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Skandal: CFM-Streik wegen Coronavirus ausgesetzt – jetzt Protest organisieren!

Ein Skandal: Der Streik der Beschäftigten der Charité Facility Management (CFM) wurde heute nach Drohungen von Seiten der Geschäftsführung ausgesetzt – wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Hunderte Streikende wehrten sich gegen diesen antidemokratischen Einschnitt in das Streikrecht. Morgen bauen Unterstützer*innen ein Protestzelt vor dem Virchow-Klinikum auf, um dagegen zu protestieren und um Streikenden einen Raum zur Diskussion zu geben.

Skandal: CFM-Streik wegen Coronavirus ausgesetzt – jetzt Protest organisieren!

Es deutete sich schon let­zte Woche an: Am Fre­itag ver­suchte die Geschäfts­führung der CFM, mit der Tar­ifkom­mis­sion der bei ver.di organ­isierten Beschäftigten eine “Pan­demiev­ere­in­barung” abzuschließen, um im Falle des Auftretens des Coro­n­avirus in Berlin den Streik zu unter­brechen, an dem sich im Feb­ru­ar schon 470 Kolleg*innen beteiligt hat­ten. Nach­dem am Son­ntag abend tat­säch­lich der erste Coro­na-Fall an der Char­ité bestätigt wurde, macht­en die CFM und die Char­ité-Geschäfts­führun­gen erneut Druck auf die Tar­ifkom­mis­sion, den Streik zu been­den.

Lei­der mit Erfolg: Der Streik wurde am Mon­tag nach­mit­tag aus­ge­set­zt, nach­dem zuvor noch hun­derte Streik­ende vor ein­er Sitzung des Auf­sicht­srates der Char­ité demon­stri­ert hat­ten.

Noch während der Kundge­bung hat­te der zuständi­ge Gew­erkschaftssekretär Mar­co Pavlik per­sön­lich davor gewarnt, die Coro­na-Welle als Vor­wand gegen den Streik zu nutzen. Schließlich war es das jahre- und jahrzehn­te­lange Kaputts­paren des Gesund­heitssys­tems, das erst dazu geführt hat, dass die Kranken­häuser Kopf ste­hen und nicht aus­re­ichend auf das Coro­n­avirus vor­bere­it­et sind. Und nicht zu vergessen: Der Streik der CFM-Kolleg*innen richtet sich ja genau gegen diese Zustände.

Aber das war wohl nur ein Taschen­spiel­er­trick. Denn offen­bar auf Anweisung des Gew­erkschaftssekretärs und der Gew­erkschafts­führung – offen­bar hat der ver.di-Bundesvorstand die Aus­set­zung von Warn­streiks im gesamten Bun­des­ge­bi­et ver­fügt – gab die Tar­ifkom­mis­sion schließlich dem Druck nach und blies den für mor­gen schon aufgerufe­nen Streik wieder ab.

Viele der anwe­senden Streik­enden woll­ten sich das nicht gefall­en lassen: In kürzester Zeit wur­den gemein­sam mit sol­i­darischen Unterstützer*innen fast 200 Unter­schriften von Streik­enden gesam­melt, die sich noch während der Ver­hand­lun­gen mit der Geschäfts­führung gegen eine Aus­set­zung des Streiks wandten:

Wir, die unter­schreiben­den CFM-Beschäftigten und weit­ere, stellen uns gegen den Ver­such von Seit­en der CFM- und Char­ité-Geschäfts­führun­gen unseren Streik auszuset­zen. Wir gefährden mit unserem Streik keine Men­schen­leben – das tun die CFM und die Char­ité-Geschäfts­führun­gen, die unsere Forderun­gen nicht akzep­tieren. Wir wollen weit­er­streiken!

Die einzel­nen Namen wur­den für die Darstel­lung aus­ge­blendet.

In ein­er spon­ta­nen Streikver­samm­lung, die wegen der Wut der Kolleg*innnen über diesen durch­sichti­gen Ver­such, den Streik abzuwür­gen, par­al­lel zu den Ver­hand­lun­gen stat­tfand, sprachen sich viele Streik­ende – beson­ders migrantis­che Frauen aus der Reini­gung – für die Fort­führung des Streiks aus.

Die Wut der Kolleg*innen über den Druck von Seit­en der Gew­erkschafts­führung, den Streik auszuset­zen, ohne eine gemein­same demokratis­che Entschei­dung zu tre­f­fen, war spür­bar. Der Streik gehört ihnen und sie allein soll­ten entschei­den, wann und wie der Streik aus­ge­set­zt oder fort­ge­führt wird. Es bah­nt sich hier eine erneute wichtige Lek­tion für die Kolleg*innen der CFM, für die Arbeiter*innen in ganz Berlin und deutsch­landweit an: Die Kon­trolle über den Streik müssen die Streik­enden haben, nicht die Gew­erkschafts­führung. Deshalb müssen wir uns organ­isieren.

Zugle­ich ist klar: Egal wie es weit­erge­ht, ste­hen wir – und ganz Berlin! – hin­ter den Kolleg*innen der CFM und ihrem Kampf für ein Gesund­heitssys­tem im Inter­esse der Beschäftigten und der Patient*innen gle­icher­maßen.

Wir rufen alle linken, sozialen und gew­erkschaftlichen Organ­i­sa­tio­nen dazu auf, mor­gen ab 11 Uhr zum Protestzelt vor dem Vir­chow-Klinikum (U‑Bahnhof Amrumer Straße) zu kom­men, um sich mit den Streik­enden zu sol­i­darisieren und mit allen Kolleg*innen, die vor Ort sein kön­nen, über die näch­sten Schritte zu disku­tieren.

Protestzelt: Sol­i­dar­ität mit den Beschäftigten der CFM!

Wann? Dien­stag, 3. März, 11 bis 14 Uhr
Wo? Rudolf-Vir­chow-Kranken­haus, Augusten­burg­er Platz 1, 13353 Berlin
Face­book-Event

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