Jugend

München: Wofür Student*innen am 1. Mai auf die Straße gehen

"Wir sind viele, wir sind eins!" Das ist das Motto des DGB beim diesjährigen 1. Mai. Für uns bedeutet es: Kampf um ein besseres Leben und sichere Arbeit. Damit das keine abstrakte Losung ist, wollen wir gemeinsam mit Arbeiter*innen und Geflüchteten kämpfen.

München: Wofür Student*innen am 1. Mai auf die Straße gehen

Wir Studierende wollen nicht in Prak­tikaschleifen und prekären Jobs gefan­gen sein. Schon während des Studi­ums zwei Drit­tel von uns darauf angewiesen, neben­bei zu arbeit­en, meist irreg­ulär im Dien­stleis­tungssek­tor. HiWis haben hier anders als in Berlin keinen Tar­ifver­trag. Nach dem Abschluss geht‘s fast immer in die Dauer-Befris­tung, Jahr für Jahr oder Semes­ter für Semes­ter, wenn man in der Wis­senschaft bleibt.

Prekarisierung bet­rifft uns Studierende genau­so wie Mil­lio­nen lohn­ab­hängige Men­schen in Deutsch­land. Sie schafft ein Kli­ma der ständi­gen Angst um die Zukun­ft. Dazu gehört auch, dass mit Ein-Euro-Jobs und Prak­ti­ka der ohne­hin niedrige Min­dest­lohn über­all unter­laufen wird.

Wir wollen Min­dest­lohn, Lei­har­beitsver­bot und feste Verträge, für alle, die hier leben und arbeit­en. Für Studierende und auch für Geflüchtete.

Was haben jet­zt Geflüchtete damit zu tun? Viel: Rechte Kräfte wie die AfD wach­sen auch deshalb, weil Men­schen ohne Staats­bürg­er­schaft zum Lohn­drück­en einge­set­zt wer­den. Zum Beispiel bei der Deutschen Post, wo Prak­ti­ka für Geflüchtete in den let­zten Jahren Fes­tanstel­lun­gen erset­zten – diese Spal­tung erzeugt Ras­sis­mus.

Für uns sind Geflüchtete aber keine Konkurrent*innen – son­dern unsere Kommiliton*innen, Kolleg*innen und Mitstreiter*innen um ein besseres Leben. Wir wollen uns gemein­sam organ­isieren: gegen Aus­nah­men vom Min­dest­lohn, für feste Anstel­lun­gen mit Tar­ifver­trag, für das Recht legal zu arbeit­en, das Men­schen ohne Aufen­thalt­sti­tel ver­wehrt wird, und für gle­ichen Lohn für gle­iche Arbeit. Es nicht nur ein human­itäres Engage­ment, für Rechte von Refugees einzutreten; es ist im Inter­esse aller, die arbeit­en müssen.

Wir kämpfen auch fürs Bleiberecht für alle. Denn wer abgeschoben wer­den kann, dem nützt eine Arbeit wenig. Die „Inte­gra­tion in den Arbeits­markt“, die von der Regierung ver­sprochen wird, ist pure Heuchelei, so lange Men­schen in Krieg, Ver­fol­gung und Armut abgeschoben wer­den kön­nen. Es gibt keine größere Unsicher­heit als die Abschiebedro­hung. Das wird für schär­fere Aus­beu­tung genutzt: Wer keine Rechte hat, wird sich nicht wehren, so das zynis­che Kalkül von Unternehmen, die ille­gal­isierte Arbeit großflächig in Bau, Logis­tik oder Schlachthöfen ein­set­zen.

Das Abschiebe- und Gren­zregime nützt nur den Kapitalist*innen, die damit Unter­drück­te und Aus­ge­beutete spal­ten: „Wir sind viele, wir sind eins“ – gegen Abschiebung und Prekarisierung!

(Bild: DGB Region München)

DGB-Ver­anstal­tun­gen am 1. Mai in München

Pro­gramm:

9:45: Auf­tak­tkundge­bung vor dem Gew­erkschaft­shaus in München (Schwan­thaler­str. 64)

10:00: Demon­stra­tion vom Gew­erkschaft­shaus zum Marien­platz

11:00: Kundge­bung auf dem Münch­n­er Marien­platz: Begrüßung durch Simone Burg­er, DGB München, Gruß­wort des Ober­bürg­er­meis­ters Dieter Reit­er, Aktion der DGB-Jugend, Rede von Andrea Koc­sis, stel­lv. Vor­sitzende ver.di

12:00: Fam­i­lien­fest und Info­markt

16:30: laut.stark.17 Open air for free auf dem Marien­platz, DGB-Jugend in Zusam­me­nar­beit mit dem Feier­w­erk e.V.

Achtung: Lei­der berechtigt der Mai-Pin in diesem Jahr nicht zur kosten­losen Nutzung des MVV.

Zum voll­ständi­gen Pro­gramm des DGB München: PDF

(Quelle: DGB Region München)

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