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PepsiCo-Arbeitskampf: “Wir beharren weiterhin auf die Enteignung”

Trotz Repression kämpfen die entlassenen Arbeiter*innen von PepsiCo mit der Unterstützung von breiten Sektoren der Gesellschaft für ihre Arbeitsplätze und die Enteignung der Fabrik. Gemeinsam mit solidarischen Organisationen fand am Donnerstag in Buenos Aires ein Aktionstag mit Blockaden und Demonstrationen statt.

PepsiCo-Arbeitskampf:

Zwis­chen 5:30 und 7 Uhr mor­gens sam­melten sich Arbeiter*innen und Aktivist*innen an ver­schiede­nen Zugangsrouten der argen­tinis­chen Haupt­stadt und führten auf den Auto­bah­nen Block­aden durch. Diese dauerten zwis­chen 30 Minuten und ein­er Stunde an und hat­ten das Ziel, der Forderung nach Wieder­in­be­trieb­nahme der Fab­rik durch Sprechchöre, Schilder und Trans­par­ente Gehör zu ver­schaf­fen.

#Car­a­vana­Por­Pep­si­co Tra­ba­jadores de @Pepsico_Enlucha #Cor­tan Panamer­i­cana y Hen­ry Ford. A las 9 marchan al MTSS (Alem al 600) #Reaper­tu­raYa pic.twitter.com/haHk2uP0jS

— Marcela Sol­er (@PTSPrensa) 3. August 2017

Von den ver­schiede­nen Auto­bah­nen aus fuhren die Arbeiter*innen in Autokarawa­nen zum Arbeitsmin­is­teri­um im Zen­trum von Buenos Aires. Auf der Auf­tak­tkundge­bung kamen mehr als 1.000 Per­so­n­en zusam­men. Dabei waren auch Arbeiter*innen ver­schieden­ster Sek­toren, vom Boden­per­son­al des Flughafens über Lehrer*innen bis hin zu sol­i­darischen Studieren­den mit den “Löwin­nen von Pep­si­Co”. Auch bekan­nte Fig­uren der Front der Linken und Arbeiter*innen (FIT) wie Nicolás del Caño waren präsent.

Nach­dem die Demo der Arbeiter*innen let­zte Woche vor dem Nation­alkongress bru­tal ange­grif­f­en wurde, fol­gten weit­ere Dif­famierun­gen und Repres­sion. Ein Polizist trug sog­ar eine Schuss­waffe, was bei Demon­stra­tio­nen in Argen­tinien nicht üblich ist. Teile der Regierung recht­fer­tigten die erneute Polizeige­walt. Einige Wochen zuvor hat­ten die Sicher­heitsmin­is­terin Patri­cia Bull­rich die gewalt­tätige Räu­mung als gerecht­fer­tigt beze­ich­net und behauptet, dass die Arbeit­skämpfe in Nieder­la­gen enden, wenn die Parteien der FIT Teil dieser Kämpfe wären. Diese Aus­sage rei­ht sich ein in eine Ver­leum­dungskam­pagne, der sich die FIT in den let­zten Wochen seit­ens der bürg­er­lichen Presse und Parteien aus­ge­set­zt sieht. Ein Betrieb­srat der Fab­rik Auto­bat in der Prov­inz von Buenos Aires wurde vom Dienst sus­pendiert, weil er als Wahlkampfhelfer für die FIT aktiv ist.

Dis­culpen las moles­tias, nos están echan­do: corte en Puente Pueyrre­don sigue la #Car­a­vana­Por­Pep­si­co. https://t.co/ICmA9ptWvm pic.twitter.com/bszypcb8yu

— La Izquier­da Diario (@izquierdadiario) 3. August 2017

Auf ein­er Streikver­samm­lung am Mittwoch beschlossen die Arbeiter*innen, den Kampf weit­erzuführen und begrüßten den Vorschlag der Abge­ord­neten der FIT, Nathalia González Seligra, den Nation­alkongress als “Bühne” für den Kampf zu benutzen und einen Geset­ze­sen­twurf zur Enteig­nung der Fab­rik unter Arbeiter*innenkontrolle einzubrin­gen.

Auf­fäl­lig für diesen Arbeit­skampf ist, dass er ein­er­seits sehr viel Sym­pa­thie seit­ens der Öffentlichkeit bekommt, ander­er­seits jedoch kurz vor den Vor­wahlen zu den Par­la­menten (13. August) stat­tfind­et. Die etablierten Parteien müssen auf­passen, dass der Kampf, der ihr Scheit­ern sicht­bar macht, nicht zu stark wird, ander­er­seits hat für ihr Image direk­te Polizeige­walt neg­a­tive Fol­gen.

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