Repression gegen Flotilla: Israel verlängert die Haft von Thiago Ávila und Saif Abukeshek
Die beiden Aktivisten wurden am vergangenen Donnerstag von Israel entführt und dabei misshandelt. In einer Farce eines „Gerichtsverfahrens“ verlängerte ein Bezirksgericht in Aschkelon ihre Haft um weitere zwei Tage. Die Tageszeitung Haaretz berichtet, dass sie bis zu ihrer Freilassung in den Hungerstreik getreten sind.
Diese Woche wurde die Global Sumud Flotilla von Israel abgefangen. Diese Repression ging einher mit der Entführung von zwei Persönlichkeiten der Flottille, dem spanisch-palästinensischen Gewerkschafter Saif Abukeshek und dem brasilianischen Aktivisten Thiago Avila, die das israelische Außenministerium in israelische Gefängnisse deportieren will.
Die beiden Aktivisten werden derzeit vom israelischen Strafvollzugsdienst festgehalten, einer Behörde, die die israelischen Gefängnisse kontrolliert, in denen Hunderte von Palästinenser:innen (oft seit Jahren) unzähligen Demütigungen ausgesetzt sind. Am Sonntag wurde bekannt, dass sie vor ein Gericht in Aschkelon (südlich von Tel Aviv) gebracht worden waren. Die Organisation Adalah, ein Rechtszentrum für die Rechte der arabischen Minderheit in Israel, konnte Anwält:innen entsenden, um mit ihnen zu sprechen und die Schläge festzustellen, die die beiden Aktivisten im Gesicht erlitten hatten. Thiago klagte über starke Schmerzen in der Schulter, die seine Bewegungsfähigkeit einschränken. Laut der Global Sumud Flotilla wurde Saif Abukeshek „während seiner Haft auf einem Militärschiff vor seiner Überstellung gefoltert“.
Der israelische Kolonialstaat wirft den beiden Aktivisten vor, „dem Feind in Kriegszeiten geholfen“ zu haben, „Kontakte zu einem ausländischen Agenten zu unterhalten“, „einer terroristischen Organisation anzugehören“ und dieser Dienste zu leisten sowie „Güter an eine terroristische Organisation weitergegeben“ zu haben. Thiago und Saif, die in Isolationshaft sitzen, werden insbesondere beschuldigt, der „Volkskonferenz für Palästinenser im Ausland“ anzugehören, einer von den USA sanktionierten Organisation.
Hinter der Propaganda Israels und der USA geht es vor allem darum, Aktivist:innen zu unterdrücken, die an der Organisation der Flottille beteiligt waren, die Dutzende von Booten und Aktivisten aus mehreren Ländern – darunter drei aus der Strömung Permanente Revolution – mobilisiert hatte, mit dem Ziel, die von Israel verhängte Seeblockade zu durchbrechen und humanitäre Hilfe zur palästinensischen Bevölkerung zu bringen. Eine Mission, die von Israel in internationalen Gewässern angegriffen wurde und schließlich dazu führte, dass 170 Teilnehmer auf Kreta an Land gehen durften.
Während der Völkermord in Gaza weitergeht, die Angriffe im Westjordanland unaufhörlich sind – wie gestern in Nablus – und die Kolonialarmee ihre Aggression gegen den Libanon fortsetzt, ist es dringend notwendig, sich in Solidarität mit den Aktivisten der Flottillen und gegen das Voranschreiten der Kolonisierung zu mobilisieren. Sofortige Freilassung von Saif Abukeshek, Thiago Ávila und allen palästinensischen Gefangenen und von Israel entführten Aktivist:innen!