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Silvesterfest für Pflegekräfte

Ohne Überstunden wäre das jährlich nötige Pflegepersonal ab heute aufgebraucht. Deswegen versammelten sich gestern Abend etwa 60 Menschen auf dem Berliner Hermannplatz.

Silvesterfest für Pflegekräfte

Aufgerufen vom Berlin­er Bünd­nis für mehr Per­son­al im Kranken­haus „feierten“ gestern Abend am Her­rman­nplatz Pfleger*innen, Auszu­bildende und Unterstützer*innen das Sil­vester­fest der Pflege. Das Ziel war es, auf den Per­sonal­man­gel und die vie­len Über­stun­den in der Pflege aufmerk­sam zu machen.

Immer wieder nahm man Bezug auf die Pflegeini­tia­tive in Ham­burg, Bre­men und Bay­ern. Gemein­sam mit Berlin kon­nten mehr als 180.000 Unter­schriften gesam­melt wer­den. Damit sollen Volks­begehren unter­stützt wer­den, um einen geset­zlich verbindlichen Per­son­alschlüs­sel in der Pflege durchzuset­zen. Dabei ist Bay­ern das erste Flächen­land, in dem es eine solche Ini­tia­tive gibt.

In einem „Jahres­rück­blick“ wur­den nicht nur die erfol­gre­ichen Kam­pag­nen der Bünd­nisse für mehr Per­son­al in der Pflege genan­nt, son­dern auch der Gesund­heitsmin­is­ter Jens Spahn. Immer wieder diente er als Aufhänger für Lach­er. Wie zu Spahns Aus­sage, es würde für die Kolleg*innen stres­siger wer­den, wenn es einen geset­zlichen Per­son­alschlüs­sel gebe, weil dann bei Aus­fall für Ersatz gesorgt wer­den müsse: “Also bleiben wir lieber zu dritt auf Sta­tion, statt zu fün­ft, weil mal ein Kol­lege aus­fällt”, scherzte ein Pfleger dazu. Mit seinen bekan­nten Aus­sagen zu den Arbeits­be­din­gun­gen in der Pflege kon­nte der Bun­desmin­is­ter wenige Sym­pa­thien unter den Kolleg*innen in der Pflege sam­meln.

Daneben gab es Gast­beiträge vom Feuer­wehrbünd­nis „Berlin Bren­nt“ und dem Frauen­streik­bünd­nis. Berlin­er Feuer­wehrleute hat­ten dieses Jahr bere­its wochen­lang mit vor dem Roten Rathaus gegen die Spar­poli­tik und den Per­sonal­man­gel demon­stri­ert. Dass für sie auch die Pflege ein wichtiges The­ma ist, hat­ten sie damals mit einem Lied gezeigt.

Mira vom Frauen­streik­bünd­nis machte auf das repres­sive Streikrecht in Deutsch­land aufmerk­sam und lobte die Streiks der Kolleg*innen in der Pflege als motivierende Beispiele. Gemein­sam wolle man eine gesellschaftliche Verän­derung bewirken. Doch lei­der sei der Streik für einen geset­zlich fest­gelegten Per­son­alschlüs­sel in der Pflege und gle­iche Bezahlung von Män­nern und Frauen nicht vom deutschen Streikrecht gedeckt.

Unter­malt wurde die Kundge­bung von musikalis­chen Beiträ­gen der Kolleg*innen aus der Pflege. Zudem wur­den, wie für Sil­vester üblich, Sekt und Wun­derk­erzen gere­icht. Trotz der Kälte gelang es, eine muntere Atmo­sphäre zu schaf­fen und den Zusam­men­halt der Aktivist*innen zu beto­nen. Ver.di fordert bun­desweit alle Beschäftigten der Kranken­häuser auf, am 23. Okto­ber nicht außer­halb des Dien­st­plans einzus­prin­gen.

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