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PepsiCo-Arbeitskampf: „Wir beharren weiterhin auf die Enteignung”

Trotz Repression kämpfen die entlassenen Arbeiter*innen von PepsiCo mit der Unterstützung von breiten Sektoren der Gesellschaft für ihre Arbeitsplätze und die Enteignung der Fabrik. Gemeinsam mit solidarischen Organisationen fand am Donnerstag in Buenos Aires ein Aktionstag mit Blockaden und Demonstrationen statt.

PepsiCo-Arbeitskampf:

Zwischen 5:30 und 7 Uhr morgens sammelten sich Arbeiter*innen und Aktivist*innen an verschiedenen Zugangsrouten der argentinischen Hauptstadt und führten auf den Autobahnen Blockaden durch. Diese dauerten zwischen 30 Minuten und einer Stunde an und hatten das Ziel, der Forderung nach Wiederinbetriebnahme der Fabrik durch Sprechchöre, Schilder und Transparente Gehör zu verschaffen.

Von den verschiedenen Autobahnen aus fuhren die Arbeiter*innen in Autokarawanen zum Arbeitsministerium im Zentrum von Buenos Aires. Auf der Auftaktkundgebung kamen mehr als 1.000 Personen zusammen. Dabei waren auch Arbeiter*innen verschiedenster Sektoren, vom Bodenpersonal des Flughafens über Lehrer*innen bis hin zu solidarischen Studierenden mit den “Löwinnen von PepsiCo”. Auch bekannte Figuren der Front der Linken und Arbeiter*innen (FIT) wie Nicolás del Caño waren präsent.

Nachdem die Demo der Arbeiter*innen letzte Woche vor dem Nationalkongress brutal angegriffen wurde, folgten weitere Diffamierungen und Repression. Ein Polizist trug sogar eine Schusswaffe, was bei Demonstrationen in Argentinien nicht üblich ist. Teile der Regierung rechtfertigten die erneute Polizeigewalt. Einige Wochen zuvor hatten die Sicherheitsministerin Patricia Bullrich die gewalttätige Räumung als gerechtfertigt bezeichnet und behauptet, dass die Arbeitskämpfe in Niederlagen enden, wenn die Parteien der FIT Teil dieser Kämpfe wären. Diese Aussage reiht sich ein in eine Verleumdungskampagne, der sich die FIT in den letzten Wochen seitens der bürgerlichen Presse und Parteien ausgesetzt sieht. Ein Betriebsrat der Fabrik Autobat in der Provinz von Buenos Aires wurde vom Dienst suspendiert, weil er als Wahlkampfhelfer für die FIT aktiv ist.

Auf einer Streikversammlung am Mittwoch beschlossen die Arbeiter*innen, den Kampf weiterzuführen und begrüßten den Vorschlag der Abgeordneten der FIT, Nathalia González Seligra, den Nationalkongress als “Bühne” für den Kampf zu benutzen und einen Gesetzesentwurf zur Enteignung der Fabrik unter Arbeiter*innenkontrolle einzubringen.

Auffällig für diesen Arbeitskampf ist, dass er einerseits sehr viel Sympathie seitens der Öffentlichkeit bekommt, andererseits jedoch kurz vor den Vorwahlen zu den Parlamenten (13. August) stattfindet. Die etablierten Parteien müssen aufpassen, dass der Kampf, der ihr Scheitern sichtbar macht, nicht zu stark wird, andererseits hat für ihr Image direkte Polizeigewalt negative Folgen.

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