Jugend

Politische Streiks für Enteignungen und Kontrolle über die Produktion! Für eine antikapitalistische Perspektive!

Die Zerstörung des Ökosystems, globale Erwärmung, Entwaldung, Artensterben, Verwüstung und viele andere Erscheinungen der andauernden Klimakrise schreiten voran. Aus dem Flugblatt von organize:strike und Brot und Rosen für den Globalen Klimastreik von #FridaysForFuture und für den Semesterstart an den Universitäten.

Politische Streiks für Enteignungen und Kontrolle über die Produktion! Für eine antikapitalistische Perspektive!

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Die Zer­störung des Ökosys­tems, glob­ale Erwär­mung, Ent­wal­dung, Arten­ster­ben, Ver­wüs­tung und viele andere Erschei­n­un­gen der andauern­den Kli­makrise schre­it­en voran. Während­dessen merken immer größere Teile der Gesellschaft, dass das grundle­gende Verän­derun­gen in der Art und Weise wie auf der Welt pro­duziert wird, notwendig macht. Und vor allem, dass diese Verän­derun­gen nicht durch den guten Willen der Herrschen­den gegeben wer­den, son­dern die Massen sich aktiv mobil­isieren müssen.

Der schädliche Ein­fluss der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion auf das Ökosys­tem führt dazu, dass die gesamten Pro­duk­tions- und Repro­duk­tions­be­din­gun­gen der Men­schheit – und damit ihre ganze Exis­tenz – in Gefahr sind. Diese ökode­struk­tive Dynamik ste­ht in direk­tem Zusam­men­hang mit der sozialen und materiellen Ver­schlechterung der Lebens­be­din­gun­gen von hun­derten Mil­lio­nen Men­schen, die unter Elend, Flucht, Arbeit­slosigkeit und prekären Beschäf­ti­gungsver­hält­nis­sen lei­den, durch die der Kap­i­tal­is­mus seine Prof­ite sichert.

Nach den aktuellen Schätzun­gen müssen die Emis­sio­nen von Schad­stof­f­gasen bis 2030 in weniger als 11 Jahren um 45% reduziert wer­den, damit die kri­tis­che Schwelle von +1,5°C nicht über­schrit­ten wird. Als Klimabe­we­gung kön­nen wir uns mit einem all­ge­meinen Druck auf die Regierun­gen nicht zufriedengeben, son­dern müssen aktiv über Strate­gien disku­tieren und sie sel­ber durch­set­zen.

Grüner Kapitalismus wird uns nicht retten.

In der heuti­gen kap­i­tal­is­tis­chen Wirtschaft besitzt nur eine kleine Min­der­heit von Eigentümer*innen, Indus­triellen und Bankiers die Pro­duk­tion­s­mit­tel, sodass die gesamte Pro­duk­tion auf die Ausweitung der Prof­ite dieser Min­der­heit aus­richtet, statt auf die Bedürfnisse von Natur und Men­schen. Genau diese prof­i­to­ri­en­tierte Pro­duk­tion­sweise ist die treibende Kraft dafür, dass die Natur­res­sourcen unseres Plan­eten über­aus­ge­beutet wer­den, obwohl diese Aus­beu­tung mit der materiellen Zer­störung unseres Ökosys­tems ein­herge­ht.

Die Regierungschefs der mächtig­sten kap­i­tal­is­tis­chen Staat­en eini­gen sich auf kost­spieli­gen Klimagipfeln auf Umweltschutz­maß­nah­men, Kon­trollen und wichtige Emis­sion­s­min­derungsziele, die in allen Fällen nichts anderes sind als diplo­ma­tis­che Doku­mente ohne große prak­tis­che Fol­gen.

Die Vorschläge, die bish­er von der Bun­desregierung oder bürg­er­lichen Parteien geplant sind, berühren die tat­säch­lichen Ursachen nicht. Pseu­do-Maß­nah­men wie eine CO2-Steuer, Anreize und Sub­ven­tio­nen für Unternehmen, oder der Zer­ti­fikathandel zie­len vielmehr darauf ab, die Prof­ite der Indus­trie und Kapitalist*innen zu sich­ern, die in erster Lin­ie für die Zer­störung der Umwelt ver­ant­wortlich sind. Und das, obwohl die reich­sten 10% des Plan­eten die Hälfte der CO2-Emis­sio­nen verur­sachen, während die ärm­sten 50% (3,5 Mil­liar­den Men­schen) nur 10% aus­machen.

Statt das Ver­mö­gen von Kapitalist*innen mas­siv zu besteuern und Enteig­nun­gen durchzuführen, soll die arbei­t­ende Bevölkerung und die Jugend aus ihrer eige­nen Tasche bezahlen. Dazu kommt noch, dass sie in ein­er kap­i­tal­is­tis­chen Mark­twirtschaft über­haupt keine Kon­trolle darüber haben, was mit dem Geld tat­säch­lich gemacht wird. Dabei ist diese Kon­trolle notwendig: Die Abgasskan­dale in der sub­ven­tion­ierten deutschen Auto­mo­bilin­dus­trie zeigen am deut­lich­sten, wie kor­rupt und ver­brecherisch die Geschäfte der Kapitalist*innen sind, und welche Macht sie über die Poli­tik haben.

Die Lösung der glob­alen Kli­makrise kann in keinem Fall aus dem gle­ichen Sys­tem kom­men, das die Krise selb­st durch seine kap­i­tal­is­tis­che Pro­duk­tion­sweise her­vorge­bracht hat.

Wir brauchen eine ökologische, demokratisch geplante Wirtschaft.

Wir glauben, dass wir die Ret­tung unseres Plan­eten nicht den Kapitalist*innen und kap­i­tal­is­tis­chen Regierun­gen über­lassen kön­nen. Die einzige Möglichkeit, der durch den Kap­i­tal­is­mus verur­sacht­en glob­alen Umweltkrise zu begeg­nen, beste­ht darin, dass die Mehrheit der Bevölkerung in den Kampf ein­be­zo­gen wird, wobei die Arbeiter*innenklasse an vorder­ster Front ste­hen muss.

Denn die Arbeiter*innen haben auf­grund ihrer Rolle in der kap­i­tal­is­tis­chen Pro­duk­tion durch Streiks und Beset­zun­gen die Macht, die Inter­essen der Mehrheit der Bevölkerung gegenüber den Kapitalist*innen durchzuset­zen. Wir brauchen poli­tis­che Streiks der Arbeiter*innenbewegung, um eine demokratis­che Kon­trolle über die Pro­duk­tion zu erkämpfen, um so die gesamte Wirtschaft ökol­o­gisch, anhand eines wis­senschaftlichen Plans, der die CO2-Emis­sio­nen drastisch reduziert, neu zu organ­isieren.

Die Frage der Ökolo­gie ist mit der Frage des Impe­ri­al­is­mus und der Flucht sehr eng ver­bun­den. Heute befind­en sich mehr als 20 Mil­lio­nen Men­schen auf­grund der unmit­tel­baren Fol­gen der Kli­makatas­tro­phe auf der Flucht. Und der Rest musste wegen impe­ri­al­is­tis­chen Kriegen fliehen, die wegen des geopoli­tis­chen Kampfes der kap­i­tal­is­tis­chen Staat­en um Märk­te und Natur­res­sourcen zus­tande kom­men. Daher ist es uner­lässlich, dass die Klimabe­we­gung sich gegen jegliche Art von Rüs­tung­sex­porten und für offene Gren­zen ausspricht. Es wird geschätzt, dass die Zahl der sich auf der Flucht befind­en­den Men­schen bei ein­er Erwär­mung von +2°C auf 280 Mil­lio­nen steigen wird.

Deshalb brauchen wir eine antikap­i­tal­is­tis­che Per­spek­tive inner­halb der Arbeiter*innen- und Klimabe­we­gung. Diese Per­spek­tive bein­hal­tet für uns:

  • die Enteig­nung aller Energie- und Indus­trie­un­ternehmen unter der Ver­wal­tung von Arbeiter*innen und unter der demokratis­chen Kon­trolle der Ver­braucher­auss­chüsse!
  • die ökol­o­gis­che Umstel­lung aller Pro­duk­tion mit Arbeit­szeitverkürzung unter voller Arbeit­splatzsicherung!
  • den mas­siv­en Aus­bau eines kosten­losen, öffentlichen Nahverkehrs, um die Auto­mo­bil­pro­duk­tion zu ver­ringern!
  • die Öff­nung aller Gren­zen für Geflüchtete, Schließung aller Haf­tanstal­ten für Migranten und ein Ende der Rüs­tung­sex­porte!
  • die Abschaf­fung aller Schulden in abhängi­gen und hal­bkolo­nialen Län­dern, die zu kli­maschädlichen, neolib­eralen Maß­nah­men gezwun­gen wer­den!

Wie weiter?

Als antikap­i­tal­is­tis­che Hochschul­gruppe organize:strike set­zen wir uns gemein­sam mit kämpferischen Arbeiter*innen in Gew­erkschaften für eine solche Per­spek­tive ein. Wir denken, dass die antikap­i­tal­is­tis­chen Kräfte inner­halb von Fri­days for Future sich zusam­men­schließen und sich gegen eine Vere­in­nah­mung der Bewe­gung seit­ens der Kapitalist*innen, des Staates und bürg­er­lichen Parteien ein­set­zen müssen. Dabei ist unsere Auf­gabe, antikap­i­tal­is­tis­che Forderun­gen inner­halb der Bewe­gung bekan­nter zu machen und uns in Basis­struk­turen zu organ­isieren.

Im Vor­feld des Glob­al Strike haben sich hun­derte von Arbeiter*innen unter dem Mot­to „Work­ers for Future“ zusam­mengeschlossen und einen offiziellen Streikaufruf der Gew­erkschaften gefordert. Um die Spal­tung zwis­chen Kli­ma- und Arbeiter*innenbewegung zu über­winden und gegen die pro-kap­i­tal­is­tis­chen Kräfte eine materielle Macht aufzubauen, müssen wir diese Ini­tia­tiv­en weit­er unter­stützen und voran brin­gen.

Es wird auch in näch­ster Zeit zen­tral sein, die durch den 20.09. angestoßene Debat­te um den poli­tis­chen Streik der Gew­erkschaften weit­erzuführen und Druck auf die Gew­erkschafts­führun­gen aufzubauen. Denn wenn die Arbeiter*innenklasse, vere­inigt mit der Jugend, sich des Streiks als ihres stärk­sten Kampfmit­tels bedi­ent, kann ein Umsturz der kap­i­tal­is­tis­chen Ver­hält­nisse möglich sein!


Ter­mine

UNSERE WORKSHOPS IN DER WE4FUTURECAMP AKTIONSWOCHE

(Wiese neben dem Kanzler*innenamt in Rich­tung Reich­stag)

West­liche Fir­men sind für die Kli­makrise ver­ant­wortlich
So, 22. Sep­tem­ber, 15–17 Uhr, FFF Zelt, We4­Fu­ture-Camp

Von Agrar­wüste, Tier­fab­riken, Aus­beu­tung und Unter­drück­ng zu ein­er Welt der blühen­den Gärten! Aber wie?
Di, 24. Sep­tem­ber, Dien­stag, 16–18 Uhr, Work­shopzelt 3, We4­Fu­ture-Camp

Gemein­sam kön­nen wir eine bessere Welt schaf­fen
Mi, 25. Sep­tem­ber, 16 Uhr, FFF Zelt, We4­Fu­ture-Camp

Tre­f­fen des Sol­i­dar­ität­skomi­tees mit der ASH-Reini­gung
Mi, 25. Sep­tem­ber, 18 Uhr, Mehring­hof, Gneise­naus­traße 2a

Offenes Tre­f­fen von organize:strike und Brot und Rosen zur Bilanz von FFF und zum Semes­ter­start
Fr, 27. Sep­tem­ber, 19 Uhr, Lai­ka, Emser Str. 131

Gespräch: ASH-Leitung, Reini­gungs­fir­ma, Arbeiter*innen & Stud­is
Di, 1.Oktober, 15:30, ASH, Alice-Salomon-Platz 5

KRITISCHE ORIENTIERUNGSWOCHEN AN DER ASH

“Soziale” Arbeit(sbedingungen) an der ASH?
Fr 04. Okto­ber, 14–16 Uhr in Raum 129, ASH

Antikap­i­tal­is­tis­ch­er Anti­ras­sis­mus in der Prax­is
Mi 09. Okto­ber, 14–16 Uhr in Raum 115, ASH

Kneipen­abend mit organize:strike und B&R
Fr, 11. Okto­ber ab 20 Uhr, Trude Ruth & Goldammer, Flughafen­straße 38

KRITISCHE ORIENTIERUNGSWOCHEN AN DER FU

Was ist Marx­is­mus? Die Welt ver­ste­hen, um sie zu verän­dern.
Fr, 18. Okto­ber, 12 Uhr, FU Berlin

Wofür wir kämpfen

Wir – die antikap­i­tal­is­tis­che Hochschul­gruppe organize:strike und die sozial­is­tis­che FLTI*-Gruppe Brot und Rosen – kämpfen wir für eine Welt ohne Unter­drück­ung und Aus­beu­tung.
Wir wollen eine Studieren­den­be­we­gung auf­bauen, die auf der Straße Seite an Seite mit Arbeiter*innen gegen die Angriffe der Regierung kämpft. Deswe­gen unter­stützen wir die Kämpfe der Arbeiter*innen und ver­suchen uns gemein­sam zu organ­isieren. Für uns sind die Uni­ver­sitäten nicht nur Orte, an denen wir ler­nen, son­dern auch Orte, an denen wir kämpfen. Wir treten für eine Uni­ver­sität ein, die von Arbeiter*innen und Studieren­den sel­ber ver­wal­tet wird, die nicht im Inter­esse der Prof­ite des Arbeits­mark­tes funk­tion­iert und in der alle Entschei­dun­gen in größeren Ver­samm­lun­gen und von Delegierten mit direk­tem Man­dat getrof­fen wer­den.

Wir sind der Ansicht, dass der Kap­i­tal­is­mus für die Kli­makrise ver­ant­wortlich ist und wir deswe­gen eine antikap­i­tal­is­tis­che Per­spek­tive gegen die Macht der Banken und Konz­erne in der Umwelt­be­we­gung brauchen. Es sind die Kapitalist*innen und ihr prof­i­to­ri­en­tiertes Wirtschaftssys­tem, die unseren Plan­eten zer­stören. Für uns liegt der einzige Ausweg aus der Katas­tro­phe in der ökol­o­gisch-sozial­is­tis­chen Umgestal­tung der gesamten Wirtschaft nach einem ratio­nalen und demokratisch kon­trol­lierten Plan.

Wir kämpfen gegen jegliche Form von Unter­drück­ung auf­grund von Geschlecht, Sex­u­al­ität, Herkun­ft, Nation­al­ität usw. und denken, dass all diese Kämpfe eine antikap­i­tal­is­tis­che und pro­le­tarische Per­spek­tive brauchen, um den Kap­i­tal­is­mus und alle Unter­drück­ungs­for­men zu besiegen. Wir kämpfen für die Zusam­men­führung der Frauen- und Arbeiter*innenbewegung und glauben, dass die neue Welle der inter­na­tionalen Frauen­be­we­gung eine neue rev­o­lu­tionäre Bewe­gung der arbei­t­en­den Frauen anstoßen kann.

Wir treten für eine anti­im­pe­ri­al­is­tis­che und anti­ras­sis­tis­chen Per­spek­tive ein und kämpfen gegen jegliche Staats­ge­walt, Krieg und Mil­i­taris­mus. Inter­na­tion­al­is­mus ist für uns keine abstrak­te Kat­e­gorie, son­dern eine strate­gis­che Notwendigkeit. Deswe­gen organ­isieren wir uns gemein­sam mit tausenden Genoss*innen auf der ganzen Welt.

Wir arbeit­en eng mit der Marx­is­tis­chen Jugend München, der Basis­gew­erkschafts­gruppe ver.di aktiv und der Rev­o­lu­tionären Inter­na­tion­al­is­tis­chen Organ­i­sa­tion zusam­men und nutzen die Seite KlasseGegenKlasse.org als Plat­tform.

Falls du Inter­esse an unser­er Poli­tik hast, komm zu unseren Ver­anstal­tun­gen oder offe­nen Tre­f­fen!

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