Solidarität mit den Streikenden – Hass für die Bonzen

31.08.2021, Lesezeit 3 Min.
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Quelle: imago/photothek

Der Arbeitskampf der GDL geht in die dritte Runde und die Angriffe der bürgerlichen Kräfte auf die Streiks nehmen zu. Der Unmut über Zugausfälle und Verspätungen muss sich gegen das Management und den DB-Vorstand richten. Erfüllt die Forderungen der Beschäftigen!

Es ist soweit, die GDL hat erneut zu Streiks aufgerufen. Die dritte Runde des Arbeitskampfs ist die bisher längste und wird vom 01. September bis zum 07. September andauern. Da mit diesem Streik auch massive Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr verbunden sind,  versuchen die bürgerlichen Parteien und Medien die Zugausfälle und Verspätungen als Anlass zu nehmen, um gegen die Streiks zu hetzen. Statt sich mit den Streikenden zu solidarisieren und die Führung der Deutschen Bahn anzuprangern, schießen Bürgerliche lieber gegen Arbeiter:innen und lassen ihrem Unmut über Zugausfälle und Verspätungen in Instagram, Facebook und Twitter-Kommentaren freien Lauf.

Wir sagen: Es braucht eine große Solidaritätswelle mit den Beschäftigten, statt der Huldigung der Bourgeiosie und ständigen Tritten nach unten! Wir müssen uns mit den Streikenden solidarisieren und die Bosse der Deutschen Bahn anprangern. Der DB-Vorstand ist für die Zugausfälle verantwortlich und nicht die Beschäftigten! Im Gegenteil kämpfen die Eisenbahner:innen für bessere Arbeitsbedingungen und entsprechend bessere Ausstattung in der Bahn.

900.000 Euro für Lutz, doch für eine Corona-Prämie reicht es nicht

Den Arbeiter:innen schlägt aktuell eine Welle des Hasses entgegen, während die Leitung der Deutschen Bahn sich eine goldene Nase verdient und in absurdem Reichtum lebt. Der Vorstandsvorsitzende der DB, Richard Lutz, bezieht ein fixes Jahresgehalt von 900.000 Euro und auch die restlichen Vorstandsmitglieder kommen nicht unter minimum 400.000 Euro weg – und das bezieht nicht einmal Prämien, Dividenden, Boni und sonstige Vergütungen mit ein, durch die die Kapitalist:innen ihr Vermögen auf dem Rücken der Beschäftigten noch weiter expandieren.

Im Vergleich dazu wirken die Forderungen der GDL geradezu lachhaft: eine einmalige – mehr als verdiente – Corona-Prämie von 600 Euro, 1,4 Prozent Entgelterhöhung 2021 sowie 1,8 Prozent Entgelterhöhung 2022 bei einer Laufzeit von 28 Monaten. Diese Lohnerhöhung würde nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen, die für 2021 bei etwa 2,5 bis 3,0 Prozent liegen wird. Das heißt, dass die Beschäftigten auch bei erfolgreichen Verhandlungen faktisch einen Reallohn-Verlust erleiden werden.

Solidarität mit den Streikenden!

Die Arbeiter:innenklasse wird tagtäglich Angriffen des Großkapitals, der Bürgertumspresse und der Regierungen ausgesetzt. Wir können uns keine Kämpfe zwischen ausgebeuteten Menschen leisten. Es braucht eine bedingungslose Solidarität mit den Streikenden von allen Arbeiter:innen, denn nur so können wir es schaffen, endlich dieses ausbeuterische System zum Erliegen zu bringen und eine Gesellschaft zu erkämpfen, die den Interessen der Bevölkerung statt denen des Kapitals dient.

Solidarisiert euch mit Arbeitskämpfen, übt Druck auf die Gewerkschaftsbürokratien aus, damit sie zu Solidaritätsaktionen aufrufen! Macht Welle in euren eigenen Betrieben und Hochschulen und stellt euch den Bonzen in den Weg, wo es nur geht!

Meldet euch!


Ihr arbeitet im Bahnbetrieb oder habt in eurem Umfeld Menschen, die am Streik teilnehmen?
Schickt uns eure Erfahrungen und Solidaritätsbekundungen auf Instagram oder an info@klassegegenklasse.org!

 

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