit und anti-spanis­chen Iden­ti­taris­mus stellt.

Während dieser Woche wurde die Kom­plizen­schaft der spanis­chen Medi­en offen­sichtlich, indem sie auss­chließlich die Ver­sio­nen der Polizei ver­bre­it­eten, die für die Unter­drück­ung des Protestes ver­ant­wortlich ist, und die Aktio­nen der gewalt­täti­gen faschis­tis­chen pro-spanis­chen Grup­pen ver­schwiegen, die mehrere Ver­let­zte gefordert haben. Ziel ist es, ein Image zu erschaf­fen, um kom­mende Aktio­nen zur Unter­drück­ung der Autonomie zu recht­fer­ti­gen, genau­so wie die Verurteilun­gen für Aufruhr — einen der schw­er­wiegend­sten Krim­i­nal­ität­stypen — gegen poli­tis­che und soziale Anführer*innen, die seit Herb­st 2017 inhaftiert sind. Wie in der Türkei ver­suchen sie, Organ­i­sa­tio­nen und Parteien, die Proteste organ­isieren, als ter­ror­is­tisch zu stig­ma­tisieren und ihnen so die Grun­drechte auf Protest und Mei­n­ungsäußerung zu ver­weigern.

Es ist ein ern­sthafter Man­gel an Ethik, Bilder, Aus­sagen und Fak­ten zu manip­ulieren, um eine falsche Geschichte über die Sit­u­a­tion in Kat­alonien zu ver­bre­it­en. Darauf müssen wir ener­gisch reagieren. Wir teilen daher diese Erk­lärung, um zu einem unvor­ein­genomme­nen Ansatz für den kata­lanis­chen Kon­flikt beizu­tra­gen und die offiziellen Ver­sio­nen zu bekämpfen, die die spanis­chen Medi­en ver­bre­it­en, um die öffentliche Mei­n­ung in Spanien und weltweit zu berauschen.

Esquer­ra Diari / Izquier­da Diario; Twit­ter: @EsDiariCat / @iDiarioES
Catar­si; Twit­ter: @catarsimagazin

Um die Erk­lärung zu unterze­ich­nen, schreibt an info@izquierdadiario.es oder info@catarsimagazin.cat.

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