Jugend

Schluss mit sparen: Schweizer Kantonschule besetzt

In der Schweiz haben Schüler*innen verschiedener Schulen gestern die Kantonschule Stadelhofen besetzt. Sie protestieren gegen die Sparpolitik des Kantons und Angriffe auf das Bildungswesen. Wir spiegeln den Aufruf der Besetzer*innen.

Schluss mit sparen: Schweizer Kantonschule besetzt

Sparen, sparen, sparen

Dieses Wort hätte 2016 zum Wort des Jahres wer­den kön­nen. Was wir gele­gentlich am Ende des Monats tun, hat der Kan­ton über das ganze Jahr hin­weg gemacht: Er hat ges­part. Bei der Bil­dung, beim ÖV und im Gesund­heitswe­sen. Der Regierungsrat beschloss ein Sparpaket, welch­es 125 Einzel­mass­nah­men bein­hal­tet. Bis im Jahr 2019 sollen ins­ge­samt 1,8 Mil­liar­den Franken ges­part wer­den. Auch im Jahr 2017 wer­den wir weit­er­hin mit Spar­mass­nah­men kon­fron­tiert wer­den, die uns direkt betr­e­f­fen.

Diese Kürzun­gen gliedern sich ein in eine lange Rei­he von Sparpro­gram­men und Abbau­plä­nen im öffentlichen Dienst. Diese haben in den let­zten Jahrzehn­ten unter anderem unsere Bil­dung ständig ver­schlechtert.

Was heisst das für uns?

Ins­ge­samt will der Kan­ton Zürich alleine an den Schulen bis zum Jahr 2019 67 Mil­lio­nen Franken eins­paren. Dies mit Mass­nah­men, wie der Senkung von Geldern für die Medio­theken an den Berufs- und Mit­telschulen, was dazu führt, dass sich der Bestand an Lit­er­atur an den Schulen ver­ringert, oder die Medio­theken für einzelne Tage sog­ar ganz geschlossen bleiben. Des weit­eren wer­den Klassen, die ohne­hin schon zu gross sind, an den Volks- und Mit­telschulen noch weit­er zusam­men­gelegt. Diese Klassen­ver­grösserun­gen soll­ten sog­ar über­schulisch organ­isiert wer­den. Das bedeutet für die Schüler*innen, neben der Ver­schlechterung der Unter­richt­squal­ität, auch noch län­gere Schul­wege.

Dies alles um Lehrkräfte und somit Löhne einzus­paren. Doch damit nicht ge­nug! Eben­jene Lehrkräfte soll­ten zusät­zlich zu diesem Stress, welchen ver­grösserte Klassen mit sich brin­gen, auch noch weniger ver­di­enen, dadurch, dass das Arbeit­spen­sum bei gle­ich­bleiben­dem Lohn erhöht wird.

Was können wir tun?

Diese Mass­nah­men lassen sich nicht vere­inen mit unser­er Überzeu­gung, dass Bil­dung ein Men­schen­recht ist, und dass der Zugang zu ihr für alle offen sein soll, unab­hängig von Einkom­men und Leben­sre­al­ität. Diese Unverein­barkeit zeigt sich exem­plar­isch an den mas­siv­en Kürzun­gen bei inte­gra­tiv­en Schul­for­men, wie beispiel­sweise bei Ein­führungsklassen für Jugendliche mit schlecht­en Deutschken­nt­nis­sen.

Es ist wichtig zu sehen, dass Sparen nicht sein muss. Spar­mass­nah­men sind die Folge ein­er bewussten Poli­tik der Steuer­erle­ichterun­gen für die, die bere­its wohlhabend sind. Das einzige was uns übrig bleibt, ist gegen die Ver­schlechterung unser­er Lebens­be­din­gun­gen zu kämpfen. Ob am Tag der Bil­dung am 15. Jan­u­ar 2016, am Kan­tonalen Aktion­stag gegen Spar­mass­nah­men am 28. Sep­tem­ber 2016, oder heute Mittwoch, dem 8. Feb­ru­ar 2017, wenn wir gemein­sam eine Schule beset­zen!

Stop­pen wir gemein­sam die Unnötige Abbaupoli­tik des Kan­tons!
Bil­dung für alle, nach wie vor!
Schü­lerin­nen und Ler­nende gegen Spar­mass­nah­men!

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