Frauen und LGBTI*

Spanien erlebt die weltweit größten #8M-Demonstrationen

Hunderttausende von arbeitenden Frauen, Jugendlichen, Migrantinnen und Studentinnen haben die Straßen der wichtigsten Städte des Spanischen Staates gefüllt und diese Demonstrationen zu den massivsten des 8. März weltweit gemacht.

Spanien erlebt die weltweit größten #8M-Demonstrationen

Um 23:59 Uhr endete zwar der Streik­tag am 8. März. Doch die Auswirkun­gen der von der Frauen­be­we­gung im Spanis­chen Staat gezeigten Kraft wer­den in den kom­menden Tagen und Wochen sicher­lich wider­hallen.

Mehr als eine halbe Mil­lion von arbei­t­en­den Frauen, Jugendlichen, Migran­tinnen und Stu­dentin­nen waren seit dem frühen Mor­gen auf der Straße. Mit zahlre­ichen Streik­posten im ganzen Staat wurde dieser Tag des Kampfes ein­geläutet, was von Anfang an deut­lich machte, dass es sich nicht um einen nor­malen 8. März han­deln würde.

Aber der Höhep­unkt kam am Nach­mit­tag, als in den wichtig­sten Städten Demon­stra­tio­nen stat­tfan­den. Offizielle Zahlen sprechen von 375.000 Demonstrant*innen in Madrid, 200.000 in Barcelona, 50.000 in Bil­bao und Sevil­la. Wenn man sich die Bilder der Demon­stra­tio­nen anschaut, erscheinen diese Zahlen sog­ar noch zu kurz gegrif­f­en.

Unab­hängig vom charak­ter­is­tis­chen Kampf um die Zahlen bei dieser Art von Demon­stra­tio­nen ist gewiss, dass sich die Frauen­be­we­gung im ver­gan­genen Jahr mehr als ver­dop­pelt und ver­dreifacht hat, was diesen Kampf­tag zum mas­sivsten 8. März macht, an den man sich erin­nern kann.

So hat beispiel­sweise die Regierungs­del­e­ga­tion (das Organ, das die Zahl in Madrid auf 375.000 geschätzt hat) im ver­gan­genen Jahr in Madrid die Zahl der Teilnehmer*innen an der Demon­stra­tion auf 170.000 geschätzt. Das heißt, in diesem Jahr waren es mehr als dop­pelt so viele.

Die Demon­stra­tion in Madrid begann um 19 Uhr in Atocha, aber die Haup­tadern, wo die Demon­stra­tion ent­langlaufen sollte, waren bere­its vorher voller Frauen, vom Paseo del Pra­do bis Gran Vía.

Von der ersten Stunde an kon­nte ein Tag mas­siv­er Mobil­isierung auf den Straßen Madrids vorherge­se­hen wer­den.

Barcelona blieb nicht zurück: Schon am Mor­gen ver­sam­melte eine große Studieren­den­demon­stra­tion Tausende von Jugendlichen von der Plaza Uni­ver­si­dad bis zur Plaza Sant Jaume. Am Nach­mit­tag hat­te das Front­trans­par­ent schon seit den ersten Momenten der zen­tralen Demon­stra­tion Prob­leme beim Vorankom­men durch die ver­sam­melte Menge.

Das Mot­to des Marsches lautete: “Wir streiken, um alles zu verän­dern. Kein Schritt zurück”, und begann gegen 18.15 Uhr auf der Plaza España. Er führte durch Gran Vía und Paseo de Grà­cia. Auf der Plaça Catalun­ya wurde eine Abschlusserk­lärung ver­lesen.

Auf dem Weg dor­thin gab es Gesänge gegen männliche Gewalt, gegen Loh­nun­gle­ich­heit, gegen Fem­i­nizid und gegen Ras­sis­mus.

Am 8. März in Barcelona stand die argen­tinis­che fem­i­nis­tis­che Rev­o­lu­tionärin Andrea D’A­tri mit an der Spitze der Demon­stra­tion. Die Grün­derin von Pan y Rosas nahm unmit­tel­bar nach ihrer Europa­tournee, die sie in den Spanis­chen Staat, nach Frankre­ich, Ital­ien und Deutsch­land führte, an der Demon­stra­tion teil.

Schließlich ergriff Andrea D’A­tri bei der Abschlusskundge­bung des Blocks von Pan y Rosas, der zusam­men mit Las Kellys, Arbei­t­erin­nen von Pan­ri­co, Tele­fóni­ca, prekären Arbei­t­erin­nen, Jugendlichen und Stu­dentin­nen an der Demon­stra­tion teilgenom­men hat, das Wort. Der Block zeigte die Flagge der Ein­heit von Arbeiter*innen und Studieren­den im Kampf gegen Prekarisierung und Aus­beu­tung.

 

Und die Erde zit­terte auch in Saragos­sa, Sevil­la, Bil­bao…

Saragos­sa war eine der Städte, die dem Vor­bild von Madrid und Barcelona fol­gten. Nach Angaben der Kom­mis­sion 8M — Aragon nah­men 200.000 Men­schen teil.

Auch Sevil­la, die Haupt­stadt Andalusiens, sah eine mas­sive Mobil­isierung. Am Ufer des Guadalquivir floss ein weit­er­er Fluss von Men­schen weit in die Nacht.

Bil­bao war eine der aktivsten Städte und erlebte seit früh am Mor­gen mehrere Streik­posten und Straßensper­ren. Auch ohne offizielle Zahlen war auch die Demon­stra­tion am Nach­mit­tag, wie in anderen Städten, mas­siv.

Der durch­schla­gende Erfolg dieses Tages des fem­i­nis­tis­chen Streiks, der den 8. März 2019 zu einem his­torischen Ereig­nis gemacht hat, zeigt, dass die Frauen­be­we­gung lebendi­ger denn je ist und dass sich ihr immer mehr Frauen anschließen.

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