Modell C heißt: Weiterkämpfen!

01.02.2010, Lesezeit 3 Min.
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// Flugblatt zur Tarifabstimmung beim Studentenwerk Berlin //

Im vorliegenden Tarifangebot versucht die Geschäftsführung wieder einmal, die Leute gegeneinander auszuspielen: dem alten Grundsatz „Teile und Herrsche“ gemäß sind wir vor die Wahl gestellt: entweder nehmen wir eine Ost-West-Ungleichbehandlung hin – und das 20 Jahre nach der Wende! -, oder wir finden uns mit dem Lohnverzicht in den unteren Entgeltgruppen ab, die heute schon mit ihrem Bisschen um die nackte Existenz kämpfen müssen. Das ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera – wir aber lassen uns nicht spalten und wir lassen uns erst recht nicht die Pistole auf die Brust setzen!

Anstatt anzufangen herumzurechnen, welches Modell für wen die nächsten 8 Jahre erträglicher ist, sollten wir alle geschlossen diese falsche Alternative ablehnen und Modell C wählen! Das bedeutet, den Druck auf die Geschäftsführung nötigenfalls mit Streiks zu verschärfen. Darüber hinaus soll die vollständige Angleichung an das Bundes-tarifniveau erst 2018 erfolgen – wieviele Beschäftigte werden das wohl noch im Betrieb miterleben? Und völlig unzureichend behandelt ist die Frage der Leiharbeit; die Gewerkschaft bleibt solange unattraktiv für viele Leiharbeitende, wie diese zwar zu Mitgliederbesprechungen freundlich eingeladen werden, für sie aber in den Verhandlungen kein effektiver Druck auf die Geschäftsführung aufgebaut wird.

Die Tarifverhandlung muss auch im Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen des Landes Berlin gesehen werden. Daher gilt es, mit den Beschäftigten des öD zusammenzuhalten und mehr Verhandlungsdruck an der Basis aufzubauen. Durch einen Tag Warnstreik in einer Mensa entstanden 18 000 € Verlust für die Geschäftsführung – Wieviel mehr ist wohl für uns drin, wenn wir mit der Warnung ernst machen und anfangen entschlossener und länger zu streiken? Dazu müssen wir uns besser organisieren, uns regelmäßig zusammensetzen und die Probleme, die wir in den Betrieben haben, untereinander offen ansprechen. Durch ein Betriebsflugblatt können wir die Diskussion zu anderen Beschäftigten tragen. Wir sollten niemanden mit den Problemen alleine dastehen lassen, sondern uns gegenseitig unterstützen, weil wir die Probleme nur gemeinsam lösen können. Erst wenn die Geschäftsführung auf eine besser mobilisierte und solidarische Basis trifft, wird sie anders verhandeln und sich so ein mieses Angebot einfach nicht mehr leisten können!

Wir wählen Modell C: Weiterkämpfen!

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