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Solidaritätspetition für Reinigungskräfte an der Alice Salomon Hochschule gestartet

Die Arbeitsbedingungen der Reinigung an der Alice Salomon Hochschule Berlin sind katastrophal. Deshalb wurde nun eine Solidaritätsplattform und eine Petition gestartet, um die Hochschulleitung dazu zu zwingen, das Outsourcing zu beenden.

Solidaritätspetition für Reinigungskräfte an der Alice Salomon Hochschule gestartet

Seit Anfang der Woche hat ein Inter­view mit zwei Reini­gungskräften an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) große Wellen geschla­gen. Nur wenige Stun­den nach der Veröf­fentlichung des Inter­views war es an der kleinen Hochschule das Gespräch­s­the­ma Num­mer eins. Der Tenor: Wie kann es sein, dass an ein­er Hochschule mit “sozialem” Leit­bild solche Bedin­gun­gen existieren?

Dutzende Studierende und Beschäftigte haben sich schon zusam­menge­fun­den, um Druck auf die Hochschulleitung auszuüben, die Zustände umge­hend zu verän­dern. Deshalb haben sie als ersten Schritt eine Sol­i­dar­ität­splat­tform auf Face­book gegrün­det und eine Peti­tion mit dem Titel “Für gute Arbeits­be­din­gun­gen in der Reini­gung an der Alice Salomon Hochschule Berlin” lanciert.

In der Peti­tion beschreiben sie die Arbeits­be­din­gun­gen wie fol­gt:

Die Beschäftigten erhal­ten meist nur befris­tete Verträge von sechs Monat­en. Diese Verträge wer­den danach nicht ver­längert. Das Arbeit­spen­sum ist kaum zu erledi­gen: Ganze Stock­w­erke müssen in nur 4 Stun­den geputzt wer­den. Herun­terge­brochen bedeutet das, dass sie ca. 7 Minuten Zeit pro Sem­i­nar­raum haben, ungeachtet ihrer Größe. Das führt sowohl zu Gesund­heit­sprob­le­men und enormem Stress für die Beschäftigten, als auch zu Prob­le­men bei der Qual­ität der Arbeit. Für diese wer­den dann viel zu oft fälschlicher­weise die Beschäftigten selb­st ver­ant­wortlich gemacht, obwohl die Arbeitsverdich­tung durch das out­ge­sourcte Reini­gung­sun­ternehmen Peter Schnei­der für die Sit­u­a­tion ver­ant­wortlich ist. Hinzu kommt, dass das von Ihnen beauf­tragte Unternehmen jeden Monat aufs Neue ver­sucht, den Beschäftigten ihren Lohn teil­weise vorzuen­thal­ten.

Den Anspruch, den die ASH stattdessen an sich stellen müsste, benen­nt die Peti­tion ein­deutig:

Die Arbeit der Reini­gung ist für uns zweifel­sohne eine der Grund­la­gen, auf der Lehre und Forschung an Hochschulen über­haupt erst funk­tion­ieren kön­nen. Nur weil – meist migrantis­che – Frauen tagtäglich diese Care-Arbeit übernehmen, kön­nen sowohl Sie als auch wir unter hygien­is­chen Bedin­gun­gen unser­er Arbeit bzw. unserem Studi­um nachge­hen. An ein­er Hochschule für Soziale Arbeit, Gesund­heit, Erziehung und Bil­dung sollte es unser­er Mei­n­ung nach deshalb selb­stver­ständlich sein, die Arbeit der Reini­gungskräfte nicht unsicht­bar zu machen oder gar abzuw­erten, son­dern sicherzustellen, dass sie unter guten Bedin­gun­gen stat­tfind­et und als selb­stver­ständlich­er Teil der Hochschule ange­se­hen wird. Nur so kann die Hochschule ihrer sozialen Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den, die auch bein­hal­tet, sich gegen solche For­men der prekären Arbeit zu stellen, da sie zur Aufrechter­hal­tung sex­is­tis­ch­er und ras­sis­tis­ch­er Struk­turen beitra­gen.

Die Unterstützer*innen der Peti­tion fordern deshalb die Hochschulleitung auf:

Wir fordern Sie deshalb auf, sich dafür einzuset­zen, dass:

- die Stun­den­zahl der Verträge erhöht wird, damit die Arbeit auch tat­säch­lich zu leis­ten ist,
— die Abrech­nung mit dem von Ihnen beauf­tragten Unternehmen Peter Schnei­der öffentlich gemacht wird,
— über­prüft wird, wie viel Geld bei den Beschäftigten tat­säch­lich ankommt und
— alle, die derzeit die ASH reini­gen, dies auch in Zukun­ft tun. Dafür müssen sie – falls die Verträge bere­its aus­ge­laufen sind – wiedereingestellt wer­den und alle Verträge in unbe­fris­tete Arbeitsverträge umge­wan­delt wer­den.

Let­ztlich sind wir der Überzeu­gung, dass all diese Prob­leme nur gelöst wer­den kön­nen, wenn das Out­sourc­ing been­det wird und die Reini­gungskräfte, die heute an der ASH arbeit­en, auch einen unbe­fris­teten Arbeitsver­trag mit der Hochschule erhal­ten.

Deshalb fordern wir Sie auf: Been­den Sie das Out­sourc­ing! Stellen Sie die Reini­gung unbe­fris­tet direkt an der Hochschule an!

Hier kann man die Peti­tion unter­schreiben. Hier geht es zur Unterstützer*innenseite auf Face­book.

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