Jugend

Sozialismus unterm Weihnachtsbaum

"Immaterielle Wünsche" von Kindern zu Weihnachten nehmen zu. Wünsche, die in der aktuellen Gesellschaft nicht umgesetzt werden können. Unsere Botschaft zu den Feiertagen: Wir möchten mit euch zusammen für den Sozialismus kämpfen, damit eure und unsere Wünsche erfüllt werden können.

Sozialismus unterm Weihnachtsbaum

Liebe Kinder in Deutsch­land,

wie immer zur Wei­h­nacht­szeit haben auch dieses Jahr viele von euch einen Brief mit Wei­h­nachtswün­schen ver­fasst. Eure Nachricht­en sind an den Wei­h­nachts­mann in Him­mel­sthür, an das Christkind in Engel­skirchen oder an den Niko­laus in Niko­laus­dorf gerichtet. An manchen Tagen kom­men über 10000 solch­er Briefe an. Wenn Sie vor dem 3. Advent einge­hen, wer­den sie noch vor Heili­ga­bend von ehre­namtlichen Mitarbeiter*innen der Deutschen Post AG beant­wortet und aus­gew­ertet. Dabei seid ihr nicht die einzi­gen, die ihre Wün­sche auf­schreiben. Die Postarbeiter*innen kriegen solche Briefe aus über 50 Län­dern.

Viele von euch wün­schen sich Spielzeuge. Das war schon immer so, seit es die Wei­h­nacht­spost­fil­ialen gibt. Seit etwa fünf Jahren nehmen aber auch Wün­sche zu, die nicht nur fürs Spie­len wichtig sind. Die Erwach­se­nen bei der Post nen­nen das imma­terielle Wün­sche. Imma­teriell heißt etwas, wenn es nicht aus Stoff beste­ht und darum nicht ange­fasst wer­den kann. Dazu gehören zum Beispiel das Brav­sein, der Wei­h­nachts­mann und die Gnade, aber auch der Antifaschis­mus, der Inter­na­tion­al­is­mus und die Sol­i­dar­ität.

Wir glauben nicht an den Wei­h­nachts­mann. Aber wir sind überzeugt, dass eure Wün­sche materielle Grund­la­gen haben. Kein Christkind und kein*e unbezahlte*r Postarbeiter*in wird euch erlösen kön­nen. Wenn der jet­zige Zus­tand aufge­hoben wird, kön­nen eure Wün­sche aber erfüllt wer­den. Dazu set­zen wir uns für etwas ein, das Sozial­is­mus heißt.

Ihr wün­scht euch mehr Zeit mit Papa.

Papa und Mama haben wenig Zeit für euch, weil sie für die Bedürfnisse der Fam­i­lie arbeit­en gehen müssen. Wahrschein­lich arbeit­en bei­de 40 Stun­den oder mehr an min­destens fünf Tagen in der Woche. Dabei pro­duzieren sie Werte, die größ­ten­teils vom Unternehmen ein­be­hal­ten wer­den.
Im Sozial­is­mus bekommt jede*r Arbeiter*in das aus­bezahlt, was sie selb­st erar­beit­en. Für densel­ben Lebens­stan­dard müssen Papa und Mama dann also weniger arbeit­en gehen und haben mehr Zeit für euch.

Ihr wün­scht euch, dass Oma wieder gesund wird.

Manch­mal wer­den alte Leute krank oder pflegebedürftig und wer­den nicht gut ver­sorgt. In Deutsch­land gibt es eine Kranken­ver­sicherung mit einem Zweik­lassen­sys­tem. Das heißt, für alle, die nicht reich sind, ste­ht eine schlechtere Ver­sorgung zur Ver­fü­gung, als es eigentlich dem medi­zinis­chen und tech­nis­chen Stand nach möglich wäre. Außer­dem küm­mern sich viel zu wenige Pflegekräfte um die Patient*innen, weil auch in Pflegeein­rich­tun­gen Prof­ite erwirtschaftet wer­den müssen.
Im Sozial­is­mus fällt der Prof­itzwang weg und alle haben Anspruch auf dieselbe Ver­sorgung. Daher kön­nen auch Omas und Opas, die nicht reich sind, nach den besten Möglichkeit­en ver­sorgt wer­den. Vielle­icht wer­den so nicht jede Oma und jed­er Opa wieder gesund. Aber das Gesundw­er­den ist viel wahrschein­lich­er.

Ihr wün­scht euch Frieden auf Erden.

Ihr wachst in ein­er Welt auf, in der es zahlre­iche Kriege und viel Gewalt gibt. Das ist zwar schlimm, aber kein Schick­sal. Kriege wer­den um Rohstoffe und um Land geführt. Das soll den größten Unternehmen pri­vate Prof­ite sich­ern. Dafür wer­den auch Völk­er umge­bracht oder zur Umsied­lung gezwun­gen, die auf den wichti­gen Gebi­eten leben.
Im Sozial­is­mus ist die pri­vate Bere­icherung auf Kosten ander­er ver­boten. Das bedeutet, dass auch keine Rohstoffe und Landge­bi­ete mehr erobert wer­den müssen. Weil die Gewin­nung und Ver­ar­beitung der Rohstoffe gemein­sam geplant wer­den, kön­nen alle Völk­er in Frieden miteinan­der leben.

Ihr wün­scht euch, dass nie­mand hungern muss.

Alle Leute auf der Welt brauchen Essen, um zu über­leben. Zum Essen wird auch genug pro­duziert. Tat­säch­lich wird weltweit mehr Essen hergestellt, als zum Über­leben aller Men­schen nötig ist. Die Nahrungsmit­tel wer­den aber als Güter auf dem Markt gehan­delt. Das bedeutet, dass immer jemand Prof­it macht, wenn jemand anderes Essen kriegt. Wer sich die Preise nicht leis­ten kann, aus denen der Proft gesichert wird, bekommt auch nichts. Daher wer­den zum Beispiel in Europa jedes Jahr viele Ton­nen Essen ver­nichtet, statt es dor­thin zu trans­portieren, wo die Leute hungern.
Im Sozial­is­mus ist die Wirtschaft nicht auf Prof­ite aus­gerichtet, son­dern auf die Ver­sorgung der jew­eili­gen Bedürfnisse. Darum muss nichts mehr über­pro­duziert und dann ver­nichtet wer­den. Weil auch die bish­er armen Leute den Wert ihrer Arbeit aus­gezahlt bekom­men, haben sie genug zum Leben. Daher ist die Ver­sorgung für alle möglich und nie­mand muss mehr Hunger lei­den.

Ihr wün­scht euch, dass der Plas­tik­müll aus den Meeren ver­schwindet.

Viele von euch gehen seit 2018 Woche für Woche auf die Straße, um gegen die Zer­störung der Natur zu protestieren. Wir haben uns dieser Bewe­gung angeschlossen. Plas­tikpro­duk­te und ‑ver­pack­un­gen sind für heutige Unternehmen sehr bil­lig. Sie erlauben große Prof­ite. An Weit­er­ver­ar­beitung oder umwelt­gerechter Entsorgung ver­di­enen die Unternehmen dage­gen nichts. Eben­so stammt die Hälfte der schädlichen CO2-Emis­sio­nen nur von den reich­sten 10 Prozent auf der Welt. Die größten Unternehmen sind auch die größten Kli­maz­er­stör­er.
Im Sozial­is­mus kön­nen wiederver­wend­bare Mate­ri­alien wie Glas und Pappe benutzt wer­den, die nicht so gut für den Prof­it sind. Abfall kann sachgerecht entsorgt und für eine Weit­er­ver­ar­beitung auf­bere­it­et wer­den, statt ihn auf Müll­halden oder ins Meer zu kip­pen. Weil die Wirtschaft geplant wird, gibt es keinen Konkur­ren­z­druck mehr, der die Betriebe zu mehr Aus­beu­tung von Arbeiter*innen und Rohstof­fen bringt.

Wir kön­nen eure Wün­sche gut ver­ste­hen, liebe Kinder. Wir hof­fen, dass ihr euch über eure Antworten von den Postarbeiter*innen freut. Aber wir sind ehrlich mit euch: So lange ihr im Kap­i­tal­is­mus lebt, kön­nen euch nur die Wün­sche erfüllt wer­den, für die eure Eltern etwas Materielles im Laden kaufen oder bestellen kön­nen. Was ihr euch son­st noch wün­scht, kann euch nie­mand brin­gen.
Wir set­zen uns für eine Bewe­gung ein, die gemein­sam mit Mama und Papa, mit Oma und Opa, mit den unter­drück­ten Völk­ern, mit der Jugend über­all auf der Welt den jet­zi­gen Zus­tand aufhebt. Wir möcht­en mit euch zusam­men für den Sozial­is­mus kämpfen, damit eure und unsere Wün­sche erfüllt wer­den kön­nen.

Schöne Feiertage wün­scht euch

organize:strike

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