Frauen und LGBTI*

Stonewall was a riot – Kämpfen lohnt sich!

Als studentische Beschäftigte haben wir gelernt, dass wir kämpfen müssen, wenn wir Verbesserungen wollen. Unser Streik für einen neuen Tarifvertrag (TVStud 3) ist zu Ende – unser Kampf noch nicht: Wir haben niemals nur höheren Lohn gefordert, sondern immer auch bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle. Deshalb sind wir heute auf dem 40. CSD in Berlin – gemeinsam gegen Prekarisierung und Unterdrückung.

Stonewall was a riot – Kämpfen lohnt sich!

Gleiches Geld für gleiche Arbeit!

Immer noch ver­di­enen Frauen* weniger als ihre männlichen* Kol­le­gen. Durch struk­turelle Hin­dernisse und kon­ser­v­a­tive Rol­len­vorstel­lun­gen ist die große Mehrheit der­er, die unbezahlte Hausar­beit leis­ten, weib­lich*. Frauen* sind beson­ders betrof­fen von Kürzun­gen und Teilzeitjobs. Diese Unter­drück­ung ver­stärkt sich bei nicht-het­ero­sex­uellen Frauen* und Women* of Colour. Geflüchtete Frauen und geflüchtete LGBTIQ*s wer­den unsicht­bar gemacht und struk­turell benachteiligt.

Für einen antirassistischen und antikapitalistischen Feminismus!

Hillary Clin­ton, Angela Merkel und There­sa May sind keine Fem­i­nistin­nen! Trotz rechtlich­er Gle­ich­stel­lung und Frauen* in Führungspo­si­tio­nen sind die ärm­sten Men­schen der Welt mehrheitlich Frauen*. Wir wollen keinen Führungs­fem­i­nis­mus in High­heels, son­dern men­schliche Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen für alle Frauen* über­all. Phrasen wie „Du kannst alles schaf­fen, wenn du dich genug anstrengst!“ sind kap­i­tal­is­tis­che Lügen, die ein auf Ungle­ich­heit basieren­des Sys­tem am Laufen hal­ten.

Het­ero­nor­ma­tive und ras­sis­tis­che Prak­tiken des BAMF gegenüber LGBTIQ* Geflüchteten bauen auf erlebten Diskri­m­inierun­gen auf und ver­stärken diese. Wir lehnen Maß­nah­men gegen Geflüchtete und Depor­ta­tio­nen durch staatliche Insti­tu­tio­nen ab. Unser Fem­i­nis­mus tren­nt nicht in deutsche und nicht-deutsche Frauen*. Wir stellen uns gegen die AfD und alle anderen, die behaupten „ihre Frauen schützen zu müssen“.

Gegen die Bundeswehr und ihre Kriegseinsätze!

Im Namen der Demokratie wer­den Kriege geführt, die die Reichen reich­er und die Armen ärmer machen. In Wirk­lichkeit ste­hen wirtschaftliche Inter­essen im Vorder­grund und Deutsch­land ver­di­ent an Waf­fen­ex­porten. Kriege und Armut tre­f­fen unter­drück­te Men­schen wie PoCs und LGBTIQ*s stärk­er. Die Bun­deswehr ist keine LGBTIQ*-freundliche Arbeit­ge­berin, wenn sie Aus­land­sein­sätze gegen unter­drück­te Men­schen und Län­der führt.

Gegen das Verbot der Pride-Demonstrationen in Istanbul und anderswo!

Stonewall was a riot! Der Ursprung der Pride-Demon­stra­tio­nen liegt in dem Stonewall-Auf­s­tand von 1969. Ange­führt wurde dieser von Mar­sha P. John­son und Sylvia Rivera. Die Proteste richteten sich nicht nur gegen Cis- und Het­ero­sex­is­mus, son­dern auch gegen Ras­sis­mus. Auch heute geht es für uns beim CSD nicht nur darum, erkämpfte Errun­gen­schaften zu feiern, son­dern darum, für ein Ende von Aus­beu­tung und Unter­drück­ung zu kämpfen. Deshalb sol­i­darisieren wir uns mit allen ille­gal­isierten Pride-Demon­stra­tio­nen.

Gegen die Kommerzialisierung des CSD!

Alles, was LGBTIQ*s erre­icht haben, wurde nicht dank, son­dern gegen große Konz­erne und Regierun­gen durchge­set­zt. Wer­bekam­pag­nen großer Unternehmen zeigen in let­zter Zeit, dass LGBTIQ*-Kultur ein wichtiger Teil des Zusam­men­lebens gewor­den ist. Der Kampf gegen Diskri­m­inierung lässt sich aber nicht von Auto- und Bier­marken aufkaufen. Queeres Leben wird nicht durch Rain­bow-Mar­ket­ing bess­er, son­dern fordert bessere Arbeits­be­din­gun­gen und den Schutz vor Diskri­m­inierung am Arbeit­splatz.

Cops out of Pride!

Der erste Stein flog gegen die Polizei. Diese Reak­tion auf die über­grif­fi­gen Polizeiein­sätze gegen das Stonewall Inn in der Christo­pher Street ist noch heute der Haupt­bezug für Pride-Demon­stra­tio­nen auf der ganzen Welt. Repres­sive Struk­turen und Prak­tiken sind seit­dem aus den Polizeibehör­den nicht ver­schwun­den. Als aus­führen­der Arm eines unter­drück­erischen Sys­tems beweist die Polizei immer wieder, dass sie het­ero­sex­is­tisch und ras­sis­tisch han­delt.

Für eine #UniohnePolizei!

An dem Ort, wo wir kri­tis­ches Denken und eigen­ständi­ges Han­deln ler­nen sollen, sind wir nicht nur durch Regel­stu­dien­zeit, kon­ser­v­a­tive Profs und Spar­maß­nah­men eingeschränkt, son­dern auch durch Ein­griffe der Polizei in unsere Bil­dung­sein­rich­tun­gen. Ein freies Ler­nen kann nur ohne Zugangs­beschränkun­gen und polizeiliche Ein­griffe funk­tion­ieren.

Gemeinsam kämpfen gegen Prekarisierung!

40 Streik­tage und eine drei Jahre andauernde Kam­pagne waren notwendig, um den neuen Tar­ifver­trag für stu­den­tis­che Beschäftigte zu erkämpfen. Unser Streik richtete sich nicht nur gegen die Hochschulen, son­dern gegen den Berlin­er Sen­at. Gemein­sam mit Arbeiter*innen aus anderen Betrieben des Lan­des Berlin protestierten wir für bessere Arbeits­be­din­gun­gen im Öffentlichen Dienst.

Bessere Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen bedeuten für uns immer bessere Bedin­gun­gen für alle – ohne Aus­nah­men und gegen jede Diskri­m­inierung. Keine Vere­in­barung ist mit uns zu haben, wenn sie auf dem Rück­en von LGBTIQ*-Arbeiter*innen durchge­set­zt wird. Dafür wer­den wir gemein­sam streiken und die Kämpfe verbinden!

Für legale, sichere und kostenlose Abtreibung! Weg mit den Paragraphen 218 und 219a!

Durch Ille­gal­ität und Infor­ma­tionsver­bote wer­den Abtrei­bun­gen erschw­ert und stig­ma­tisiert. Dies trifft ins­beson­dere prekarisierte Frauen*, die nicht auf Hil­fe aus ihrem Umfeld zugreifen kön­nen. An den Fol­gen von ille­gal­isierten Schwanger­schaftsab­brüchen ster­ben weltweit jährlich zwis­chen 50.000 und 70.000 Frauen*. Um echte Entschei­dun­gen für oder gegen einen Schwanger­schaftsab­bruch zu ermöglichen, sind mehr Unter­stützung für Müt­ter* sowie kosten­lose Ver­hü­tungsmit­tel und Aufk­lärung notwendig.

Mit dem Para­graphen 218 und 219a StGB wer­den Zustände ein­er het­ero­sex­uellen Kern­fam­i­lie nor­mal­isiert und der weiß-deutsche, nicht-behin­derte Embryo über die Wün­sche und Gesund­heit der schwan­geren Per­son gestellt. Die Entschei­dungs­frei­heit über den eige­nen Kör­p­er hat im Strafge­set­zbuch nichts zu suchen!

Für bezahlbaren Wohnraum für alle!

Der Wohn­raum wird vor allem in Großstädten knap­per und auch teur­er. Pekarisierte Men­schen, aber beson­ders Men­schen, die aus dem “klas­sis­chen Fam­i­lien­bild” fall­en, ras­sis­tis­che Diskri­m­inierung oder Behin­derung erfahren, trifft dies beson­ders. Während die Lebenser­hal­tungskosten steigen und Löhne stag­nieren, steigen die Mieten ins Uner­messliche. Immo­bilien dür­fen keine Speku­la­tion­s­grund­lage, Wohn­raum kein Mit­tel zur Gewin­n­max­imierung sein. Wir stellen uns gegen den kap­i­tal­is­tis­chen Woh­nungs­markt! Ger­ade LGBTIQ*s erleben Diskri­m­inierung auf dem Woh­nungs­markt – nicht nur, dass das Cis-Het­ero-Pärchen von Vermieter*innen als ver­trauenswürdi­ger ange­se­hen wird: Wenn es nicht möglich ist, frei zu entschei­den, in welche Stadt und welche Woh­nung man zieht, bedeutet das zu oft, an Orten oder mit Men­schen wohnen bleiben zu müssen, die der eige­nen Entwick­lung nicht gut tun.

Gegen den Rechtsruck und die AfD!

Der Recht­sruck bet­rifft uns alle! Während das deutsche Abschot­tungsregime geflüchtete und migrantis­che Men­schen immer stärk­er aus­gren­zt, wird in Bay­ern ein neues Polizeige­setz einge­führt, das in der BRD bish­er undenkbare Repres­sio­nen ermöglicht. In der EU wird disku­tiert, sich immer stärk­er gegen geflüchtete Men­schen abzuschot­ten und qua­si Konzen­tra­tionslager an den Außen­gren­zen zu erricht­en – während es in Deutsch­land darum geht, ob das doch lieber der sou­veräne deutsche Staat machen sollte. Wir ver­lan­gen stattdessen offene Gren­zen und ein Bleiberecht über­all!

Zeit­gle­ich gibt es Angriffe auf alle Arbeiter*innen, wie die Renten­re­for­men in Frankre­ich, Argen­tinien, Rus­s­land etc. Recht­sruck und sozialer Kahlschlag sind direkt miteinan­der ver­bun­den. Denn ohne eine Antwort der Arbeiter*innen auf die anti­soziale Poli­tik von Regierun­gen und Bossen entste­ht erst der Nährbo­den für den Auf­stieg ras­sis­tis­ch­er Ressen­ti­ments und nation­al­is­tis­ch­er Pseu­do-Lösun­gen. Dage­gen müssen wir uns gemein­sam organ­isieren und uns mit allen Unter­drück­ten zusam­men gegen die Gewalt des Kap­i­tal­is­mus vertei­di­gen.

Für LGBTIQ*-Komitees in allen Schulen, Universitäten und Betrieben!

Chef*innen haben nicht die gle­ichen Inter­essen wie wir. Der prof­i­to­ri­en­tierte Kap­i­tal­is­mus stützt sich auf (Hetero-)Sexismus, um manche Arbeiter*innen noch stärk­er aus­beuten zu kön­nen und den Lohn aller zu drück­en. Räume des Ler­nens und des Arbeit­ens brauchen im Gegen­satz dazu Struk­turen, die queere Iden­titäten schützen und klar machen, dass jede davon legit­im ist. Deshalb müssen wir uns an den Orten organ­isieren, wo wir sind, und dort gegen Unter­drück­ung und Benachteili­gung kämpfen!

*„Frauen*“ oder „weib­lich*“ sind alle, die als „Frauen“ oder „weib­lich“ gele­sen wer­den, „Män­ner*“ oder „männlich*“ sind alle, die als „Män­ner“ oder „männlich“ gele­sen wer­den – jew­eils unab­hängig davon, ob diese Zuschrei­bun­gen zutr­e­f­fen.

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