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Soliveranstaltung für den CFM-Streik

An der Freien Universität Berlin diskutieren 25 ArbeiterInnen und Studierende über Möglichkeiten gemeinsamer Proteste

Soliveranstaltung für den CFM-Streik

// An der Freien Universität Berlin diskutieren 25 ArbeiterInnen und Studierende über Möglichkeiten gemeinsamer Proteste //

Am 26. Oktober trafen sich rund 25 Menschen an der Freien Universität Berlin, um über den laufenden Streik bei der Charité Facility Management (CFM) zu diskutieren. Sechs Kolleginnen und Kollegen berichteten von einem Streik, der Anfang September begann und sich bereits in der siebten Woche befindet. Von einem Moderator befragt berichteten sie von den schlechten Arbeitsbedingungen, die zum Streik geführt haben, und von ihren Erfahrungen im – für die meisten allerersten – Arbeitskampf. Im Anschluss wurde von Arbeitenden und Studierenden diskutiert, wie der bevorstehende Bildungsstreik mit Protesten von ArbeiterInnen zusammengeführt werden kann.

Bei der CFM, die 2006 unter dem rot-roten Senat aus dem Universitätsklinikum Charité ausgegliedert wurde, gibt es keinen Tarif. Das hat zur Folge, dass jedeR unterschiedliche Arbeitsbedingungen hat, dass ein/e Kollege/in in manchen Fällen nur halb so viel verdient wie jemand im gleichen Tätigkeitsbereich. Dazu kommen viele – schlecht bezahlte – Überstunden und miese Behandlung durch die Vorgesetzten. Und natürlich auch häufiger Personalwechsel: „Ich habe in zwei Jahren so viele KollegInnen gehabt, dass ich mich nicht mehr an alle erinnern kann“, erzählte ein Arbeiter aus der Reinigung.

Doch der mittlerweile siebenwöchige Streik verändert vieles: Die CFM zahlt Prämien an KollegInnen, die nicht streiken. Krankentransporte finden oftmals mit dreistündiger Verspätung statt. Die Toiletten sind teilweise richtig dreckig. Um streikende FacharbeiterInnen zu ersetzen, werden teilweise drei LeiharbeiterInnen für eine Stelle eingesetzt. Die CFM und ihre EigentümerInnen wie der Konzern Dussmann lassen sich die Streikbrechertätigkeit einiges kosten. Für sie eine prinzipielle Auseinandersetzung ist, um kollektive Verträge zu verhindern.

„Streiken ist auf jeden Fall anstrengender als arbeiten“, erzählte ein Arbeiter aus dem Sicherheitsbereich. „Wir sind an manchen Tagen 12 oder 14 Stunden lang auf den Beinen.“ Mit der Zeit haben die Streikenden Selbstvertrauen gewonnen und mit kreativen Aktionen immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Letzte Woche gab es einen Flashmob im „Kulturkaufhaus“ von Dussmann, diese Woche wurde eine Menschenkette um das Rote Rathaus gebildet, und mehrmals wurde die Lagerhalle der CFM in Spandau blockiert.

In der anschließenden Diskussion, an der sich neben unabhängigen Studierenden auch Mitglieder von RIO, der SAV und Linke.SDS beteiligten, wurde über Möglichkeiten gesprochen, den CFM-Streik mit dem anlaufenden Bildungsstreik zusammenfließen zu lassen. „Auch die Streikenden haben Kinder und damit persönliche Interessen am Bildungsstreik“, meinte ein CFM-Beschäftigter dazu. Bisher hat es zwei (leider noch sehr kleine) studentische Solidaritätsdelegationen zum CFM-Streik gegeben und CFMlerInnen wollen zum Bildungsstreik am 17. November kommen. Darüber hinaus gab es Ideen, Aktionen sowohl an den Universitäten wie bei der Charité (einem Universitätsklinikum) zu organisieren. Insgesamt geht es darum, die Tradition der Einheit zwischen Arbeitenden und Studierenden wieder aufzugreifen.

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