Unsere Klasse

“Solidarität länderübergreifend ist eine der wichtigsten Elemente der Brüderlichkeit der Arbeiter*innen”

Am Donnerstag demonstrierten 150 Menschen vor der Französischen Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin unter dem Motto "Solidarität mit dem Kampf der Gelbwesten in Frankreich!". Auch die klassenkämpferische Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv schrieb eine Grußbotschaft.

Liebe kämpfende franzö­sis­che Freund*innen!

Ihr habt unsere volle Sol­i­dar­ität für den Kampf gegen die kon­ser­v­a­tive und rechts­gerichtete Macron-Regierung. Ob die Frage der Ben­z­in­preis­er­höhung, oder die Frage der Erhöhung des Ein­tritts in die Rente. Oder aber auch die ungerechte Verteilung der Steuer­last. Es sind alles Angriffe auf die, die den Mehrw­ert schaf­fen. Und das seid ihr.

Sol­i­dar­ität län­derüber­greifend ist eine der wichtig­sten Ele­mente der Brüder­lichkeit der Arbeiter*innen. Den Blick inter­na­tion­al zu schär­fen und zu stärken macht die Sache der Arbeiter*innen nicht unbe­d­ingt leichter, aber wir sind in der Lage, so den Aus­tausch von Erfahrun­gen weit­er zu geben. Und eine der Erfahrung von uns, den Beschäftigten der BVG (Berlin­er Verkehrs­be­triebe), ist der Zusam­men­schluss rev­o­lu­tionär­er und kämpferisch­er Kolleg*innen inner­halb der Belegschaft. Eine Denk- und Hand­lungsweise zu erler­nen, die besagt: Lass dich nicht vertreten, son­dern ver­net­ze dich mit deinen Kolleg*innen und mit anderen Beschäftigten ander­er Betriebe.

Eure CGT-Führung ruft nicht zum Streik auf, jedoch andere Branchensek­tio­nen, darum ist es völ­lig richtig, das Basisaktivist*innen den Blick nicht von dieser sozialen Wut abwen­den dür­fen. Wir müssen der Wirk­lichkeit ins Auge sehen.

Lenin schrieb zu diesem The­ma fol­gen­des:

Jed­er Streik erin­nert die Kap­i­tal­is­ten daran, dass die wahren Her­ren nicht sie sind, son­dern die Arbeit­er, die ihre Rechte immer lauter und lauter anmelden. Jed­er Streik erin­nert die Arbeit­er daran, dass ihre Lage nicht hoff­nungs­los ist, dass sie nicht allein ste­hen.

Von daher ist es jedoch eines der wichtig­sten Auf­gaben der Arbeit­er aus der ganzen Welt. Zu erken­nen, wer mit welchen Mit­teln an der Macht ist. Macron ver­sucht mit eini­gen Tricks, dass er an der Macht bleiben will. Der Stopp der Ben­zin­s­teuer, die Anhebung des Min­dest­lohnes um 100 € pro Monat, um nur zwei Beispiele zu zeigen. Fra­gen wir uns in Deutsch­land und ihr in Frankre­ich, wer ist Macron? Wir müssen sehen, dieser Mann ist nur ein Hand­langer der großen Bosse, die über­all in den Führungse­ta­gen an den Hebeln der Macht sitzen. Wir müssen ler­nen zu sehen, wenn dieser Macron weg ist, wer regiert dann das Land? Es wird wieder ein­er der­er sein, die den Bossen und somit dem inter­na­tionalen Finanzkap­i­tal in den Arsch kriechen.

Wir müssen ler­nen, in jedem Kampf wieder einige Kolleg*innen für die kämpferische Seite zu gewin­nen, auch wenn es noch so schw­er erscheint. Wir müssen ler­nen und begreifen dieses Ler­nen in Hand­lun­gen umzumünzen, so dass wir, die Arbeiter*innenklasse ins­ge­samt Ver­ant­wor­tung für uns und unsere Zukun­ft selb­st zu übernehmen. Zeigt Flagge gegen sozialen Abbau und die Recht­sen­twick­lung in eurem Land.

Es gibt bei euch bere­its gute und wichtige klein­er Basisor­gan­i­sa­tio­nen, die sich dem kämpferischen Geist zu Eigen machen. Darüber hin­aus zu ler­nen, sich mit vie­len, vie­len anderen zu ver­net­zen, um für ein Leben, das sich Leben nen­nt, zu kämpfen.

Ich halte ger­ade die Kol­le­gen­zeitschrift „Elek­troPow­er“ vor meinen Augen, mit fol­gen­den Forderun­gen:

• Kampf um jeden Arbeit­splatz
• Kampf um jeden Aus­bil­dungsplatz auf Kosten der Konz­erne
• Für die 30-Stun­den­woche bei vollem Lohnaus­gle­ich
• Die IGM brauchen wir als Kamp­for­gan­i­sa­tio­nen

Ja, liebe franzö­sis­che Kolleg*innen und Genoss*innen, in Deutsch­land ist seit ca. 5–7- Jahren der Auf­bruch in vie­len Betrieben von stat­ten gegan­gen, und Kolleg*innen schreiben ihre eige­nen Zeitun­gen. OK. Es ist kein Auf­s­tand wie bei euch, aber auch das schon wird von eini­gen Gewerkschaftsfunktionär*innen mit Arg­wohn begutachtet. Diesem Arg­wohn und der Sozial­part­ner­schaft in jedem Betrieb müssen wir uns ent­ge­gen­stellen.

Hoch die inter­na­tionale Sol­i­dar­ität! Kämpft weit­er, wir wer­den auch auf unserem Gebi­eten weit­er kämpfen!

One thought on ““Solidarität länderübergreifend ist eine der wichtigsten Elemente der Brüderlichkeit der Arbeiter*innen”

  1. Tiefrot sagt:

    Aha. Die “Gew­erkschaften”, die erst mit ihrer
    Unter­stützung für die Agen­da 2010 mit schuld an der
    Spal­tung der Gesellschaft, sowie dem
    Bil­liglohnsek­tor und prekär­er Beschäf­ti­gung sind,
    wollen Sol­i­dar­ität mit den Gelb­west­en üben ?

    Ich lach mich kaputt ! Lasst euch nicht darauf ein !

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